Band 
Erster Theil.
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erster Aösthm'k. iz

set worden (^). Andernthekls aber behaupten viele, daß die Ewigkeit einem Geschöpfunmöglich zukommen könne "). Wenn aber beide Theile nun ihre Beweise anfürensollen; so bestehet die Stärke jeder Partey mehr in Erregung von Zweifeln als Hebungder gegenseitigen. Dieser Streit nun, der höchst verdricölich und verworren gemachet wor-den, würde bald geendiget seyn, wenn man sich nur von beiden Seiten genauer erklärete,und die Zweideutigkeit des Worts, Ewigkeit, vermiede. Alsdenn würde es aufdie Frageankommen: Ob es möglich sep, daß Gd)tt und seine Geschöpfe allezeit zu-gleich dagewesen? Man würde alsdenn nicht sogleich Nein sagen, weil der Ausdruck,Ewigkeit der llVelr, ein Ausdruck der viele Leute erschreckt, dem Gemüte nicht mehranstößig seyn würde. Um aber diesen Stein des Anstosses weiter aus dem Wege zu räu-men ; so mäste man sich erklären, daß ein Geschöpf, das mit GOtt allezeit zugleich dage-wesen, um deswillen doch nicht ewig sey; weil die Fortdauer eines Geschöpfes etwas aufeinander folgendes ist, die eigentliche Ewigkeit aber eine solche einfache Dauer, die schlech-terdings alles vergangene und zukünftige auöschliest. Durch diesen wesentlichen Unterscheidder Dauer GOttes und der Geschöpfe würde der ganze Streit meist wegfallen, und ein je-der Theil würde dabey seine Rechnung finden. Man würde denen, so die Möglichkeit ei-nes ewigen Geschöpfes leugnen, zugestehen, daß sie Recht haben. Man würde aber auchnicht leugnen, daß es möglich sey, daß GOtt und die Geschöpfe allezeit zugleich dagewe-sen : weil es eine ausgemachte Sache ist, daß der Begrif einer Ursache eben keinen notwen-digen Vorzug der Zeit vor ihrer Wirkung erfordere. Welches von einer almachtigen Ur-sach noch viel unstreitiger ist, als welche zur wirklichen Hervorbringung alles dessen, wasihr gefällig ist, nur des wotlcns bedarf. Hingegen müssen auch diejenigen, die be-haupten, daß die Geschöpfe nicht allezeit mit GOtt zugleich dagewesen, zugestehen, daßGOtt vor denselben bereits dagewesen. So mus man denn ein Vorher zugestehen, daGOtt ganz allein gewesen. Daher ist dann auch nicht richtig, daß die Dauer GOttes einuntheilbarer Punct sey. Und daraus folget, daß eine Zeit vor dem Daseyn der Geschöpfevorhergegangen. Diese Schlüsse verursachen, daß die, welche dergleichen behaupten, sichselbst wiedersprechen. Denn, wenn GOttes Datier untheilbar ist, ohne etwas vergange-nes oder zukünftiges; so sind Zeit und Geschöpfe mit einander entstanden. Ist dem abera'so; wie wil man sagen, daß GOtt vorher dagewesen, ehe seine Geschöpfe dazuseyn ange-^ngen ») - Die beiden dem Schein nach unwiedersprechlichsten Beweisgründe vor dieEwigkeit der Welt, werden demnach von der Ewigkeit des götlichen Ratschlusses ihrer

B z Schöpfung,

rv) Siehe conkrs Lroclum p. 4. Und Int-Il p. 887. ^ E. öiÄion.

2""". nok li. Siehe auch das Sciibscheeiben des Lbn'rokU, äe liai Lkll HKällLii

ecur. p. ,25, ,„;d ^ pxx Englischen Uebersetzimg des p, zz.

(lo.B-) ,E"'.^Eciches Verzeichnis sowol be-tumtcr fiholaßiscber Lehrer als neuern Weltwei-ten und Gottesgelchrten unserer Kircke. die dieseMöglichkeit einer ewigen oder ohne Anfang einer?e>t geschaffenen Welt angenommen, wenigstens°>e Unerweislichkeik des Gegentheils behauptet ha-; hat Hr. D Rr'bcw in der ferner» Erleule-der Wölfischen Metaphpsic e. 1 §. ; ge-biert , und dasselbe in den rnstik. rneol.

^ ^^88 sehr vermeret. Die neuere darüber enr-!^k'°/ne Streitigkeiten haben manche neue undl"tfere Beweise der Unmöglichkeit solcher Schö-

pfung ohne Anfang der Zeit veranlasset, dergleichennicht nur in den meisten oben (8) angefürtenSchriften vorkommen, sondern auch in besondernAbhandlungen ertheilet worden. Dahin vvrnemlichdes Hrn. Pros. Wart. Rnutzens still', metspluste aeternitske mmisti impostiküi gehört. Mehre-re Nachrichten find in Hrn. D. Joh. ChristophRöchers stitp ste seternitaie munsti in quaiinimcnm nuininis existentis et principil« tänae rstic».nis componi quellt, und Job Ernt? phrli'ppi ma-thematischem Versuch von der Unmöglichkeiteiner ewigen Welt anzutreffen.