454 Xlil. Bttch. Histsrie der ostmdischen Handlungsgeselschaften.
hauptsächlich mit dem Diamanthandel, der sehr mislich ist. Denn einige erwerbensich mit einem kleinen Capital ein unermesliches Vermögen; andere aber verschwenden auchgrosse Summen, ohne dabey zu etwas kostbaren Steinen zu gelangen. Denn sie erkau-fen sich bey den Diamantgrüften einige Ruthen ins Gevierte um einen gewissen Preis,und bezahlen die Sclaven, die in der Erde graben und sichten, und nehmen die Steinean sich, die in demselben Raum gefunden werden, die zuweilen von grossem Werthe sind,zuweilen aber sind sie so klein und der Anzahl nach so wenig, daß sie kaum auf ihre attge-wendeten Kosten kommen '). Andere mohrische Kaufleute treiben dagegen einen ausländi-schen Handel; und da der Grosmsgul ein sehr gelinder Regent ist, so gelangen aucheinige zu einem erstaunlichen Reichthum, und treiben,ein solches Commercium, als mal»in Europa kaum glauben mag. Gegen das Jahr 1722 starb zu Surat ein mohrischetKaufman, der jährlich zwanzig Schiffe von z oo bis zu 800 Tonnen Last auslaufen lies, undderen Ladung zehen bis zwanzigtausend Pfund Sterling betrug, wobey er allezeit in si^nen Magazinen eben so viel Vorrath behielt, als er auf die Schiffe laden und auswerteverhandeln lies k). Die Zölle zu Surat werfen jährlich gegen hundert und sechzigtaU-send Pfund Sterling ab; und da die dasigen Kaufleute durch die Bank drey vom Hun-dert, entrichten, so beläuft sich der Werth der eingehenden Güther jährlich auf fünf Mil-lionen. Es ist zu bemerken, daß in diesem Hafen, wie fast in allen Staaten desGrosmoguls geschiehet, die Europäer gegen Gold und Silber handeln, womit siedie Waaren am wohlfeilesten erkaufen können. Davon haben nun die Holländer,die sich hier im Jahr 1616 niedergelassen, einen grossen Vortheil. Denn sie bringtstatt geprägten oder zusammengeschmolzenen Silbers und Goldes, feines Silber ausJapan, welches einen höhern Werth hat: und da die Indianer meistens das kostbar-ste Metal verarbeiten, so bekommen sie von ihnen sehr schönes Silberservice, kostbareBrocade, Gold- und Silberstoffe, wovon vieles in ihrem eigenen Lande gearbeitet worden,und davon nicht wenig nach persren und in andere Länder vertrieben wird; so, daß diegemeine Meinung, als ob sie das Silber samleten und vergrüben, nicht alzuwohl gegrü^det ist l) N).
§. 261-
i) railcellansr Quriok vol.p. 242 . kl HamiltSI, tMory ot tli- Lall Inöies vol.p>
l) Riltoire lles In-ies vnl. 2 . p. 46 . Hamilton äceounc ot rke Lall Inäies vol 1 . p. 14 '-.
N) Es wird in einigen Neisebeschreibungen, diein gutem Ansehen stehen, ausdrücklich versichert,daß die europäischen Fackoreien zu Surat sehr starkund wohl bevestiget wären, sonderlich die Facw-rey der -Holländer; welches sich doch nicht soverhält. Will der Leser wissen, wie dieses gesche-hen können, da es doch eine Sache betrift, dar-in ein Augenzeuge schwerlich betrogen werden kan;so hat er nur zu seiner Beruhigung zu merken,daß verschiedene von diesen Schriftstellern, selbsteinige von Ansehen nicht ausgenommen, um ihreBücher vvlständig zu machen, Orte, wo sie niegewesen, aus den besten Nachrichten, die sie be-kommen können, beschreiben; und indem sie die-selben von Personen erhalten, die sich nicht deut-
lich genug ausgedrucket, manchen Fehler mitkerlaufen lassen. Die-Holländer liessen sich b'.ssim Zahr -6-6 nieder, und ihre Factorep >>-nichts anders als ein grosses Haus mitten i»Stadt, ziemlich weit von dem Flus; und es >!dieselbe nicht nur nicht bevestiget, sonderndazu baufällig, nicht wegen Nachläßigke't °Compagnie und ihrer Bedienten, sondern rve» >keine Erlaubnis dazu vom Mogul erha^können; als dessen Minister die Holländer >scheelem Augen ansehen, als die ander» ^ropäer 61). Wenn ihre Schiffe auf der Slrse vor Surat ankommen, so werden ihre (su«)ans Land gebracht, und unter ein grossesam Fus des CastelS und unter dem Lomm
61) OiÄionalrr a« Lsmmercs V» 1 - 2. col, 4s). 424,