5. Hauptst. 2. Abs. Von den Colom'en der Holländer in Indien. 457
ien in die Breite. Das Clima ist zwar sehr warm, aber auch sehr gesund, und der Bo-den ist fruchtbar an Reis, Obst und allen Arten von Kräutern. Es wird dieses Landin eine Menge kleiner Herrschaften abgetheilet, worunter folgende den Titel eines Kö-nigreichs führen; nemlich Cananor, Lalecut, Cranganor, Louchin, Lalicou-lang, porca, Loulang, und Travankor p). Da nun die Hauptniederlage derHolländer in der Stadt Louchin ist, wo der Commendant residiret; so wollen wirdieses kleine Königreich etwas näher beschreiben. Es erstreckt sich von Lhitwa gegenvier und zwanzig Meilen südwerts, und wird an der Küste durch die Bache, die vondem Gebirge Garri herabfallen, in eine Menge kleiner Inseln vertheilet, und dieseFlüsse haben zwo Mündungen oder Ausflüsse, deren eine zu Louchin, die andere zuTranganor ist. An den ersten von diesen Ausflüssen baueten die Portugiesen einehübsche Stadt an die Seite des Flusses, ohngefehr drey Meilen vorn Meeer; da aberdie See jährlich vorn vesten lande was wegschwemmet, so ist sie jeho nicht über hundertSchritte davon, welches sie durch die Natur bevestiget, wiewol auch die Kunst an ihrerBevestignng nichts vergessen hat. Die von den Portugiesen angelegte Stadt waranderthalb Meilen lang und eine Meile breit. Die -Holländer eroberten sie ums Jahr1662, als Heil-iofvan Ghonz der General ihrer Land-- und Seemacht war, und derKönig von Louchm half ihin mit 22000 Mann «>). Kaum hatten die Holländer denOrt belagert, als van Ghonz Nachricht von dem zwischen Portugal und Hollandgeschlossenen Frieden erhielt; er lies sich aber nichts davon merken. Er lies auf derschwächsten Seite der Mauer Bresche schießen, und die Stadt acht Tage und Nächtehinter einander unablässig bestürmen, wobey seine Leute alle drey Stunden abgelösetworden. Da nun die Portugiesen die ihrigen binnen dieser Zeit beständig braucheten,und sie wohl merketen, daß die Stadt endlich durch Sturm erobert werden möchte, soübergaben sie den Ort. In der Stadt waren vierhundert Topasien, die gute DiensteGleistet hatten, die aber nicht mit iin Tractat begriffen waren. Da ihnen nun dieWildheit und Grausamkeit der holländischen Soldaten bekant war, so traten sie an dem>hor, durch welches die porrugesen ausziehen, die Holländer aber einziehen sollen»is Gewehr, und schwuren, daß, wo ihnen nicht mit den Portugiesen gleiches Tracta-^nt widerführe, sie dieselben alle massacriren und die Stadt in Brand stecken wolten.
holländische General kante sein Interesse viel zu gut, als daß er ihnen das hätte^schlagen sollen, was sie begehrcten, und er erbot sich überdis, diejenigen anzunehmen,^ Lust hätten in holländischen Sold zu treten; welchen Antrag auch manche von ihnen^Nahmen. Gleich den Tag darauf kam eine Fregatte von Goa, und überbrachte die^wdensartikel; und als sich die Portugiesen laut über des Generals unredliches Ver-'^hren beschwereten, so wurde ihnen zur Antwort gegeben, daß die Portugiesen sichi " st gegen die Holländer verhalten hätten, als sie vor wenig Jahren Fernambuco1 ? Ärasilien weggenommen r). Die Engländer hatten damals eine Factorey zufächln; die Holländer aber befahlen denselben, daß sie sich mit ihren Effecten nachwenden solten: welches sie auch thaten. Die Holländer, denen der Ort zuvorkam, machten ihn um einen Zehentheil kleiner, als er vorher war. Er ist ohn-
gefehr
r) DiAonzirs se Lomrnrvce com. r. col. 781 78 - 1 - 785 - g) Aaimlwn ot lbr
Insie; vol.;rz. k) Nkllhas, ZZS.
2.V).rö.TH. N-H. 8.TH. Mmm