Band 
Erster Theil.
Seite
60
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60 Vottede der Verfasser.

ungereimt, ohne Zusammenhang und mit Widerspruch erfüllet; da hingegen die mssai- ^sche Erzalung, wenn sie recht verstanden wird, alle Kenzeichen der Richtigkeit und War- ;

scheinlichkeit mit sich füret, wenn man gleich das gütliche Ansehen beiseite setzt, und sie nur ;

als eine menschliche Schrift betrachtet. Nachdem wir nun die Erde durch die verschiede- (

nen Stufen ihrer Bildung begleitet, und gesehen haben, wie sie vollendet, mit Bäumen und (

Pflanzen bekleidet, mit Thieren erfüllet, und wie zuletzt der Mensch, vor welchen solches ^

alles bestimmet gewesen, und dem ihr Schöpfer die Herschaft derselben ausdrücklich gege- (

ben, eingefüret und in dieselbe gesetzt worden: so melden wir etwas von der Meinung derje- t

nigen, die da behaupten, es habe vor dem Adam schon Menschen gegeben, den sie blos vor h

den Stamvater der Juden halten. Wir berüren daraus verschiedene Untersuchungen,die von der Zeit und dem Theil des Jahres, in welchem die Schöpfung geschehen, von dem fl

Orte, wo Adam erschaffen worden u. s. w. gemacht sind, und beschließen die Einleitung mit I

einiger Nachricht von der Erschaffung der Engel, von der Natur, Macht, Verrichtungen, 6

und anderen Umstanden dieser geistlichen Wesen, die sich mit den Handeln der Menschen h,

so besonders beschäftiget haben, wenigstens in den ersten Zeiten der Welt. Hoffentlich ^

wird man nicht dafür halten, daß die Einleitung von unschicklicher Lange sey; indem sich di

ein so fruchtbarer Vorwurf, als der Ursprung der Welt und des menschlichen Geschlechts di

ist , nicht füglich in einen engern Raum bringen lassen. Sollen ja einige kleine Dunkel- <z

hellen der Widersprüche vorkommen, wo wir die Meinungen der alten Weltweisen vorge- ch

tragen oder erleutert haben: so haben wir nicht nötig, uns bey denjenigen viel zu entschuldi- so

gen, die da wissen, in welcher Ungewishejt und Verwirrung die Geschichte solcher Welt- U

weisen und ihrer Meinungen von den Alten hinterlassen worden. ^

Von der Schöpfung der Welt, oder der Bildung der Erde und der Dinge, so zumGebrauch des Menschen gemacht worden, gehen wir zu der algcmeinen Geschichte der Welt scl

bis auf die Sündflut fort: jedoch setzen wir verschiedene merkwürdige Untersuchungen vor- vc

an, von der Lage des Gartens Eden, dem Stande der Unschuld und der Dauer dcssel- m

ben, den beiden Bäumen, dem Verbot, so unsern ersten Eltern geschehen, dem Versucher di

und dessen Strafe, dem Fal des Menschen, und den Wirkungen, so daraus in der mensch- kei

liehen Natur und an der Erde erfolget sind, nebst den verschiedenen Meinungen von der sil

Art und Weise, wie die Veränderung in der Beschaffenheit des Menschen und der Erde h>

bewerkstelliget worden. Wir haben auch nötig gefunden, die Zeitrechnung von der Schö- de

pfung bis auf die Sündflut fest zu setzen, ehe wir die Weltgeschichte vor der Sündflut vor V

die Hand genommen. Da Mosts von keiner Begebenheit vor der Sündflut die besondere bl

Zeit vermeldet, die blossen Jahre der Erzväter ausgenommen: so bestehet alles, was wir in ve

diesem Zeitbegrif thun können, darin, daß wir dieses Stück genau bestimmen; welches sehr eir

leicht wurde gewesen seyn, wenn sich keine Verschiedenheiten in den Abschriften fünden, dir nii

wir heutiges Tages von Moses Schriften haben. Weil aber die hebräische und samarr wi

ramsche Abschrift, nebst der griechischen blebersetzung der stebenzig Dolmetscher, gar sehr Bvon einander abgehen, und einige Schriftsteller diese, andere hingegen eine andere Abschrift Bden übrigen vorziehen O: so haben wir diese Mishelligkeiten in verschiedenen chronoloK'sehen Tafeln der Jahre der Erzvätervorgestellet, und der Rechnung der hebräischen, griectchscheu und samariranischen Bücher Moses, die Zalen der Jahre der Erzväter beigefügt <wie sie von dem Iosephus verzeichnet, und von dem D. Willis und dem Herrn Whistsverbessert worden; indem die Zalen in den gegenwärtigen Abschriften dieses Geschichtschrck U

kB.r.) Hiemit Mttsin dem Werke selbst Hauptst. l Abschil.z §.171 Anm.izr verglichen werben.