Residenzen
der-Holländer.
I.
Zu Cheribon.
4F0 Xiil. Buch. Historie der ostindischen Handlungsgesellschasteu.
§. 275.^
Wir kommen nun zu der niedrigsten Classe der Compagniebedienten ^ die inheN Niederlagen der Holländer das oberste Commaudo führen; und von diesen habenwir nur drey; welche, ob sie wol keinen höher» Titel führen, als daß sie Residentenheißen, welchen Titel auch alle diejenigen haben, die in ihren Factoreien die Direktionführen, so sind sie doch unabhängig, indeni sie von dem General und Rath zu BaravickgeseHet werden, und zu demselben sich wenden müssen, ohne von irgend einem andernGouverneur, Dircctor, oder Obersten abhängig zu seyn k). Der erste von diesen,inde?penten Residenten hat seine Wohnung in der Factorey zu Lherrbon, an der Küstö vonJava, ohngefchr acht und vierzig Meilen von BataVia/ wo die Compagnie einen sei/vortheilhaftcn Handel mit Coffee, Cardamumen, Indigo, Baumwolle u. f. w. treibet.Das Land ist so fruchtbar an Reis und andern Lebensmitteln, als irgend eins in der Wollseyn kam Es ist von gar ansehnlichem Umfang, und das Volk, so darin wohnet, st^het unter der Herrschaft vier grosser Herren, die ehedem pangerangcn, das ist, Füosten, jeßv aber Sultane oder Könige heißen, obwol ihre Autorität nicht mit ihrer"»reuen Titel erweitert worden. Unter denselben ist einer, der sonderlich der Compagnie
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k) I-'Lxpsllicivl» äe »rvls Vsllleaux tom. 2. p. no.
Namens Lansieis, der die Reise mit gethan,sich die Freiheit genommen, zum Herrn Speel-»nan, damaligem Generalbirector, zu sagen: Un-sere Leute haben in diesen» Jahr für sichselbst was ehrlickes in Japan verdienet,und ick sage nickt ;u viel, daß ihre La-dung mehr betragt, als Sie Ladung derLoMpagnie. Hierauf antwortete der Gene-raldirektor in einem sehr unfreundlichen Ton:Schlingel, halt das'Maul! wer hat dickwegen des -Handels nack Japan gefraget tAllein, fähret unser Schriftsteller fort, manglaubte, daß Herr Ranfte,'s die Wahrheit.gere-det. Denn als die Gükhcr, die zum Privat-handel gehöreten, aus dem Schiffs, darin sie an-gekomme» waren, ausgeladen wurden, so gin-gen sie vierthalb Fus hoch über dem Wasser; wor-aus leicht zu ersehen, wie viel sie Platz eingenom-men haben müssen 96). Eben diejelbei» Schrift-steller melden, daß im Jahr »686 die Japane-fer in Absicht auf dus Betragen dieser Privat-händler, eine unglückliche Entdeckung gemachct,der zu Folge neunzehen Dolmetscher und Mäklerihre Köpfe verloren, scchzehen aber wurden ihreBauche aufgerissen, und viere wurden lebendig
durste nebst einigen andern Zeit Lebens nicht wü-' der nach Japan kommen, und alle Güther, ^in» Waarenlager waren und den Privachäiidüchzugchöretcn, wurden consycirct. Zu gleicher A'erktqrete'sich die Regierung, daß sie diese Ver^'hung nicht der Compagnie zurechnete, wcs>ss'gen sie sich auch an ihrem Borrath nichtgrif 97). Ueberhaupt wird der Profit von de>"Privathandel, vorausgesetzt, daß er nicht grösi^ist, als er seyn solle, jährlich auf fünf uud ch^zigkanscnd Pfund Sterling gerechnet. Dam"st"Hälfte davon dein Gouverneur und Nach zutavia zufalt, so macht solches einen ansehnlich^Zusah zu ihrem Gehalt. Ist aber die Compagnie .,dein allen zu tadeln? denn aller Gewinst, ec eiE'he nun aus dem besondern oder pffentlichci»del, komt endlich in Holland, als in E'Mittelpunct, zusammen. Das Verlangen,Reichthümer hicher zu bringen, macht drejenM 'die sie erworben haben, willig, wieder hiehee erück zu reisen. Wem» daher alles zusainMss §nommen rvird, so ist die Compagnie gar n>o>)enlschuldigen, wenn sie, indem sie selbst ein ö ^Verlust übernimr, etwas zurr, Nutzen des Ss" ,
nen Vaterlandes beiträget. Durch eins e ^
an Kreutzpfähle genagelt. Diele waren lauter schränktere Administration könte vielleicht die"Nünuiiechi:: indes ainaen ibre bolländikchen Mit- vaani- mari aemin,,-», - „»Nii». also
Japaneser; indes gingen ihre holländischen Mit-gcnoffen nicht leer aus, indem zween Kaufleuteeine lange Gefangenschaft aushalten musten. HerrAndreas Meyer, der damals Oberster war.
„neu,als d'S
pagnie was mehreres gewinnen; alleinwürde da« Volk in -Holland weniger gew'und das Mittel würde folglich ärger sey".Krankheit 98).
96) Nie. Graaf Voyexes sux IsZes OrisntLtes P.Z06.1 Uemoires ilu 7»pon. ^
Graaf Vovsxes aux laäes Orisncsles t>. zoy. ' ^8) Aj-, Garcii» dlewviret.