5. Hcmptst. 2. Abs. Von den Kriegen der Holländer in Ostindien. 401
Kap. So hart und schrecklich indes dieses Urtheil auch war, so wurde es doch denersten April ohne die geringste Linderung volstrecket; und nachdem sie von dem Lichte,
>0 sie aus dem Geständnis der Missethäter erhalten, einen Gebrauch gemachet, so wur-den viele andere, wegen ihres Antheils, -so sie an der Conspiration gehabt, vors Gerichtbezogen, lind damit das Andenken dieser ungewöhnlichen Begebenheit erhalten wer-den möchte, so wurde das Haus des vornehmsten Rädelsführers, Peter Erberfeldt:,niedergerissen, und auf dessen Stelle eine Schandseule aufgerichtet, und eine Aufschrift'n holländischer, portugiesischer, malayischer, javauesischer und chinesischer Sprachedarauf gcsetzet, die folgendes Inhalts war:
Auf drestm Play stunö ehedem das Haus des schändlichen Verräthers, Pe-ter Erberfeldt, und es soll von nun an niemals ein Haus wieder auf die-sen Play gebauer werden.
Da nun diese Schandseule an der Strasse stund, und die meisten Vorübergehenden eineoder die andere von diesen Sprachen verstunden, so ist zu vermuthen, daß die Regie,r»ng in Indien ihren Zweck dadurch erreichet«). Es ist aber sehr merkwürdig, daßdou dieser außerordentlichen Begebenheit wenig oder gar nichts nach Europa gemeldetworden; welches den Leser von der Nutzbarkeit dieser historischen Erzählung überführen'an, darin wir, so viel als es die Zeitordnung gestatten wollen, die vornehmsten Bege-benheiten dieser mächtigen Gesellschaft, wie sie in verschiedenen Ressebeschreibungen undTagebüchern hin und her zerstreuet sind, zusammen gefastet haben, davon weder in al-Zemeinen noch in besondern Historien kaum einige Spuren angetroffen werden.
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Der Zustand, der Sachen in Europa, dadurch verschiedene Nationen gerei- Nachrichtrck wurden, sich mehr auf die Haudelschaft zu legen, als in den vorigen Zeiten gesche- vom ausruheM war; die grossen Bemühungen der Franzosen, ihrer Cornpagnie wieder zu Credit der Chineser.össcherhelfen, und verschiedene andere geheime Bewegungsursachen, bestimmeten dieKindischen Directores in Holland, an die Erneuerung ihres Privileg» Hand anzulegen,einen neuen Termin zu erhalten, ehe der vorige abgelaufen war; welches sie im-Hhr 1717, wiewol vergeblich, suchten b). Ob nun gleich die Generalstaaten nicht fürMsam fanden, unter den damaligen Umständen dieses Gesuch zu gewahren: so unter-lliihten sie doch ihre Privilegia durch ein Patent, und verboten allen ihren Untertha«in dem der Compagnie bestirnten Gebiete zu handeln, oder sich in Urtternehmun,einzulassen, die eine Handelschaft in diesen Gegenden zum Zweck hätten; worauf sieFrankreich und Gros'onrcanien gemeine Sache machten, und sich der Errich-»Ng der kaiserlichen Compagnie zu Ostende heftig widersetzten. Die hierüber entstein,ene Streitigkeiten und andere sehr wichtige politische Angelegenheiten, beschäftigten sie^llestalch daß die Compagnie nicht vermögend war, ihren Hauptzweck selbst in demzu erreichen, da ihr Privilegium zu Ende gieng c). Aller Wahrscheinlichkeitiv / rührte dieses daher, weil die Compagnie sich auf die Bedingungen nicht einlassendie man von ihnen erwartete, und die vielleicht nach den damals sehr dringen-^ Bedürfnissen des Staats abgemessen waren, weil man glaubte, daß diese Gesell-schaft
a) t-'Lxpeanion' äs krvis Vsiüssux tom. 2. p. 104. b) viÄMNLlrs äs Commerc- com. r>
eol. c) Ianixon Lrac xresciic äs w Ite,,ud!irius äes rrvvinces t)aies wm. I. x. M.
^W.H.-6.TH. N.H. 8.TH. Eee