Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
Seite
485
JPEG-Download
 

z.Hauptst. z.Abs. Von den Colonier, der Holländer in Indien. 485

fahren gar nicht. Nach den Gebirgen zu aber, ohngcfehr zwanzig Meilen davon, ge«dtt selten ein Morgen vorbey, daß nicht ein massiger Gus herabfallen solte, dadurch dieThaler an Obst und Getreide, welches der dasigc Boden traget, überaus fruchtbar ge,Machet werden. Reis haben sie daselbst nicht, aber dcstomchr Gerste und Weihen.Seit dem der Immaum Mooda zum vornehmsten Hafen seiner Staaten und zu ei»Nein Freihafen gemacher, so ist ein grosser Handelsplah daraus geworden. Denn ausserder holländischen Factorey, und einer andern, die der englandischen ostindischen Compa«Snie zugch'oret, handeln sie auch mit den Portugiesen, Banyanen und Mohren, und^ kommen auch Schiffe von Bajjora, aus perfren und Muscar in Arabta perräaDas Land selbst bringt wenig kostbare Waaren, ausser Coffee und etwas Spcccrey,Myrrhen, Olibanum oder Rauchwerk vvn Lossin, wie auch Aloe soccotrina, von Soc-^tra, flüssigen Storax, weissen und gelben Arsenicum, etwas arabischen Gummi unddlummy, nebst etwas Balsam von Gilead, der übers rothe Mleer gebracht wird ") ^).

Ppp Z H. 279.

II) Dvingkon Vv>'aze ro Lursr p. qso qüi. ^amilkon ^ceounk ok tbe listt Inckes vol. I. p. qq.qx.

K) Das Commercium zu Moclia har grosseVeränderungen erlitten; denn diejenigen Schrift-steller sind geivis unrecht daran, weiche melden,daß es erst neuerlich gros geworden. Vielmehrwar ihr Commercium schon in der Mitte des vo-rige» Jahrhunderts ausgebreitet, gegen das Endedesselben aber litte es viel durch die Seeräubervon Madagaskar, daher die Kaufleute sich vonb» wegwendeten, und der Handel vertheilte sichH verschiedene Hafen im rothen Meer. Allein,^ einer Zeit von zwanzig Jahren bekamen dieZachen wieder eine andere Gestalt, und Moclia^»rde ansehnlicher als es jemals gewesen, und auf^rsus ist es seil der Zeit geblieben z). Einigedesondcre Umstände werden dem Leser nicht miö-Alig seyn, da sie sich zumal sehr gut zur Sache'chicken. Die zum Handel bequeme Jahreszeit^streckt sich vom May bis zum August; und binrdieser Zeit kommen selten weniger als ^o bis'ov Schiffe aus verschiedenen Gegenden der Weltals aus England, -Holland, Frankreich undAs'gen andern europaiscl en Ländern; ausGoa,?7'U, Labul, Goga, Lalicut, Athen, Masu-'pakan und nock eimerntereu asiatischenGegenden;

Melinda und einigen andernthivvffcyenGegcndeii. Las ist es aber noch nicht al-/' Denn der Handel zu Lande ist ebenfals gar an-glich, drey Wochen vorher angehet, ehe die^ 'ffe kommen, und einen Monat bis fünfWochen^brr dauert. Diner cnistehet aus zwoCarana-'"vvn Lleppo und Snc), die selten aus wenigerf!°ka»,c,-.d Cc,meelen bestehen, und welcher niemalsschalten wirb, wenn das baare Geld, so sie'dringe,,, sicb nickt auf r ooooo Stück von Ach-Z) Dvingkon Vvy-Ilie rn 8ue->r p.477.

Üri lnciez Oricn»!« vol Z. P. qo§.

teil in Silber, und auf 100000 Ducate» in Gol-de belauft; welches aber blos von dem zu verste-hen , was am Zoll angegeben wird, und wovondiejenigen, die die Schliche wissen, versichern,baß es kaum die Hälfte von dem sey, was auf die-sem Wege zufliesset. Die Earavancn bringen gros-se Lasten von Sammet, Atlas, Armoseen, Drap-dor, Cainelote, feine Leinwand, Safran, Queck-silber, Zinober und andere Waaren sowoi ausEuropa als aus der Levante 4). Die Ladungdes königlichen Schiffes von Suex, wie es ger-nennet wird, bestehet meist aus eben dergleichenWaaren, als die Caravauen mitbringen; gemei-niglich aber ist es reicher an Silber, indem esselten weniger als 40000 Stück von Achten amDvrd har; in Ansehung des Gvldeö aber verhältsichs anders, als wovon es selten über;ooooDucaten bey sich führet. Alles dieses bleibt zu-rück, indem sie dafür kaufen arabische Leinwand,Näuchwcrk, Myrrhen, grauen Amber und aller-hand Arten wohlriechender Sacken, Edelgcstcine,sonderlich aber Perlen und Coralle»» Aloe, Bal-sam, Cassta, Drachenblut, arabischen Gummiund andere Gewürze, ingleichen eine grosse Men-ge indianischer Waaren, die aus allen Gegendenund selbst aus Lhina und Japan hichcr gebrachtwerden. Dazu komt der Coffee, als ein sehr wich-tiger Artikel für diese Kaufleute, der für die euro-päischen Kaufleute der allerwichtigste ist, die eben-fals erstaunliche Summen baares Geld hieheebringen, unter welchen aber, wie man glaubet,die Holländer das wenigste liefern, wegen ihrerSpecercy und anderer Waaren, damit sie hier ei-ne» sehr vorkheilhaftcn Verkehr treibenq) Garxi n bleinoirer. ;) Gusou I Moire