45r XM. Buch. Historie der ostindischeu Handluttgsgeselschaften.
Bevesttgungen angeleget haben. Indes stellet die Compagnie in dieser Gegend von IU-dien nichts geringes vor. Denn ausser lTfegaparan, welches auf der äussersten süd-liehen Spitze von Loromandel lieget, und dem Fort Geldern, wo der Direkter residi-ret, haben sie noch Factoreien zu Guenepamam, Sadresparnam, LNalisprrt-nam, pelrcol, Dacskorom, Benlispatnam, lTlagernaury, und Golconda.Der ganze Umfang der Küste von Negaparan bis nach NIasuKparan mag wol ein-hundert englänvische Meilen betragen. Der holländische Director hat einen Rathzur Seite, und wenn er sein Amr rühmlich verwaltet, so wird er gemeiniglich in we-nig Jahren unter die Staatsräthe von Indien aufgenommen. Es ist gewis eine wei-se Einrichtung bey den Geschäften der Compagnie, daß die Ehre und der Rang einesindianischen Staatsraths, ob gleich nicht soviel Einnahme und Vortheil dabey ist, als einDirector oder Gouverneur hat, von solchen gesuchet wird, die bereits einträglichereBedienungen gehabt haben. Denn es ist gar nichts ungewöhnliches, daß ein Gou-verneur in Indten in wenig Jahren einen Reichthum erwerben kan, der anfänglich oel"Capital der ostmdischen Compagnie gleich ist, das ist, siebenthalb Millionen Gulden,welches über eine halbe Mtllion Pfund Sterling ist c). Die Herren Dtshoek, Heil-ina»!, Swaardekroon, parrras und VanCloon haben in den letztem Zeiten au!-serordentliche Reichthümer erworben. Es gibt auch Bedienungen zu Latarsta, diejö einträglich sind, daß die vornehmsten Kaufleute, wenn sie dieselben erlanget haben,zuweilen die Würde eines indianischen Staatsraches verbitten, weil, so prächtig auchdie damit verbundene Ehre ist, die Vortheile nur gar sehr gerurge gegen solche ergiebig^Bedienungen sind. Dergleichen ist das Amt eines Sdabander oder Oberzolinstc-ctors, das Amt eines SeesiscalS und eines Drostärd auf dem platten Lande; welcheinsgesamt ganz erstaunliche Summen abwerfen o). Als ehedem das Land CoromaU-de! noch in verschiedene kleine Herrschaften abgetheilet war, so legten diese kleinen Für-sten und Oberhäupter so harte Zölle auf und bcfchwereren den Handel so stark, daß csden Holländer» sehr lastbar siel; nach dein Kriege von Golkonda aber, der der Com-pagnie sehr viel Geld gekostet, sich aber auch zu ihrem Vortheil geendiget, wurden die-se Herren beugsamer, als sie vorher gewesen. Jetzo stehen die Könige vonund LJarsinga, die die mächtigsten von Loromandel sind, in ganz gutem Vernehme"mit den Holländern und andern Europäern M). Der vornehmste Handel auf diestk
t) I-Lxpeäiiisn As krois Vaillssux kam. 2. p. K) VAc. Graaf Vsyszs p.zoo.zvk-
M) Dem glücklichen Beschlus des Krieges zuFolge, dessen im Text gedacht worden, wurdendie -Holländer nicht nur von allen Beschwerden,denen ihr Wandel bisher unterworfen gewesen,wie auch von dem Ehrgertz, Ungerechtigkeit undEigensinn des Königs von EoikonSa befreiet;sondern sie erhielten auch einig,- siarnche Privile-gia, in deren Genus sie noch jetzo sind, obgleichdas Land jeho uncer der Oberherrschaft des gros-sen Mogul ssehet. Das erste darunter ist, daßkeinem Kauf und Handelsmann unser den Lan.beseinwohnern, mir denen ihre Bedienten Verr
kehr habe», seine Güther unter keinerlei) Vorw^ 'de mit Arrest beleget werden dürfen, bis erst 0Schulden der Compagnie bezahlet worde». " 'ner die Weber, Mahler und andere Maimf"^ 'arbeitet', die von der Compagnie gebrauchet n> 'den, dürfen zu keiner andern Arbeit geznaE^werden, bis sie ihrem geschlossenen ContraNGenügen geleistet. Endlich hat die Eompagdie Freiheit, Mäkler nach eigener Delle ^nicht aber der Regierung oder der Rajaheh ^zu aebrarichcn; und ausserdem sind sie, weeandere europäische Nationen, völlig frey vo" ^