Buch 
1 (1867) Der Produktionsprocess des Kapitals / Karl Marx ; herausgegeben von Friedrich Engels
Entstehung
Seite
132
JPEG-Download
 

132

Damit Jemand von seiner Arbeitskraft unterschied ne Waarenverkaufe, muss er natürlich Produktionsmittel besitzen, z. B. Roh-stoffe, Arbeitsinstrumente u. s. w. Er kann keine Stiefel machen ohneLeder. Er* bedarf ausserdem Lebensmittel. Niemand kann vonProdukten der Zukunft zehren, also auch nicht von Gebrauchswerthen,mit deren Produktion er noch nicht fertig, und wie am ersten Tag seinerErscheinung auf der Weltbühne muss der Mensch noch jeden Tag konsu-miren, bevor und während er produzirt. Werden die Produkte als Waa-ren produzirt, so müssen sie verkauft werden, nachdem sie produ-zirt sind und können die Bedürfnisse des Produzenten erst nach dem Ver-kauf befriedigen. Zur Produktionszeit kömmt die für denVerkauf nöthigeZeit hinzu.

Zur Verwandlung von Geld in Kapital muss der Geldbesitzer alsoden freien Arbeiter auf dem Waarenmarkt vorfinden, frei indem Doppelsinn, da3s er als freie Person über seine Arbeitskraft als seineWaare verfügt, dass er andrerseits andre Waaren nicht zu verkaufen hat,los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraftnöthigen Sachen.

Die Frage, warum dieser freie Arbeiter ihm in der Cirkulations-sphäre gegenübertritt, interessirt den Geldbesitzer nicht, der den Arbeits-markt als eine besondre Abtheilung des Waarenmarkts vorfindet. Undeinstweilen interessirt sie uns eben so wenig. Wir halten uns theoretischan die Thatsache, wie der Geldbesitzer praktisch. Eins jedoch ist klar.Die Natur produzirt nicht auf der einen Seite Geld- oder Waarenbesitzerund auf der andern blosse Besitzer der eignen Arbeitskräfte. Diess Ver-hältniss ist kein naturgeschichtliches und eben so wenig ein ge-sellschaftliches, das allen Geschichtsperioden gemein wäre. Esist offenbar selbst das Resultat einer vorhergegangnen historischen Ent-wicklung, das Produkt vieler ökonomischer Umwälzungen, des Untergangseiner ganzen Reihe älterer Formationen der gesellschaftlichen Pro-duktion.

Auch die ökonomischen Kategorieen, die wir früher betrachtet, tra-gen ihre geschichtliche Spur. Im Dasein des Produkts als Waare sindbestimmte historische Bedingungen eingehüllt. Um Waare zu werden,darf das Produkt nicht als unmittelbares Subsistenzmittelfür den Produzenten selbst produzirt werden. Hätten wir weiter geforscht: