440 xm. Buch. Historie der ostindischen Handlungsgeselschaften.
die Compagnie in beständiger Widrigkeit leben; und wenn dieses nicht wäre/ so würde»sie die Holländer längstens von der Insel vertrieben haben t). Einer von diesen Für*sten Heister der König der Compagnie, weil er mit derselben in gutem Vernehmen ste-het, und ihr Interesse befördert, so viel nur in seinen Kräften ist. Sie beschenketihn dafür von Zeit zu Zeit mit güldenen Ketten, mit goldnen Kröngen, die mit Edel*gesteinen besetzet sind, und mit andern Kostbarkeiten, um ihn beständig bey ihrem Bünd-nis zu erhalten, und zu verhüten, daß er nicht mit den beiden' andern Monarchen eineFreundschaft aufrichte, welches für ihre Macht und Commercium unglückliche Folgennach sich ziehen könte u). Ums Jahr 1720 trug sich ein außerordentlicher Zufall zu,davon man glaubte, daß er den Sachen der Compagnie eine andere Gestalt geben würde.Es war dieses die Entdeckung einer reichen Goldgruft, die man für so wichtig ansähe,daß nicht nur viele Grubenarbeiter, sondern auch ein Director von Baravia geschicktwurde, der alles anordnen solte >»). Wie weit dieses gelungen, das können wir nichtsagen, und vielleicht bleibet es ein Geheimnis, das nie ausführlich au den Tag körnt»indem es eine Maxime der holländischen ostindischen Compagnie ist, niemals mit ihrerMacht oder Reichthümern gros zu thun, sondern beides in den Vorstellungen ganz kleinzu machen, die sie von Zeit zu Zeit an die Generalftaaren senden. Welcher Vorsichttigkeit Erwehnung zu thun um deswillen nöthig ist, damit man sich eine richtige Vor-stellung von dieftn Berichtserstattungen mache, als in welchen sie den Zustand der Sa-chen nicht so beschreiben, wie er wirklich ist, sondern wie sie es für dienlich achtet zu er-kennen zu geben, um sich der fernern Beschützung des Staats desto mehr zu versichern ?)'
§. 250.
Gouverne- Das fünfte grosse Gouvernement der Compagnie ist das auf den moluckische»
ment auf den Inseln, oder wie es gemeiniglich von der Residenz des Gouverneurs auf dieser Insel gt-moluckischen nennet wird, das Gouvernement von Ternate. Die blosse Erwehnung desselben ißinseln. sshon hinlänglich, uns zu zeigen, daß nichts so wankend und veränderlich sey, als die
Macht. Eben diese Insel, die jetzo nur einen Theil eines einzeln Gouvernements ai>^machet, welches von den Directoren einer Handlungscompagnie geordnet wird,ehedem eine Beherrscherin vieler Nationen, und ihr Monarch rühmete sich, daß ^zwey und siebenzig, oder, wie andere sagen, zwey und neunzig zinsbare Fürsten untttsich gehabt, die zu gleicher Zeit Souveraine so vieler Inseln gewesen y). Es ist ^selbst noch ein König, der die Ehre hat, der vornehmste Alliirte zu heißen; weEnur ein Ehrentitel ist für den ersten Unterthan der ostindischen Compagnie. Die Kraldieser Insel war guten Theils schon erschöpfet, ehe die Holländer in diesen Gegcl^chankamen, theils durch den Aufruhr verschiedener dieser zinsbaren Fürsten, theils durchden langwierigen und blutigen Krieg, den sie wider die Portugiesen führeten, d'ihnen eine Zeitlang ein Joch aufgeleget. Sie unterwarfen sich auch der holländisch^Compagnie nicht so gutwillig, sondern wehreten sich so lange und so tapfer, als sie ^ten, bis sie durch Vereinigung der Kunst und Waffen, oder, besser deutsch zu rede^theils durch Gewalt, theils durch Betrug Unters Joch gestecket wurden, und sich durcheinen r6z8 geschlossenen Tractat anheischig machten, keine Gemeinschaft mit einrch^
t) I.'Lxpedition de trois Vrissoaux tom. 2. p. 162.16^ li) OiLtianrurs ds Lomrnsrcr
cvl. 87;. Iv) I-'Lxpedirion de rrois Vgiüezux !<>m. 2 . p. i6l. k)
lur le Lommsrce des NoNgiidoi; p. i>,5- >y6. y) OiÄinnsiis de Lommsrce
cvl-875. ttittoire de I« Lon^uele des Isles Ltoluyues wm.Z. x. 20.