Band 
Erster Theil.
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82 Vorrede der Verfasser.

ständen mit Moste seinen übereinstimmen. Den zweitenAbschnktnennetvarro die fabel-hafte Zeit, der vielen Fabeln wegen, womit die Nachrichten derselben, so auf die Nachkom-men gebracht worden, vermischt sind: den letzten nennet er die historische Zeit. DiodorusSLculus rechnet die fabelhafte Zeit nicht weiter, als bis auf den wostmsthen Krieg; undin der That beginnet von der Zeit an der dicke Nebel sich aufzuklaren, der die vorigen Zeitenbedecket, und einige Stralen der Warheit hervorzubrechen. Damit wir aber nun denEinwarf selbst beantworten: so haben wir nie verlanget, eine erträgliche Nachricht von denersten Zeiten aus weltlichen Schriftstellern zu ertheilen. In den folgenden Zeiten aber,nachdem der Gebrauch der Buchstaben eingefüret worden, sollen zwar die Dichter die erstenGeschichtschreiber gewesen seyn; indessen dürfen wir nicht vermeinen, daß alles, was sie ge-schrieben, aus lauter Fabeln bestehe; ihre Grundlage ist sehr oft Warheit gewesen, ob diesel-be gleich mit mancherley Erdichtungen verzieret worden. So muß man;. E. Homers Ge-dichte nicht blos als eine vortrefliche poetische Arbeit, sondern auch zugleich als die ältesteGeschichte von Griechenland ansehen; dergestalt, daß, wenn wir auch keine andere Über-bleibsel des Altertums hätten, als Homers Werke, uns von dem trojanischen Kriege undder Eroberung derselben Stadt zu überzeugen, wir doch die Warheit dieser Begebenheitnicht in Zweifel ziehen tonten. Ob Homer gleich ein Dichter ist, st entdeckt er uns dochden damaligen Zustand von Griechenland; er ertheilet uns eme Nachricht von ihren Kö-nigen und Befelshabern der Kriegsvolker; beschreibt ihre Herschaften, Städte und Regie-rungsverfassung; zeigt uns, daß Griechenland in verschiedene kleine Herschaften zertheiletgewesen, wovon eine jede ihren eigenen Oberherrn gehabt, unter welchen Agamemnon, Kö-nig von Myeenä, Gieyon und Lorinch, der mächtigste gewesen u. d. Diese und eine gros-se. Menge anderer Begebenheiten sind blos historisch, und werden von glaubwürdigen Ge-schichtschreibern bestätiget; daß also Homers Werk ein Gedicht und eine Geschichte zugleichist. Was wir nun als ein Beispiel von einem Dichter angefurct haben, das kan man auf. eben die Art von andern sagen. Denn obgleich ihre Werke mit vielen fabelhaften Strei-chen untermenget worden: st haben sie dennoch einem verständigen Geschichtschreiber, derWarheit und Erdichtungen von einander unterscheiden können, gute Materialien zu einerGeschichte ertheilen können. Ueberdis ist nicht zu zweifeln, daß die Menschen, seit dem derGebrauch der Buchstaben zuerst eingefüret gewesen, Denkmale von solchen Sachen hinter-lassen haben, woran ihren Nachkommen gelegen seyn können: die Vater nemlick von ihrenhäuslichen Angelegenheiten; die Fürsten aber lind obrigkeitlichen Personen vonDingen, stdas gemeine Wesen betroffen. Das sind die ersten Gesuchte der Menschen gewesen, unddie ältesten Geschichtschreiber haben nichts anders gethan, als daß sie dieselben in eine bessereGestalt gebracht haben. Auf solche Weise verfertigte Manecho seine Geschichte aus des^eromvalns, eines eczyprischcn Priesters, Nachrichten; Berojus die seinige aus den Ur-kunden der Babylonier; Sanchomacho aus der Phönicier ihren, u. s. f. Und man hatin der That Ursach zu glauben, daß die meisten Städte und Lander Register gehabt haben,worin sie von Jahr zu Jahr die merkwürdigsten Begebenheiten niedergeschrieben, und Archi-ve worin sie Briefe, Verträge, und andere dergleichen Schriften verwarlich aufbehalten,die den Nachkommen zu gewissen Urkunden dienen können. Angleichen haben sie das An-denken geschehener Dinge durch Einfurung von Festtagen, Erbauung von Städten, Auf-richtung von Steinen, Pfeilern, Altaren, Gräbern und dergleichen Denkmalen, auf dieNachkommen gebracht. Die Gewonheit in Stein zu hauen ist ohne Zweifel sehr alt, unddieAnzal solcher höchst zuverläßigen Denkmale des Altertums fast unendlich gewesen; wie