Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
Seite
478
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Neue einrichtung der com-pagnie zu ihrer eigenen stchocheit.

47g xm. Buch. Historie der ostindischeu Handlllngsgeselschaften.

rieten ihnen bey dieser Gelegenheit sehr fein. Sie sagten ihnen: es wäre ihnen garwohl bekcmt, daß dieses was beschwerliches wäre; sie gaben ihnen zu verstehen, daß soll"ches gar nicht auS einem Mistrauen oder Verachtung gegen sie herrühre, sondern daßsie nur dadurch die Einschränkung rechtfertigen wollen, darunter die Lhmeser gcsetzetworden, deren Punken alle Jahre an der Zahl grösser geworden; und da sich unter den-selben öfters Tatarn gefunden hätten, so hatten sie nicht umhin gekont, den Verdachtwider sie zu fassen, daß sie etwas anders als blos Geld zu verdienen suchten; weil sienun besorget, daß das Uebel auf sie kommen möchte, welchem jene zu entgehen gesuchestso hätten sie sich genöthiget gesehen, die Holländer fowol als die Lhmeser einzuschrän-ken S), damit die letztem desto weniger Ursache haben möchten, sich zu beschweren b).

§. 274.

, Sie versprachen nicht weniger, daß diese Einrichtung genau und pünctlich be-

obachtet werden solle, so, daß man die Holländer wenig beunruhigen würde; undman sagt, daß die Iapanejer ihr Wort völlig gehalten hätten. Denn wenn man-ihre besondern Gewohnheiten und den Eifer, mit welchem sie darüber halten, au^nimt, so ist wol keine Nation in der Welt gerechter, vernünftiger und gegen dieAusländer höflicher. Die Holländer bedieneten sich dieses politischen Streiches, derihnen in Japan gcspielet worden, eine neue Einrichtung ihrer Angelegenheiten zu ma-chen; und diese fasteten sie sehr weislich ab. Sie wissen gar wohl, daß sich die Leute

nicht

g) Liewoires sur Is Lvmmerce äss Nollanäois, y. 199.

F) Was für schlaue und listige Köpfe die japa-nischen Minister sind, das ersiehet man ganzdeutlich aus der Antwort, damit sie die holländi-schen Compagnieobersten abgefertiget, wenn siemuthige Vorstellungen gethan , daß diese Ein-schränkungen des Handels aufgehoben werden möch-ten. „Warum, sagten die japanischen Mini-ster zu ihnen, »bittet ihr euch dieses als eine„Gnade aus? Ihr sehet ja, daß euch alle Jahre„ein guter Theil von euren Waaren auf dem Hai-„se bleibet, und ihr beklagt euch ja, daß ihr an„dem, was ihr verkaufet, nichts verdienet. Wenn„nun das, was ihr eure Privilcgia nennet, wie-„der hergestellet würde, ss würde dabey weiter„nichts herauskommen, als daß eure Waarenla-ger angefüllet, der Preis der Waaren vermin-dert werden würde, ihr aber bey einem kleine»„Gewinn eine so beschwerliche und gefährliche Nei-„se zu übernehmen genöthiget seyn würdet. Wenn„wir euch daher diese Privilcgia nicht wieder cin-„ränmen, so ist solches kein Merkmal weder von„einer Verachtung noch von einem Misfallen,„vielmehr zeuget es gerade vom Gegentheil; mir»wollen nicht gerne, daß ihr durch euren Ver-lust verdrieslick qemacket, und zu dem Entschlus„gebracht werden sottet, diesen Handel ganz und

„gar liegen zu lassen.,, Die -Holländer hattt»leichtlich antworten können, deß sie so schon ihr«Erlaubnis überschritten hätten, daß die im Wa-renlager befindlichen Güther zum Schleichhali^gebrauchet würden, und daß sie leichtlich Mümfinden kanten, noch zwey bis dreimal grössere LadB-gen, als jeho gesendet würden, unterzubringenDa aber dieses Dinge waren, davon sie nichtsst/gen dursten, ob sie wol den japanischen Ma-stern nicht unbckant seyn mochten: so moste» stdurch ihr Stilschweigen zugeben, daß die jap>"stschen Gründe »nbeantwortlich wären. Das g»"-ze Geheimnis davon ist dieses : daß die Negier"^zu Japan eine Neigung hat, ihren Unterst»«^'bey einem auswertlgcnCvmmercio nachzusehen-'"weit als es mit ihrer eigenen Sicherheit bestst^kcm; daß -sie aber auch wohl begreifen, daß bistnicht geschehen könne, wenn die HollandsHvon ausgeschlossen werden, wegen der grosse» st /macht der Compagnie, die sie in den Seand /het, alle Gemeinschaft zwischen Japanna zu hindern; und daß, wenn ihnen der stAntheil am Handel gelassen wird, solches him» '

lieh sey, die Absichten der japanischen Nester -

zu erfülle», und zu hindern, daß nicht diefersten Mittel ergriffen werden 9?).

j-4) Dr- Garem küLmoires. 9;) kl-mvire clu fayo» p. 15z.