erster Abschmt. 21
GOtt sey, als die Welt"), und die Ausdenung eine seiner Eigenschaften sey °): daß,weil es schlechterdings unmöglich, daß ein Ding von dem andern solle seyn erschaffen oderhervorgebracht worden, folglich auch GOtt schlechterdings unmöglich, irgend etwas im ge-ringsten anders zu erschaffen, als es gegenwärtig ist ?), ein jedes Ding, das wirklich da-ist, notwendig ein Theil der götlichen Substanz seyn müsse; und zwar nicht als eine solcheModistcation oder Einrichtung, die durch einigen Willen, Wohlgefallen oder WeisheitVerursacht worden, denn er leugnet ausdrücklich, daß GOtt nach einiger Freiheit des Willenshandle s), oder in Absteht auf Endzwecke *); sondern aus innerer unvermeidlicherNotwendigkeit, in Absicht der Art des Daseyns jeden Theils ftwol, als in Absicht derSelbständigkeit des Ganzen. Diesem zufolge läuft die Meinung des Spinoza ganz un-leugbar da hinaus, daß die gegenwärtige Körperwelk, oder ganze Umfang aller wirklichenDinge, GOtt selbst oder das selbständige Wesen sey; und daß alle andere besondere We-sen, körperliche Ausdenung, Sonne, Mond, Pflanzen, Thiere, Menschen, ihre Be-wegung, Vorstellungen, Einbildungen und Begierden, nichts anders als insgesamt not.
Wendige Verfassungen dieses einigen algemeinen Wesens sind ^).
§. »9.
Ob nun wol dieser ungeheure Lehrvegrif hin und wieder seine Vertheidiger gefunden; Mederle-
sö ist er doch auch hinlänglich beantwortet und wiederlegt worden, selbst von seinen schwäch- gung desselben,sten Gegnern t); ja, die Warheit zu sagen, er füret seine eigene Wiederlegung mitsich ( 20 ) . Denn indem Spinoza dem unbeantwortlichen Einwurfentgehen wil, den wiroben gegen den eleatisthen Lehrbegrifangefüret, welcher behauptet, daß das Universum nichtder geringsten Veränderung unterworfen sey; so verfall er in einen noch weit gefarlichernentgegenstehenden Jrtum, und leget der götlichen Natur eine unaufhörliche Veränderungund Vergänglichkeit bey, in Absicht der unzäligen Modistcationen derselben. Eine.solche Lehre aber streitet wieder alle natürliche Begriffe; weil es was abscheuliches ist, zu fa-llen , daß GOtt die wirkende und verrichtende Ursach alles natürlichen und morali-schen Uebels sey, das in der Well angetroffen wird. Kan man sich auch was unge-teimters vorstellen, als daß die Materie, die unter allen Dingen das unedelste, dieSchaubüne aller Veränderungen, der Kampfplatz aller wiederwärtkgen Dinge ist, dem ohn-Erachtet dasjenige Wesen seyn solle, in welchem weder Veränderung noch lVechstldes Lichts und der Finsterniß ist *) ? Die eigentlichen Gründe aber dieser Meinungwerden augenblicklich zerstöret, wenn man entweder den leren Raum, oder die Theilbar-keit der Materie annimt, als davon eines die Unendlichkeit GOttes, das andere aber die
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->) Ib'll!. Propst. 14. 0) II». in 8clivl sö prapvt. 15. er I>. s. prnp.2. ?) U>. p. 1. propot. 6. er z;. Ibiö. prop.
zr. Loroll.5) Ibig. in vppsnä. »ä prnp, ;k>. r ) Viii. ci clcmvnär. p. ,z 5^^. Lqx/, Vision, srr.Lpinorv i-mar<ine vv. r) S.rx/e viSionLire II!Ü. srt. SxinorL, rem. iU. ek?. ») I, 17.
I. c. ccm. dl.
(ro.B.) Diese mehrenrheils aus demBaylegekommene Wiederlegung des Spinozismi wird zwa>wcht ungeübten Wiedersachern kein Genügen thunjudein sie theils aus Folgerungen bestehet, wobeiUngereimtheit des gefolgerten nur vorausgesehiwird; theils zur eigentlichen Bestreitung Grundsä^gebraucht, die entweder selbst viel Beweis erfor"kw, wo einige gar erweislich sind, oder doch vv,Gegnern nickt zugegeben werden: sie kan indcsserdenen, so von diesen angenommenen Sätzer
überzeugt sind, zur Entdeckung der Unrichtigkeit unvAbscheulichkeit dieses Lehrgebäudes hinreichen, undalsdenn den anfänglichen Ausspruch dieses Para-graph, bestätigen. Ein ausfürlich Verzeichnis derWiederlegungen Spinoza findet sich in Joh. Alb.Fabricii tribl. Zr. vol. 7 p. 116 sg. und vermerk in
8x11. script. gut ver. rel. ckr. »siernenmt c. IZp. z;?. Denen noch die meisten neuern Lehrbücherder natürlichen Theologie beizufügen, sonderlichHrn. XVolfs tsieol. nst, xsrt, L. §. 671 - 716,