Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
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Z 84 XIII.Buch. Historie derostindischen Handluttgsgeselschaften.

H. 2l8-

Wie die Hol- Der alte König von Bütttam, den einige holländische Schriftsteller Sultan

ländcr m i t Agatt , andere aber Sultan LTsanghi nennen, der von Alter und Lclbcsschwachiihm umge,- heilen ganz abgezehret war, und gleichwol seinen liebsten Sohn noch bey seinem Lebengangen. auf Thron sehen wolte, übergab die Regierung dem Sultan Agm, oder, wie ihnandere Schriftsteller nennen, Sultan Haasi; der aber nicht lange auf dem Thron geschsen, als er sich durchgängig verhaft machte, und zwar so wohlverdient, daß der alteKönig, sein Vater, sowol aus Mitleiden gegen seine Unterthanen, als auch zur Erhasitung sein selbst und seiner beiden Söhne, der pangerangen parbaya undSakhlldie Waffen ergrif, und mit einer Armee von dreissigtausend Mann den Sultan Haustin der Vestung Bantam belagerte l). Der junge König, der von jederman, bis aufdie Werkzeuge seiner Grausamkeit und Wollüste, verlassen war, schickte sogleich einen- seiner Lieblinge nach Bütavra, und begehrte, daß die Holländer sich seiner annehmensollen. Das war nun eine Sache nach ihrem Wunsch; sie schickten daher, ohne einegenaue Untersuchung wer Recht oder Unrecht hatte, eine Armee von dreitausendMann regulairer Truppen unter dein Commando des Herrn Martin ihm zu Hülfe ")-Dieser stieg mit seinen Truppen an der Küste von Bantam ans Land, wo es gleichzu einem algemeinen Treffen kam, darin die Armee des alten Königs nach einem har^nackigen Gefechte aufs Haupt geschlagen wurde. Doch war der Verlust dieser Schlachtnicht sein gröstes Unglück. Denn er selbst wurde hernach zum Gefangenen gemacht,sehr scharf bewachet, und von seinem Sohne sehr gleichgültig tractiret. Anlangend diebeiden jüngsten Prinzen; so waren dieselben von dem Schlachtfelde entwischet, und ha^ten sich mir ihren Weibern und Kindern in die südöstlichen Gebirge der Insel gewendet,daher die Holländer ihnen ein Detaschement nachschickten, welches sie dergestalt aufdem Fusse verfolgte, daß der älteste davon, parbaya, nachdem er alle seine Haa^verloren, sich an die Compagnie ergab, die ihm eine Pension und einen Ort ohnwcilBatavia zum Aufenthalt anwies, lind so endigte sich dieser Krieg mit der Beveß^

guuS

l) N»c. Graaf Voy»ges -ux Imles Oricnksles p. 214. lle Ligm ä-s deres seiuirs l>.

M) Lhoisy journst äu Vo-xsgcs äe Lism p. 161.

Verwirrung erhalten werden, sonderlich wenn esdabey auf das Interesse eines mächtigen, ehrgei-zigen und arglistigen Nachbars ankomt. Wirsehen ganz offenbar, daß die Leidenschaften undNeigungen der Menschen einander durch die gan-ze Welt gleich sind, und daß sie nur durch Ge-wohnheit und Erziehung verschiedene Farben er-halten. An den Höfen der indianischen Fürstenbeschäftigen sich die Leute von allerley Alter, Standund Geschlecht lediglich mit Vergrößerung derMacht und mit Lustbarkeiten. Da sie viele Wei-ber und von verschiedenen derselben Kinder haben,so ist dieses eine Hauptquclle der Intriguen. DerEhrgeitz ihrer Pangarangen oder Gouverneurein den Städten und Provinzen ist für sie nichtweniger gefährlich; und wenn wir dazu die Nach-

begierde rechnen, die öfters durch die zügef^,Grausamkeit verursachet wird, dazu unumschr"".te Herren geneigt sind; so werden wir uns lc>vorstellen können, daß es unter einer solche" ^gierung nie an Misvergnügten fehle, die, wen"!wo eine Stütze finden, alles mögliche beitraS 'dieselbe zu verwirren oder gar umzustürzen 8 -Wir haben oben im Text zur Genüge angessiss^was die Holländer für einen Zweck gehabt,se Revolution zu Stande zu bringen. Dalsst ^in dieser Anmerkung weiter nichts suchen, wzeigen, welches die Mittel dazu si»d> "nahe sie dieselben bey der Hand haben,regierende Monarch sichs solte beikommendiejenigen, welche die Angelegenheiten y.

pagnie besorgen, zum Gebrauch derselben z"

82) Nie. Grass sux Inäer vriemsles p, 217. Tavernier, Le.Bru».