5. Hauptst. Z. Abs. Von den Colotüm der HoNander m Indien. ^49-
^lalacca jähret. Die Holländer nahmen diesen Ort den Portugiesen nach verschreidenen Versuchen im Jahr 1641 weg, und sind von der Zeit an im Besitz desselben ge-blieben. Es wird nicht undienlich seyn, wenn wir »neiden, auf was Art und Weise!H zu dieser starken Vestung gekommen. Sie erhielten Nachricht, daß zwischen derGarnison, und dem Könige von Johore, grosse Streitigkeiten entstanden, woraus siedle Hofnung einer möglichen Eroberung schöpften. In die sie Absicht liessen sie vonSat-via eine starke Flotte auslaufen, die ein gros Corps Landtruppen am Bord hattetZu gleicher Zeit schloffen sie eine Off-und Defensivallianz mit dem Könige von Io§höre, die so lange bestehen solte, als die Sonne und der Mond die Welt erleuchtenwürden. Darauf belagerte der König von Johore diese Vestung zu Lande »nie 20220Mann, da mitlerweile die Holländer sie zur See ängstigten. Und dennoch konten dieseAmee und Flotte sich die Eroberung dieser Vestung nicht anders versprechen, als durchHunger, welches aber viel Zeit-erforderte. Was also nicht durch Gewalt geschehen konte,
'Unsre durch Lift bewerkstelliget werden t). Sie erfuhren, daß der portugiesische Gouver-neur ein niederträchtiger und geitziger Mann war, um welcher letzten Eigenschaft willener von der Garnison gehastet wurde; die Holländer suchten ihm daher durch Briefe dieschwache Seite abzugewinnen, darin sie ihm güldene Berge versprachen, wenn er ihnenzur Eroberung der Vestung behülsiich seyn würde. Endlich wurden sie des Handels ei-nig; 80OOO Stück von Achten waren der Lohn seiner Verratherey, und er solte aufihrer Flotte nach Batavia transportiret werden, wo er als ein Freibürger leben könte.
Hierauf gab er den Holländern einen geheimen Wink, daß sie das Fort auf der Ost-seite angreifen sollen, und er wolle schon seine Sachen darnach einrichten; welches auchgeschahe. Hierauf lies er den Rath zusammen kommen, und sagte den Officiren, daßdt gesonnen wäre, die Holländer zu berücken, und sie nahe an die Vestungswerke kom-men zu lassen, sodann aber wolle er von allen Seiten her auf sie canoniren, undsc auf einmal zusammen schießen lassen. Dieser Verabredung zu Folge rückten dieHolländer ungehindert herbey, und legten ihre Leitern an «). Die Garnison schickte^Uen Boten über den andern, und machten dem Gouverneur bekant, in welcher GefahrA wären, da sie keine Ordre hätten, auf die Holländer Feuer zu geben, wie doch inAriegesrath verabredet worden; er verzögerte aber so lange, bis der Feind das Fort er-'"sgeii und die Besatzung vom östlichen Thore weggetrieben hatte, welches sie sodannOsseten und den Ueberreft der Armee einließen; welche, so bald sie Fus gefastet hatte,hinein, der Gewehr führete, Quartier, gab; worauf sie gerade auf des GouverneursH?us zugingen, wo er, der genommenen Abrede zu Folge, sicher zu seyn glaubte. Allsie liessen ihn gleich niederhauen, um ihre achtzigtausend Thaler zu ersparen.
§. 257.
. Die Stadt ist gros, und treibet einen grosse»» Handel wegen ihrer vortrefiichen Beschaffenheit^ 3 e, die sie zu einem Waarenlager und Magazine von diesem ganzen Theile Indiensdes hiesigenMachet. Nur eine Unbequemlichkeit ist zu Malacca gros, nemlich der Mangel an Le- Handels,^usmittcln; und das wenige, was man noch haben kan, bestehet aus verschiedenen Gat,
^Ugen von Fischen. Die Einwohner sind sehr schwarz, dabey aber kühne, listige und
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