2O
Einleitung zur algemeinm Welthistoris
wird gleichfals derselben Meinung beschuldiget, daß er geglaubet habe, alle Dinge in derWelt keren endlich mein gemeines Grundwesen zurück, welches GOTT sey; welche Mei-nung von andern arabischen Schriftstellern bis bVetempshchosts der Auflösunggenant wird, und wenig, oder vielmehr gar nichts von der Meinung einer weit neuernPartey unterschieden ist, die vor ohngefär dreihundert Jahren unter den Muhamme-dauern entstanden, und sich den Namen AhlalTahkik, ein Volk der Gewisheic,beigelegt. Die derselben zugethan sind, geben vor, daß kein anderer GStt sey, als die vierElemente, welche söwol als die Welt selbst und alle Veränderungen derselben ewig seyn ;daß ferner die Menschen, sowol als alle andere Dinge, aus diesen Elementen bestehen,aus weichen sie entstanden, und in welche sie wieder zurückkeren und aufgelöset werden. DiesePartey ist sonderlich in der Provinz Laar in persten sehr zalreich r).
§-
Meinung von Die Lehre von einer TVelcsele, die nicht nur heut zu Tage im Morgenlande sehreiner weltsele. gemein ist, sondern auch unter den alten Weltweisen nicht selten gewesen, und den beträcht-lichsten Theil des stoischen Lehrbegrifs ausgemacht, ist im Grunde nichts anders als des Spi-noza Lehre ^). Gleichwie aber dieser letztere darin von den Sroikern abgehet, daß ernicht nur die Erkentnks GOttes, welche die Stoiker für unumschränkt gehalten, ein-schränket und seine Vorsehung leugnet; sondern auch behauptet, daß die gegenwärtigeBeschaffenheit der Welt notwendig und ewig, mithin auch unvergänglich sey, welches jenerausdrücklichen Lehre zuwieder läuft: so wird es dienlicher seyn, solche Meinung in dem fol-genden Abschnit zu erwegen. Hier wollen wir nur anmerken, daß einige unächte Gcoiker,als Boechius insonderheit, nicht nur geleugnet haben, daß die Welt ein lebendiges oderverständiges Wesen sey'), und derselben anstat einer verständigen Sele eine bildende Na-tur beigeleget; sondern auch die Ewigkeit und Unvergänglichkeit der Welt behauptet, oder«inen beständigen und unveränderlichen Lauf und Folge der Dinge *). Der altere pliniusscheinet auch dieser Meinung zugethan gewesen zu seyn (^). Denn er behauptet, daß dieWelt und dasjenige, was man sonst den Himmel nennet, durch dessen Circularbewe-gung alle andere Dinge regieret werden, vor eine ewige und unermeßliche Gotheit gehaltenwerden müsse, die niemals entstanden und gebildet worden, auch niemals wiederum werdezerstöret werden/).
§« * 8 »
Die eigentliche Was nun eigentlich dess Spinoza anlanget: so lehret derselbe, daß es keinen Un-Gpi'nöza ^ terschied der Substanzen gebe, sondern daß diese ganze Körperwelt und alle Theile derselben«in notwendig und selbständig Wesen, mithin auch unendlich seyn >»); daß kein anderer
GOtt
/°) W» «/ in VI» LaNkse c>I ivtsnlur. F) t. t) viö. Oiaioli.
Nilior. »rcic. Spinor», r-mürque ä. ») O,L««--,,»- in vic» Lenvnis I. c p. 4;;. <-)
'ncorrnpribUlrrrs munü! P.Y47. posidonius und panäcius haben gleichfals die Ewigkeit derWelt behauptet« Ibui. /) sliäoriL dlrr. l. 2,e, I. m) IN Lrd. p. I. I>ronos. 5.7. ek A.
tsZluhammevanee ist aus dem Baple genommen, (19 B.) plinii Lehrbegrif kan aus einer undder nicht nur unter dem Wort Spinoza, sondern andern Stelle desselben nicht beurtheilet werden,auch unter Abumuslimu» solche Meinung vorge- weil er oft höchst verschiedene und wiedersprechendetragen. Womit Ge. Sake in dem preliminsr. Meinungen vorträgt, ohne sich darüber zn erklären,chscourle zur englischen Uebersetzung des Aorans ob er denselben, und welcher er eigentlich zugethan sey.leS. 8 p rzrwie auch ?. l?6zn vergleichen ist. Reim- Daher diese stoische Stelle ihn noch nicht zum An-mans Bericht von diesen muhammeSanischen Hänger derselben Partey macht, da er gemeiniglichAtheisten iüü. stlu IcK. 4 p. zzi nms aus Hrn. zu den Epieuräern gerechnet wird, s. Hrn.BrU-Lruckers bist pkU- t> Z. P- ergänzet werbe», ckers tritt, plrii. tom. r p, 61z.