450 Xlll.Buch. Historie der ostindischen Handlungsgeselschaften.
hmtige Leute und grosse Diebe. Einige unter ihnen sind Götzendiener, die allermeistenaber sind Mohammedaner. Die Portugiesen haben drey Kirchen und eine Capellein dem Fort, und noch eine ausser demselben. Diejenige, deren sich die Holländernoch jetzo zum Gottesdienst bedienen, lieget auf dem Gipfel eines Hügels, und kan inder Straffe sehr weit gesehen werden. Auf dem Thurme stehet eine Fahnenstange,an welcher eine Fahne bevestiget wird, wenn sich ein Schis sehen lässet w). Das Fortist sehr gros und stark; das Meer stößet unmittelbar an einen Theil der Mauren; aufder Abendseite ist ein tiefer, schneller, dabey aber schmaler Flus; um die übrigen Theile istein breiter und tiefer Graben gezogen. Des Gouverneurs Haus ist sowol schön als be-quem angeleget, und ausser dem gibt es verschiedene andere hübsche Häuser, sowol indemFort als ausser demselben in der Stadt. Die Straffe aber, wo die Schiffe gehen, ist ZUweit entfernet, als daß sie vom Fort solte vertheidiget werden können; indem der seichteGrund des Meeres sie nöthiget, über eine Meile weit davon zu bleiben, welches sehtnachtheilig ist. Denn als im Jahr 1729 die Franzosen mit einem Geschwader vondrey bis vier Segeln in die Strasse kamen, und eines grossen Schiffes, das von Japattkam, ansichtig wurden, so würden sie dasselbe ohnfehlbar weggekapert haben, wo sichnicht der Wind umgesetzet hätte, als sie etwa noch einen FlintenschuS weit davon wa-ren t). Bey Malacca betraget die Breite der Strasse nicht über vrer Meilen. Dennob wol das entgegen stehende Ufer von Sumatra sehr niedrig ist, so kan es doch an ei-nem heitern Tage deutlich gesehen werden. Daher ist das Meer auch allezeit so ruhig/wie ein Mühlenteich, ausgenommen wenn ein Windwirbel entstehet, der gemeiniglichmit Blitz, Donner und Regen verbunden ist. Ob aber gleich diese Winde sehr heftigsind, so legen sie sich doch bald, und dauren selten eine Stunde V). Das Land bringtnichts für ausländische Markte hervor, ausgenommen etwas Zinn undElephantenzahne'-dagegen gibt es vortrefllch Obst und Wurzeln für die Einwohner, wie auch für Auslän-der zur Erfrischung. Bey dem allen aber will dieses nicht viel sagen, und es würde wederdie Kosten ersetzen, noch die Klugheit der Holländer rechtfertigen, die sich so vieleMühe gegeben, und an die Erhaltung dieses kleinen Distrikts so grosse Kosten gewendet-Daher ist es eigentlich die Lage, die Malacca zu einem sehr wichtigen Orte machet-Es lieget dieser Ort gleichsam mitten im Meer, und theilet, wenn wir so reden dürft"/Indien von Indien; das ist, es kan von den Küsten Malabar, Loromandel, den'bengalischen Meerbusen, nach Sumatra, Bornes, Java und die übrigen Insel?/ingleichen nach China und Japan kein Handel sicher getrieben werden, ohne Erlaubnisderer, die von Malacca Herren sind r). Dieses war eine bekante Sache, ehe d'^Europäer einen Weg in diese Meere um das Vorgebürge der guten HofnU"ssfanden; die Kentnis davon trieb die Portugiesen an, sich desselben zu versichern,wol sie dabey mehr Schwierigkeiten fanden, als bey ihren Eroberungen. Daher kühltees auch, daß die Holländer eher nicht ruheten, als bis sie diesen Platz hatten: unddeswegen sind sie auf die Erhaltung desselben so wachsam und eifersüchtig. Sie wisse"/daß, wenn ein Krieg entstehen solte, die Wichtigkeit dieses Platzes gleich in die Äuge"fallen müsse; sie wissen auch gar wohl, daß die Wissenschaft, so die europäische"^,
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