5.Hauptst. 2.Abs. Von den Kriegen der Holländer in Ostindien. Z95
jene, wenn diese auch gleich geschlagen werden, endlich sowol den Muth als die Zuchtverlieren, da jener sowol als diese durch eine Fertigkeit erlanget wird; und wenndieses geschiehet, so ist es ein grosses Glück, wenn sie ihre Lehrmeister nicht endlich über-wältigen. Wiewol die Holländer thaten dieses wider ihren Willen, indem sie garwohl erkanten, daß der Krieg ihrem Interesse zuwider sey; dabey aber wollen sie auchdie Vortheile, die sie so lange genossen, nicht aufopfern, oder den Krieg unter schlim-mern Bedingungen endigen, als sie ihn angefangen hatten §). Endlich aber wurde dieSache beigeleget, und der Friede auf der Insel wieder hergestellet; welches aber kaumgeschehen war, als ein sehr gefährlicher Anschlag entdecket wurde, der nichts geringeresDill Zweck hatte, als den völligen Umsturz der Regierung zu Batavra durch Ausrot-tung aller holländischen Einwohner und aller Christen, von welcher Parthey sie auchseyn mochten, die unter ihrem Schuh stunden. Diese Entdeckung geschahe noch so zei-tig, daß sie verhüte^werden konte, nemlich am letzten Tage deö fristen Jahres; wieaber dieses geschehen, oder von wem, das ist bis daher vor der Well noch ein Geheim-nis, wenigstens kan man nichts gewisses davon sagen. Einige haben dieselbe der Klug-heit des Staatsrath in Indien zugeschrieben; andere glauben, daß es durch einigeMitverschworne geschehen, die an einem guten Ausgange gezweifelt, und die daher durchAnzeigung des Complocs sich in Sicherheit zu setzen' gesuchet. Der Herr van Bssth>,holländischer Minister zu Macastar, hat gemeint, daß die Compagnie ihre Sicherheit derFreundschaft eines grossen Monarchen zu danken habe; welcher Umstand hernach deut-licher gemachet werden soll t). Es mag indes die Entdeckung geschehen seyn wie sie will, sowurden die vornehmsten Rädelsführer ohne grosses Lärmen beim Kopf genommen, und da-durch ihr ganzer Anschlag vereitelt. Drey Monate nachher wurden sie verhöret und über-führet, und wir wollen aus den Acten eine Nachricht von dieser verzweifelten Unterneh-mung mittheilen, die ihrer Beschaffenheit und Entwurf nach derjenigen nicht viel nach-gibt, durch welche Larllma die römische Republik über den Haufen werfen wollen.Der erste Urheber dieses abscheulichen Anschlages war ein Iavaneftr, Namens La-dadia, aus der königl-chen Stadt Aattasura gebürtig, welcher vier Jahr in verschie,denen Gegenden der Insel eine geheime Corresponden; unterhalten, ehe er demjenigenetwas entdeckte, den er nachher zum obersten Rädelsführer machte, und der mit derAusführung desselben zwey Jahr umgegangen war. Dieser hies Peter Erberfeldt,e>U Bürger zu Baravia, dessen Vater ein Mitglied des Provmzialcollegii und Capi-wiu bey der Rcuterey, die Mutter aber eineMohrm gewesen. Er war beinahe sechzigJahr alt , und man findet keinen andern Grund, der ihn zu dieser Unternehmung be-rgen , als daß er sich selbst zum Souverain von Batavra machen wollen. Maja^vaja, Sergeant bey einer javanesischen Compagnie in holländischen Diensten, derch' Vem mit dem Major zu Batavia gewohnt, war ein anderer Mitverschworener; der,weil er die Stärke und ganze Einrichtung der Comvagnie genau wüste, ihnen sovielucht gab, als sie sonst nicht würden haben erlangen können. Ausser diesen waren noch"cht bis zehen andere von verschiedenem Stande und Nationen; alle andere aber, dieWit j,, diesen Anschlag verwickelt waren, waren von dem gemeinen Volke und hatten ei«
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S) Dr. Garciir Nemo-r!:-. t) Hamiltsn ^ccoum vt we Lak lnäi-r vvk. r. x. izz. izq.
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