Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
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5 . Hauptst. z. Abf. Von den Colonlen der Holländer in Indien. 46z

kan dieser ihrer Eigenschaft aklcine gewissermassrn die Dauerhaftigkeit aller ihrer Einrich-tungen in Indien zugeschrieben werden S).

§. r66.

Der zweite, der den Titel eines Obersten führet, restdiret zu padattg an derKüste von Sumatra, die sonst die Goldküste heisset. Dieser Oberste hat einen Rath ZuUnd Fiscal zur Seite, wie die übrigen, und feine Bedienung wird gemeiniglich für sehrEinträglich gehalten. Sumatra ist ein sehr grosses und schönes Land, das durch dieMeerenge von Malacca von dem vesten Lande Asiens abgeschnitten wird, und es wirdUllt allem Rechte für eins der reichesten Lander in Indien gehalten. Den besten Nach»richten zu Folge hält es auf 400 engländisthe Meilen im Umfange. Der gröste undMächtigste Monarch in demselben ist der König von Achem, oder wie er in Indien ge»schrieben wird, Atcdeen c). Ehedem wurde es von einer Frau regieret, und die Kö»nigin Elisabeth» unterhielt eine genaue Correspondenz mit der Königin von Achem,die zu ihrer Zeit regierte. Es ist nicht viel über vierzig Jahr, seit dem die Regierungin die Hände eines Mannes gekommen, und es sind verschiedene Versuche gcmachetWorden, die alte Verfassung wieder einzuführen, unter welcher das Volk glücklicherwar, als irgend eins der benachbarten Völker. Bis auf den heutigen Tag ist es einFreihafen, dahin Engländer, Holländer, Portugiesen, Lhinestr, und kurz, alleNationen aus Europa und Asien sicher handeln können. Die Güther, so hieher ge»bracht werden, sind hauptsächlich reiche Brocade, Seide, allerhand Arten von Nessel»tuch, rohe Seide, Fische, Butter, Oehl und Ammumtion, welches ihnen hauptsäch»

Ah mit Golde bezahlet wird, welches die Hauptwaare des Landes und von vorzüglicherGüte ist. Das Land ist bergigt, welches aber für keine grosse Unbequemlichkeit gehabwn wird, indem meist alle diese Hügel mit Gold, Silber, Bley und andern Metallen^hgefüllet sind, wie denn auch die Compagnie einige Goldgrüfte besitzet, die sehr ergie-big sind, und man gibt sich viele Mühe, die Einkünfte davon wohl zu verwahren undAn Ertrag andern nicht wissen zu lassen. Es wird auch viel Goldstaub in den kleinenZachen dieses Landes gefunden, sonderlich so lange die Westwinde regieren, weil als-dann

r) Mmoir« für le Lommerce äer UoIIiM>!oiS p. LOS.

, Ohnerachtet die Compagnie geringen LewW Mancherley Privilegia gewahret, um sie da-?Nch zu bewegen, in Indien beständig zu blei-und sich niederzulassen, sonderlich auf den Jn-rin Amboyna, Banda und den moluckischen^seli,; haben sie doch eine ganz andere Ma-.^e in Ansehung derer, die zu den obersten Asm-in jhx^ Dienste gelanget, und ein anschnli-Vermögen erworben haben, als welchen siesolche Schwierigkeiten in den Weg legen,sie dadurch bewogen ryerderr, wieder uachHau-«- W reisen. Dieses nun, nebst der natürlichenbeb , ^ -Holländer gegen ihr Vaterland bei-ibr .' und dem Verlangen, in Europa mitzy EM iu Indien erworbenen Reichthum Staatkej..?chen, ist eine Sache von grosser Wichtig-» mdem beides sehr viel beitraget, daß in In-

dien alles ruhig bleibet, welches so leicht nichtseyn würde, wenn auf einer jeglichen Niederlagereiche und mächtige Familien wären; zugleichwerden dadurch jährlich in die vereinigten Pro-vinzen unermesliche Summen eingeführet, da-von viele Summen in Indien würden verzehretwerden, wie sie darin erworben worden, wennihre Besitzer sich die Bequemlichkeit, Unabhän-gigkeit und Sicherheit versprechen könten, die sichein jeglicher wünschet, der, nachdem er viele Iah-te hinter einander Gefahr und Beschwerlichkeitausgestanden, endlich zum Herrn eines grossenVermögens geworden. Ein entgegenstehendesVerhalten würde zwar ihre Colomen blühendermachen, allein die Vortheile, die ihrem Vaterlandszufließen, würden alsdenn so gr»s nicht seyn.

r.

Sumatra.