erster Abschnit. n
bergen und zu leugnen, als ob solches etwas schreckliches wäre, davon man nie redensolle ?). Es ist niemand leicht unbekant, daß der placonismus sehr zeitig in dieKirche eingeschlichen; ja, eben dieser Lehrsatz, von der Ewigkeit der Welt, von einigen undsonderlich von dem (Origenes günstig aufgenommen §), dagegen aber auch von andemeifrig bestritten worden. Es wird dabey nicht unnütze seyn, zu bemerken, daß die Lehrevon der mit GOtt gleich ewigen Welt im sechsten Jahrhundert zu Alepandria (s) vomAmmonio, einem Schüler des Proclus'), undzwar mit nicht geringem Beyfal, gelehretworden.
§.
Man bat auf Beweisgrund, den die plaronici gebrauchet die Ewigkeit der Welt Wie man derzu erweisen, und welchen sie von der Natur und Eigenschaften GOttes hergenommen, ge- ° g^k erantwortet: daß, obwol GOtt wesentlich und notwendig gut sey; so sey doch die Mit-ewigkeit dertheilung seiner Güte eine Wirkung seines Willens, und nicht schlechterdings seiner Natur, welt beantwor.Denn GOtt habe, als ein freies Wesen, die Welt entweder ganz und gar nicht, oder^'auf eine andere Art schaffen können. Diejenigen nun, welche die Wirkungen seiner Tä-tigkeit notwendig machen, um nur die Ewigkeit der Welt behaupten zu können, und da-bey vorgeben, daß er allezeit einen Vorwurf der Erweisung seiner Gütigkekt gehabt habenmüsse, rauben ihm auf der einen Seite so viel von seiner Algenugsamkeit, als sie auf der an-dern Seite seiner Güte zu schmeicheln scheinen wollen. Denn GOtt kan nicht ohne die Ei-genschaft seiner Güte seyn. Daher wenn diese Eigenschaft nicht ohne Geschöpfe stak findet,an denen sie sich erweise und äussere: so folget, daß GOtt ohne Geschöpfe nicht volkom-men oder glückselig seyn könne, weil dieselben notwendige Folgen seiner Güte seyn. Aufdiese Weise aber würde das Daseyn der Geschöpfe dem Wesen GOttes unentberlich werden;welches die gröste Verdunkelung der selbständigen Volkommenheit der götlichen Na-tur seyn würde, die nur zu erdenken ist *). Diese Schlüsse haben ihre völlige Richtigkeit;und man kan nicht absehen, was ein plaronicus darauf antworten wolle, wenn es andersein wirklicher Lehrsatz dieser Partey ist, daß die Welt eine notwendige Wirkung der göt.lichen Natur sey. Allein, sie haben unleugbar anders gedacht, sich auch ausdrücklich er-^fet, daß einer von ihren Gründen, warum sie die Welt vor keine in der Zeit entstandeneWirkung ansehen, in der Betrachtung sowol des gütigen willens GDttes y, alslelner wirksamen Kraft enthalten sey. Wird nun beides voraus gesetzet; so kan die Wir-kung selbst notwendig folgen, ohne Nachtheil der notwendigen Volkommenheit und Al-
B 2 genug-
ktxckox. plrtoms p. IOIZ. §) 0e crsrns Lpvü plwnvm p. yzr.
> ' H ^rrum Vol. 2 p.ZZI. erNr. psris. 1644. 5) Ori§. §2cr. p. 275.
-k- p. 116. welche Worte Ludworrh etwas frey übersetzet: Wesent-
liche GÜtt, 8/üem. in'rcll
k>. -5;.
-^( 7 - B.) Es scheinen alhier -we» verschiedeneAmmonir verwechselt zu seyn, di^ beide ru Ale,
Anderen mit grossem Beifal gelehret baben unk
berümrestm Vorgängern de? ne.,^ »lawn?
^er vielmehr eclectischen Weltweism^aehö-Der jüngere Ammomus, Pcocli Schülerr ''sspbcn, philoponi und Damastii Leh-^ Jahrhundert gelobet, und wird vom
rig alkeismi c. r6 §. ; , gegen oackia- pku toni. 2 p. Z28 nachgesehen werden,
ka„ ^chEigungen des Acheismr vertheidiget; rern aber p. 20;-214, und von Origems Mei-r Nicht füglich weder vor den ersten öffemli- nnng IN dieser Sache tvrn.; p. 44?-
chcn Vertheidiger dieser Ewigkeit der Welt in Ale-panvrien, noch vor den Urheber der Einfürnngdieses Satzes in die christliche Kirche gehalten wer-den, als in welchen beiden Stücken er grosse Vor-gänger gehabt, und sonderlich den ältern Ammo-nium ^accam, Origenis Lehrer, dem beides mitmehrerm Reckt zugeschrieben werden m»s. Vondem jüngern Ammonio kan Hrn. Drucker» bist.pii',1 ton>. 2 p. ,2.-8 nackaesebcn werden, vom äl-