Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
Seite
385
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5 - Hauptst. 2. Abs. Von den Kriegen her Holländer in Ostindien. 385

Hing des jungen Königs auf dem Throne "). Wenn man indes die Sache beim Lichtbesähe, so hatte er nicht sonderliche Ursache, sich über diesen Sieg zu freuen. Denndie Folge davon war, daß die Holländer sich der Vestung Bantam und zugleich auchseiner Person bemächtigten. Die europäischen Faktoreien, sonderlich aber die engli-schen, wurden ausgeplündert, darin sie Gold, Juwelen und andere kostbare Waaren vonunermeslichem Werth, antrafen; und es wurde alles so eingerichtet, wie es sich zu denMaasregeln der guten Aliirten des Königs schickte, die ihn auf dem Thron bevestigethatten »). Um aber den Sultan Haas! desto besser im Garn zu behalten, so bekam ereinen Holländer, Namens Heinrich von Steenw^k, zum Liebling; der, nachdemer zur Würde eines Prinzen erhoben worden, den Titel pangerang wieragounaaMahm, und daraus sein Hauptgeschäfte machte, seinen Herrn im Interesse seiner Lands«Ec zu erhalten, so daß, obgleich alles im Namen des Königs ausgefertiget wurde,dennoch nichts ohne Vorwissen seines holländischen Lieblings geschahe. Diese Verwir-rungen gingen ums Jahr 1630 an, und die Engländer und Dänen musten Ban-tam im Jahr 168 z räumen; worüber viele heftige Beschwerden in Europa geführetund ein hitziger Federkrieg zwischen der engländischen und holländischen ostindischen Compa-gnie verursachet wurde p). Kurz, es ging alles verloren, ausgenommen daß den Eng-ländern ihre Factorey wieder übergeben und die Freiheit verstattet wurde, in derHauptstadt und Staaten des Königs von Bantam Handelschaft zu treiben, wovon siejedoch nach der Zeit samt allen andern europäischen Nationen ausgeschlossen worden; sobaß der ganze Landesproducc an Pfeffer, der sich jährlich auf zehentausend Tonnen be-lauft, lediglich in den Händen der Aliirten des Königs ist, die dafür geben, was ihnenbeliebet ->).

§. 2IY.

Wir müssen aber deswegen nicht meinen, als ob das Volk sich eben so hurtig DieHollänberSum Ziel geleget, als ihr Fürst. Die Sache nahm vielmehr einen ganz andern Gang, sind in Z<w«u»d sie waren darauf bedacht, stclleten auch bey mislungenen Unternehmungen wieder« verhaßt,hvke Versuche an, den alten König wieder herzustellen, und die Holländer zu vertrei-ben; wodurch sie aber das aufgelegte Joch so wenig abgeworfeir, daß es ihnen vielmehrschwerer gemacht worden. Der pangerang wieragouna beredete den König, daßbie Sicherheit seiner Person lediglich davon abhängig wäre, daß ein ansehnliches Corpsholländischer Truppen zu Bantam gehalten würde; und da er wohl begrif, was für ek-Uec Gefahr sie unterworfen waren, wenn sie daselbst blieben, ohne einen haltbaren Ortsu ihrer Retirade zu haben, so wirkte er eS aus, daß ihnen, ohngefehr einen FlimenschusAit von der Vestung, eine Residenz angewiesen wurde, die anfänglich nur von Rohr inGestalt eines Rhombus angebauet und mir starken Palisaden umzogen wurde, in wel-kem Zustande sie bis ins Jahr 1636 blieb. Um diese Zeit entstund eine grosse Empö-rung zu Bantam, dabey der Pöbel sich der holländischen Postirungen zu bemächtigenn'chre. Sultan Haas! aber, der sehr zeitig davon Nachricht erhielt, that mit seiner^ache einen Ausfall, und sorgte für die Sicherheit seiner Aliirten auf Kosten seiner

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