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Anleitung zur Kenntniss des gestirnten Himmels / Johann Elert Bode
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664
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664 Dritte Abtheilung, vierter Abschnitt.

lich deswegen eine Welt schuf, um Geschöpfe glücklich zumachen? Wer erröthet nicht, von der Weisheit undGüte Gottes so niedrig zu denken? Aber, ist vielleicht dieBevölkerung aller Welten ein der Macht des Schöpfers über-schreitendes Werk? Wer wird diesen Gedanken wagenkönnen J

Wahr ist es freylich, dem kurzsichtigen Erdbürger kanndie Bewohnbarkeit des ganzen Universi nicht anders alsräthsclhaft seyn. Sein eingeschränkter Verstand ergrübelttausend thörichte Fragen über die Beschaffenheit und Bestimmmung aller dieser Einwohner, deren entscheidende Beant-wortung selbst der weiseste unter den Sterblichen nie wagenwird. Unterdessen ist es sehr gewöhnlich, sich von der Be-schaffenheit und den Bewohnern jener Welten mit der Erde«ine Achnlichkeit zu gedenken; gleich, als wenn der Ewigebeym Entwurf des Ganzen unsere Erde, diesen Punct, zumEbenmaaß hatte nehmen sollen. Allein, wie einfach wärenicht alsdann die Welt? Nein, meine Leser! wir wollendie Vcrgleichung unserer Erde mit ander» Weltkugeln, so#wol in Ansehung ihrer natürlichen Beschaffenheit, und selbstin ihren Bewohnern, nicht so weit treiben Wenn derUr*Heber der Natur hier auf unserer Erde in den kleinsten Din-gen so sehr abgewechselt hat; wenn nicht zwey Blätter einesBaums, wenn nicht zwey Sandkörner einander vollkommengleich sind; was will mau denn von zweyen Sonnensystemenerwarten? Durch welche große Abänderungen der Machtund Weisheit muß der Schöpfer nicht ganze Welten voneinander unterschieden haben? Die Klaßtfication der Dinge,welche für unsern Planeten gehört, ist vermuthlich in keinem

andern