458 xm. V ach. Historie der ostindifchen Handlungsgeselschaften.
gefehr sechshundert Schritte lang und zweihundert breit; er ist mit sieben grossen Ba-stionen bevestiget, und die Brustwehren sind so dick, daß zwo Reihen großer Bäume auf demselben gepsianzct sind, um darunter, wenn es heis ist, den Schatten zu genießen. Ei-nige von den Portugiesen angelegte Straffen stehen noch, nebst einer Kirche zum Ge-brauch für die -Holländer, und einer Cathedralkirchs, daraus aber ein Waarenlager ge-macher worden. Das Haus des Commendanten, ein vortrcfliches Gebäude, ist daseinzige, das nach holländischer Manier angeleget worden, und der Flus berühret einenTheil der Mauren desselben. Ihre Fahnenstange stehet auf dem Thurm der alten Ea-thedralkirche auf einem Mastbaum, der fünf und siebenzig Fus hoch ist, so daß die Flag-ge über sieben Meilen weit gesehen werden lau. Die Garnison bestehet gemeiniglichaus dreihundert Mann, die allezeit volzahlig sind, und von hier aus bis zum Capo (L§-moritt werden in allen ihren Forts und Factoreien fünfhundert Soldaten und einhundertMatrosen, die Europäer sind, gehalten, ohne einige Topasten und die LandmiliH-Sie bekommen ihren Reis von Barsaloro, indem der malabarifche Reis sich nichtüber drey Monat hält, in den Hülsen aber ein Jahr. Das Land bringet eine großeMenge Pfeffer, der aber viel leichter ist, als der, so weiter nordwerts wächset. IhrHolz ist sehr dienlich zum Bauen; aus Angelica und Pawpeet aber verfertigen sie großeKasterr und Cabinete, die alle über die westlichen Küsten von Indien vertrieben werden.Sie haben auch Eisen im Ueberflus und Bienenwachs, welches ausgeführet werden darf.Das Meer liefert ihnen viel schöne Fische von verschiedenen Arten, welche sie nebst de-nen, die in ihrer» Flüssen gefangen werden, sehr wohlfeil machen s) P).
§. 26;»
s) L'Lxpeämon äs rroir V-u'sserux tom. r. p. k§o. 19k. Hamiltoit Account c>f lkis Lall IM« vo>- --l>. M. z;i.
P) Wir haben im vorhergehenden Abschnitdieses Kapitels gezeiget, wie die -Holländer ver-möge ihrer Eroberungen an der malabarischen Kü-ste den Handel mit Pfeffer und Cardamumen gros-sen Theils durch ausschliessende Traktaten mit denmeiste» der kleinen Fürsten an sich gebracht haben;auf welchem vortheichaften Fus dieses Lommerciumnoch fortdauert, und wodurch sie folglich auch vie-les gewinnen. Es ist wahr, daß zuweilen Ver-suche gemachet worden, ihr Joch abzuwerfen; siehaben aber bisher so wenig ausgerichtet, daß siees sich vielmehr nur schwerer dadurch gemachethabe». Der Samorin, der ein so mächtigerFürst war, als die Portugiesen zuerst an dieseKüste kamen, behielt den Anschein seiner Grösse,und was noch mehr war, seiner wirklichen Unab-hängigkeit, bis ums Jahr 1714, da er sich ineinen Krieg mit der holländischen Compagnie ein-lies. Sie hatten, wie es scheinet, angefangen,ein Fort zu Lhr'twa, an den Grenzen der Staa-ten des Samorin, anzulegen, welches er ohne
vorläufige Beschwerden oder Kriegserklärung über-fiel und die Besatzung heraustrieb; wodurch e>"Krieg verursachet wurde. Da nun die -Hollän-der in ihren verschiedenen Vestungen an dieserKüste ein Corps europäischer Truppen wenigstesvon tausend, und ausserdem noch eine ansehnlich-Seemacht hatten: so setzten sie den indianisch-"Monarchen in grosse Verlegenheit, und end!'"-nöthigten sie'ihn, einen Frieden zu schließe», ^für ihn sehr nachtheilig war. Den» er muste ^Fort, welches er kurz vor dem AuSbruch des K>n-ges demolirct, auf seine Kosten wiederlassen; er muste alle Kriegskosten tragen, die stauf eine grosse Summe beliefen; und wasdiesem Vergleich das allernachtheiligste war,wahrere er der holländischen Compagnie einenvon sieben vorn Hundert von allem Pfesßr, daus seinem Gebiete ausgefahren wurde, aufge Zeiten; so, daß er nun ja sowol ein Valvon ihnen.ist, als die übrigen Fürsten, ob tk wetwas gelinder tractiret wird üü).
6s) Hamilton Account ok cke Lall I»äi« vol. i. p. 715. 7>6. 717.