Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
Seite
455
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5 . Hauptst. z. Abs. „Von dell Colonien der Holländer ln Indien. 455

§. 2Ür.

^ Die vierte und letzte Factorey, die unter einem Director stehet, ist die zu 4 .Sandar- 2lbasty, an der Küste von persren. Der Director hat einen Rath und ei-. Zu GamFiScal zum Beistände. Da diese Stadt am Golfo von Balföra lieget, und der '^uzige Hafen ist, den der persische Monarch auf dem indianischen Meer hat, so ist siezu weit von Batavia entfernet; und das ist eine Ursache, warum dieses DirektoriumUicht so gesuchet wird, als andere. Dazu komt aber noch eine wichtigere Ursache, weilÄnlich hier die Hitze grösser, als an andern Orten, und die Luft über die Maassen unge-sund ist. Zur Vergütung dieser Unbequemlichkeit hat der Director zu GambroonGelegenheit, in kurzer Zeit sehr reich zu werden; so daß einige, die bey dieser Direktiond>er bis fünf Jahr ausgehalten, ein solches Vermögen erworben, daß sie nicht nöthiggehabt, sich durch Handelschaft was mehreres zu erwerben "'). Ausser den Hollän-dern haben sich hier noch einige andere europäische Nationen niedergelassen; indes ha-ben die Holländer die beste Factorey und haben sie dergestalt bevestiget, daß, obwslHochländer in ihrer Nachbarschaft, die ein tolkühner und barbarischer Räuberhau-stn sind, dieselbe öfters überfallen, sie dennoch derselben sich nie bemächtigen können. Die-le Stadt ist ein sehr unangenehmer Aufenthalt, indem die Hitze im Monat August ganzUnerträglich, und im Winter die Kalte so gros ist, daß man nicht nur englandisch Tuchträgt, sondern es auch mit Pelz füttert »). Man hat hier schwarz Zuchtvieh, Schafe,

Ziegen, Flügelwerk, und Fische, die sehr gut in ihrer Art und ziemlich wohlfeil sind.

Trauben, Melonen und Mangoes sind ganz ausnehmend schön, und der Wein wirddon den besten Kennern dem Wein in allen andern Ländern vorgezogen. Zum ErweisMn wird angeführet, daß er viermal mehr Wasser vertrage, und doch einen sehr star,

M Geruch behalte. An den Zerrüttungen, die nun so viele Jahre hinter einander ge-^rrschet, haben alle Handlung treibende Nationen ihren Antheil geha*°-, und unterDenselben auch die Holländer; wir können auch nicht sagen, in was für einem Zustan-^ sich ihre Sachen gegenwärtig in diesem Reiche befinden 2).

H. 262.

»») VMonaire äs Lummercs com. 2. cvl. 709.710.äies vol. 1. p. 9.1.95-

Kanonen dieser Vestung gestellet, nebst einerane» Wache von den Soldaten der Compagnie,

, be auch liegen bleiben, so lange die gute Wit-krung dauert; vor dem Ende derselben wirdA Moste Theil verkauft und versendet, und dasAM wird, wenn die nasse Witterung einfält,

")re Magazine gebracht, die gar nicht grosA' Die drey Hauptartikel, damit sie handeln,i?, Specerey, Zucker und Elephantenzähne, mitTuchen sie, sonderlich aber mit den letzten, einenfein ^unlichen Verdienst haben, indem dak-El-k A'n nwgenb vortheilhafter verhandelt werdenkrb. verkaufen auch Kupfer, Zinn. Schild-tw "'""schein, Kampfer, Zinober und alle Ar-tzi,A"opäischer Leinwand. Dagegen nehmen sieandere Waaren von ihnen an, die wir, we-

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gen Mangel deS Raums, nicht hicher sehen kön-nen. Daher bemerken wir nur noch, daß siegrosse Lasten gemünztes Silber von hier mit sichnehme», nemlich Rupien, dafür sie in BengalWaaren und rohe Diamanten ankaufe». Vonihrer Factorey zu Gnrat hangen die Niederla-gen ab, die sie Amadabad und an einigenandern Orten in den Staaten des Moguls ha-ben 62).

O) Ohnerachtet die Holländer den Handel in'persien später zu treiben angefangen, als die En-geländer, so haben sie doch durch ihren «»ermüde-ten Fleis und ausserordenrliche Geschicklichkeit, diesie in Betreibung ihrer Handlungsangclegenheitenbesitzen, gar bald einen grossen Antheil an diesemHandel bekommen, den sie auch beständig verbes-

, ^ fern.

Usmoires sur 1e Lonuner?« äes Hollanäoir P.sc8.209. Dvingkon ts §ur»r.