4O2 xm. Buch. Historie der ostindischen Handlungsgeselschafterr.
schüft jetzo reicher wäre, als sie in den vorigen Zeiten gewesen. Dem sey indes wie ihmwolle, so konten sie weiter nichts erhalten oder erkaufen, als die Verlängerung ihresTermins auf ein einziges Jahr, der mit dem ersten JanuariuS 1741 angieng; worü-ber damals allerley Speculationen gemachct wurden »). Indem nun die Directoresdamit beschäftiget waren, Mittel und Wege zu finden, dadurch die Schwierigkeitenüberwunden werden könten, die einem neuen Termin im Wege stunden; so erhieltensie aus Bacavia Nachricht von einem der gefährlichsten Stösse, den nur ihre dortigenAngelegenheiten leiden können. Wir haben vorhin angezeiget, daß durch die Hinrißtung des Peter Erberfeldks und seiner Mitverschwornen zwar das Wachsthum derMeuterei) gchemmet worden, daß aber die Wurzel davon geblieben; wovon dieländer acht Jahr nachher eine schmerzliche Erfahrung erlangeten. Es war schwer, un-ter den verschiedenen Nachrichten, die davon nach Europa kamen, die wahre zu entde-cken. Einige meldeten, daß der Generalgouverneur, um desto geschwinder reich zuwerden, die Chinestr nicht so kurz gehalten als seine Vorfahren, daher die Anzahl dcrsel-' ben, folglich auch ihr Frevel, sich ganz erstaunlich vermehret. Es war ihnen sonst gegeneine grosse Summe Geldes erlaubet worden, zu einer gewissen Jahreszeit das Festihres grossen Götzen, Ioostje de Baravia genant, zu feiren, welches soviel war alsein Fest zu Ehren des Teufels, als dessen Bild solches war, wie sie öffentlich bekanten ^)'Da sie aber zu solcher Zeit grossen Schaden anrichteten, und in der Meinung stunden,daß sie wegen der erkauften Freiheit sich allen wilden Ausschweifungen ungeahndet über-lassen könten, so war diese Gewohnheit seit einigen Jahren abgeschaffet worden.
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G) Wir müssen bedenken, baß die Lhr'neser,die sich zu Baravia niedergelassen, und die jähr-lich auf ihren Junken aus China gekommen, vomgemeinesten Pöbel, und folglich mehr unwissendund lasterhaft sind, als die zu Amoy, Lantonoder an den meisten andern Orten dieses grossenReichs. Es wird gemeiniglich zugestanden, daßdie meisten Gelehrten und Vornehmen in Chinain Ansehung ihrer Religionsbegriffe sich so weitverstiegen, baß sie nahe an den Grenzen der Athensterey sind; dahingegen der Pöbel gröstentheilsabgöttisch ist, und die Dämoues anbetet, das ist,die Kräfte, die ihrer Meinung nach von böserBeschaffenheit und geneigt sind, Schaden zuthun; um nun dieses zu verhüten, so suchen siedieselben mit Schauspielen und Opfert» zu besänf-tigen, wobey sie ihren Thorheiten und Lasternden Zügel schiesscn lassen, unter dem Vorwande,diesen bösen Geistern sich gefällig zu machen, undden Wirkungen ihrer Rache zu entgehen 9;).
Daher rühret es, daß der Oberste von diesen Gei-stern fast in einem jeglichen chinesischen Hause un-ter dem Bilde eines Coloffus in Niesengrösss verr
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ehret wird, der die Beine kreuhweise über ein-ander schlägt und einen entsetzlich dicken Bau<vauf den Knien liegend hat. Vor diesem Di^brennen sie beständig eine Lampe, bringenihre Opfer und bitten um dessen Beistand.fe Götzen nennen die engländifchen Seefahrerund die -Holländer Ioosi, und der gröste ^unter, der bey Leichenbegängnisse»» und anderSvlenmtäteii unter einem Canope getragen wiw-und dem sie jährlich mit entsetzlichem Aergernis ""Ausschwcifungen ein Fest feiern, wurde Ioostlde Baravia geuennec y->). Es schickte steh ^her nicht zu den Grundsätzen der Moral und s'funden Politik, und war den Grundsätzen dwahren Religion zuwider, dergleichen schwärme 'de Versamlungen zu gestatten, die mit Geft)und Unordnung verbunden waren, und sonst " ^»»and einen Vortheil brachten als dem 'neur, der dafür eine Summe Geldes einstr'/daß er dergleichen teuflische Aufzüge verstatt ^die sowol vor GOtt als vor allen ehrlichenMenschen ein Greuel waren 97).