Vorrede D. Baumgartens. 51
Begebercheiten der neuern Zeiten zunemen: je mehr mus in algemeinen Geschichtenderselben Inhalt nur auszugsweise geliefert, auch ein richtiges Verhältnis der ver.schiedenen Erheblichkeit und Merkwürdigkeit derselben beobachtet werden. WobeyVerkästem niemals zu verargen ist, wenn sie theils die einheimischen Geschichte ihresVaterlandes am ausfürlichsten vortragen; theils bey auswertigen Völkern sich sowolnach dem grösser» und geringern Vorrat nützlicher Nachrichten, deren Gebrauch ih-nen möglich gewesen, als auck nach dem Verhältnis richten, darin solche Völker undgemeine Wesen mit ihrem Vaterlande , auch andern benachbarten Reichen stehen,und nach dem Einflus, den dieselben in die erheblichsten Händel und Verfassungenjetziger Zeiten haben. Daher in dergleichen Werke keine volstandige Geschichte einze-ler Städte und berümten Häuser, ja nicht einmal aller zum teutschen Reich gehö-rigen kleinsten Landesherschaften erwartet werden dürfte, wenn es gleich mDeutschland ausgefertiget würde; auch demselben nicht zum Nachtheil gereichen,ober zur Last geleger werden kan, daß es ansfürlichere Geschichtsbücher besondererTheile der auswertigen Völkergeschichre gebe, woraus sich jederman, dem an weit-läufigeren Nachrichten gelegen ist, Raths erholen kan, und solchen unvermeidlichenwahren oder eingebildeten Mangel der algemeinen Geschichte ersetzen kan. Welchessich in teutschen Geschickten bey uns eher wird thun lassen, wenn dieselben auchkürzer abgehandelt werden sotten, als bey entfernter» und auswertigen. Indessenist, aller warscheinlichen Mutmaßung nach, zu hoffen, daß die Verfasser bey Ab-handlung der neusten Zeiten von ihrem bisherigen Verhalten nicht abgehen, folglichjedes Volks einheimische Nachrichten auswertigen vorziehen, auch das teutscheReich und die dazu gehörigen Länder so vieler Aufmerksamkeit würdigen werben, alsderselben nicht nur weiter Umfang und Ansenlichkert, sondern auch unleugbarer Ein-stus m alle europäische Reiche, erfordert: zumal da die Kentnis von Deutsch-land seit der Thronfolge teutscher Könige in England daselbst notwendig ge-meiner, wenigstens angelegentlicher und leichter werden müssen, als sie wol vorherLiesen, oder sonst seyn würde. Wenn aber auch endlich in einem so grossenWerke ein und anderer Theil den übrigen an Weitläufigkeit oder Güte etwasnachgeben solle: würde es die gesamte Arbeit noch nicht verwerflich machen; indem
solches aus ungewönlicher Güte einer glücklichen Ausarbeitung der übrigen herrü-ren konte.
, Den fünften Vorwurf macht mancher dieser algemeinen Historie , ohne siegeprüft zu haben, blos weil sie von Engländern geschrieben worden, die bey ihmin dem Verdacht der Verfertigung freier'und anstößiger Schriften stehen. WelcherVerdacht doch nicht nur überhaupt zu wert gehet, wenn er zum algememen Vorur-theil werden sol; wodurch wir vieler der bestell Schriften und gründlichsten Wider-legungen seltsamer Meinungen und gefärlicden Jrrümer verlustig gehen würden, bar-em England eine weit grössere Anzal auszuweisen hat, als verwegener Schriftstel-ler r sondern auch bey dieser Arbeit übertrieben, ja ungegründet ist. In Geschichtbu-
g z ehern