Band 
Erster Theil.
Seite
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26 Einleitung zur algememeu Welthistorie

Bewegung bey, welche sowol von der Wirkung und Gegenwirkung der Kalke und Wärme, !der Trockenheit und Feuchtigkeit, als auch von der verschiedenen Richtung derTheilchen derErde und des Wassers unterwärts, des Feuers und der tust aber aufwärts, entstanden seyn sol.

Von dieser Beweaung nun haben sie sich ungereimt genug eingebildet, daß sie so lange unor-dentlich gewesen §), bis sie unterbrochen und in eine regelmäßige und natürliche Bewegungverwandelt worden, entweder durch einen blossen Zufal, oder durch eine götliche Macht.

Es bat aber bereits Aristoteles vorlängst bemerket, daß diese angenommene unordentli-che Bewegung der Materie sich selbst wiederlege. Denn es ist unmöglich, daß dasjenige,was an sich selbst unendlich und ewig ist, eine unordentliche Bewegung haben solte, indemdie Bewegung desselben notwendig regelmäßig und übereinstimmig seyn muö. Worausdenn folget, daß die Hervorbringung einer Welt eher eine Verkerung und Umstürzungals Anrichtung eines natürlichen Zustandes würde gewesen seyn. Daher meinet auch ge-dachter Aristoteles, daß Anaxagoras scheine Grund gehabt zu haben, den Ansang derBildung der Welt von einem völligen Ruhestände der Materie herzuleiten ^). Darausdenn erhellet, daß, wenn wir den Sah zugestehen, daß die Bewegung der Theile desChaos natürlich und ihren verschiedenen Eigenschaften gemäs gewesen, alsdann alle Mög-lichkeit wegfallet, daß die Materie von Ewigkeit her in demselben Zustande solte gewesenseyn, indem wir dadurch einen solchen Grund annemen, wodurch die verschiedenen Gattun-gen der Körper, und zwar in einem gewissen eingeschränkten Zeitraum, notwendig von ein-ander abgesondert werden. Und eben dadurch wird auch der besondere Beistand einerGotheit bey diesem Geschäfte überstüßig. Denn wenn man zugestehet, daß das Chaosin sich selbst diejenige innerliche Kraft völlig besessen, welche zur Absonderung seiner Theileund eines jeden Elementes, an den ihm zukommenden Ort, erfordert worden; so findetdie Dazwischenkunft einer äußern Ursach keinen Platz.

Deschlus der- Wenn wir demnach die Erschaffung der Welt richtig einsehen wollen; so müssen wir iselben. GOtt als den Urheber der Materie, und als den ersten und einigen Grund aller Bewe-gung derselben ansehen. Können wir gleich mit unserm Nachdenken nicht so hoch steigen,eine eigentlich so genante Schöpfung zu begreifen: so werden wir uns doch sonst allenthal,ben, wohin wir uns auch drehen und wenden wollen, gendtiget sehen, solche Dinge anzu-nemen und zu behaupten, die der Vernunft schlechterdings zuwieder laufenja wir werdenin einen unendlichen Irsal der ungereimtesten Dinge und unvernünftigsten Widersprüche ge- >raten').

Historischer So sehr nun indessen diejenigen, deren Meinung bisher angefüret worden, in ihren !fan? der m Vorstellungen von dem Ursprung der Welt geirret; so haben sie doch darin vorkommen recht l-m gehabt. daß sie derselben einen Anfang beigelegt, und behauptet, sie sey auö einem ungebil-

deten Chaos hervorgebracht worden- Kan gleich die eigentliche Zeit disser Bildung derWelt ohne götliche Offenbarung nicht genau bestimmet werden; so sind doch noch bis aufden heutigen Tag sehr viel beträchtkge und wichtige Gründe vorbanden, daß die gegenwärtigeGestalt und Einrichtung der Erde wenigstens nicht alzu alt seyn könne. Die Veränderungen,welche notwendig und ganz natürlich mit der Erde in sehr langer Zeit vorgehen müssen,

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