68 Vorrede der Verfasser.
wir daraus ersehen, daß Sechosts Aegypms, sein Bruder Armais aber Danaus ge-wesen (?). ,
Berosus, ein Chaldäer von Geburt, bluhete unter Amiochus Goter, oder dessenSohn, Amiochus Theos; nicht aber, wie sich einige durch ein grobes Versehen eingebil-det haben, zu Moses Zeiten. Denn er eignete sein Werk, wie Tartan meldet, dem An-tiochus, dem dritten Könige nach Alexander, das ist, dem Amiochus Theos zu; auf denAlexander folgte nemlich Geleucus LAcanor; auf denselben Seleucus Nicanor, An-tiochus Socer; auf diesen aber sein Sohn, Amiochus Theos. Er berichtet uns selbstin seinem ersten Buche der Geschichte von Babylon, daß er geboren sey, ehe Alexander der»rosse zu seinen manlichen Jahren gekommen. Er beschrieb in drey Büchern die chaldai-sche und babylonische Geschichte, welche die modische zugleich unter sich begrif. Pliniuserzälet uns ^), seine Geschichte enthalte dieBegebenheiten von vierhundert und achtzig Jah-ren. Es sind aber von diesem Werke nur noch einige wenige Ueberbleibsel vorhanden, dievon dem Josephus in seinen Büchern wieder den Apion, und vom Alexander Polyhistorangefüret werden; denn der Berosus, welchen Annius von pirerbo ans Licht gestellethat, ist ohne allen Zweifel eine untergeschobene Schrift. Iosephus sagt, er stimme mitMoses überein in seinen Erzälungen von der Sündflut, dem Fal des Menschen, und derArche, worin der neue Stamvater des menschlichen Geschlechts erhalten worden; und sehthinzu, daß er die Nachkommen Noah und ihre verschiedene Lebzeiten bis auf den König vonBabylon Nabulassar, melde; und daß er, beyErzalung der Thaten dieses Fürsten, vonseines Sohns Nebucadnezars Eroberung und Verbrennung der Stadt Jerusalemhandle: bey welcher Gelegenheit, spricht er, die Juden gefangen nach Babylon gefürtworden; worauf die Verwüstung der Stadt auf siebenzig Jahre erfolget ist, bis an desCyrus Regierung. Er wird vom plinius, Tatian, Clemens von Alexandrien, Terrul-lian, Vitruvius und Eusebius angefüret; welches anzeiget, daß er ein sehr glaubwürdigerSchriftsteller müsse gewesen seyn. In der Reihe, so er uns von den zehn Königen giebt,die seinem Bericht nach vor der Sündflut zu Babylon geherschet haben sollen, finden sich eini-ge geringe Verschiedenheiten bey den Schriftstellern, die besagten Geschichtschreiber ausge-schrieben haben; welches uns veranlasset hat, sie dem Leser S. 187 der gegenwärtigen Ge-schichte vor Augen zu legen. Gleichwie diese zehn Folgen mit den zehn Geschlechtsgliedern,von der Schöpfung bis zur Sündflut, genau übereinkommen: so hat man geglaubt, daßder erste König, Namens Alorus, mit Adam einerley sey, eben wie Tiluchrus, der letzte in derReihe, ganz offenbar Noah ist. Seine Nachricht von dem chaldaischen und babyloni-schen Lehrbcgrif über den Ursprung der Welt, findet der Leser S. Z4; den erheblichstenInhalt aber der wenigen Ueberbleibsel, die noch vorhanden sind, und von den ältesten Zeitenhandeln,'S. i86sq. ( 2 ).
Dem Berosus mögen wir den Abydenus beyfügen, der einige Zeit nach ihmrüml gewesen, und ihm in vielen Dingen folget. Abydenus schrieb die Geschichte deschaldäischen Reichs, wovon nur noch wenige Ueberbleibsel bey dem Eusebius, Lyrillueund Syncellus aufbehalten worden. In einem dieser Stücken trägt er die NamenRegierung der ersten zehn Könige in Chaldäa vor, die mit geringer Veränderung cMdem Berosus abgeschrieben sind, wie der Leser S. 187 sehen kan. In einem andern rcda
S- Hauptst. l Abschn.; §.ro8 Anmerk.157,Hauptst. z Abschn. z §. 604 - 6ro A»m. 543. z;z.
nsrur. I> 6, e. 55»
(8.B.) S. Einleitung Abschn, L §.zr). Anmerk.Hauptst. i Abschn. 5 Anm. »54.