zweiter Abschmt. 27
durch Verstekgungen, Verschlingung und Wegspülung von Bergen, Abweichungen desMeeres vom besten Lande, Verminderung des Wassers durch Pflanzen und Gewächse, undandere unzälige Zufälle; die algemeinen Nachrichten von den ältesten gesitteten sowol alswilden Völkern auf dem Erdboden; die Anzal der Menschen, von welchen gegenwärtig dieWelt bewonet ist; die nicht so gar alte Erfindung der dem menschlichen Geschlechte nötig-sten Künste und Wissenschaften; die Kürze der Weltgeschichte, die sich auf wenige Jahr-hunderte erstrecken; der ganz offenbare und ungereimte Widerspruch, der in den wenigenNachrichten angetroffen wird, die auf ein höher Altertum Anspruch machen; die Unmöglich,keit, daß durch algemeine Ueberschwemmungen, oder andere Zufalle , zu gewissen Zeitenmehrmals der grosse Theil des menschlichen Geschlechts solte vertilget, und mit demselbendas Andenken aller vormaligen Handlungen und Erfindungen solle seyn ausgerottet wor-den, ohne jemals das ganze menschliche Geschlecht zu vertilgen: alle diese und weit mehrGründe, so aus der Natur, Vernunft und Erfarung genommen werden, machen es höchstwarscheinlich, daß unsere Erde von ihrem ersten Ursprung so gar weit nicht entfernet seynkönne (^). Es ist auch gar nicht zu zweifeln, daß die Lehre der alten Poeten und phi-lost>pl?en, welche behauptet, daß die Weit einen Anfang gehabt habe, aus viel ältereUeberlieferungen gegründet gewesen, welche ihnen so zuverlässig seyn müssen, als ihre Zeug.nisse uns anjetzo glaubwürdig sind *)>
§. 25.
Nachdem wir dieses vorläufig angefüret haben; so wird es nun Zeit seyn, die verschie.
D 2 denen
i ) Vich Conference evre un Oeiste Vol. i. k.1. ?. r§. D l'keorin lelluris b. I. c, q. p. qy.
0. Dircourle conccrnine kkc euiclences of neturrl en6 reveslecl Nelieion r>. »5».
(24. B>) Die historischen Beweise, von demAnsenge des Erdbodens, sind eigentlich von zwiefa-cher Art, indem sie entweder aus der -Historie verLearur, oder aus den Geschichten der Menschenhergenommen werden. In den erstem ist viel Be-hutsamkeit nötig, theils nur richtige und erweis-liche Erfarungen zu gebrauchen; theils keine Ver-änderungen der Erden dahin zn rechnen, wobey dieFolge einer unmöglichen Ewigkeit oder gar langerFortdauer derselben durch anderweitige Ersetzungengeschehener Abgänge geschwächt werden kan. Der-gleichen bey einigen hier angefürtm Stücken un-leugbar ist. Indem dem Wasser durch Pflanzenund Gewächse nicht mehr entgehet, als demselbendurcb unaufhörliche Ausdünstungen aus dem Reichder Pflanzen und Thiere wieder zuwächst; inglei-chcn das Wegspülen des vestcn Landes, und dasVersinken der Berge durch anderweitiges Ansetzendesselben und neues Entstehen ganzer Znseln ersehtwird. Dergleichen auch von -Hülleys in den pist-lolopliical trsnsaÄions vorgetragenem Beweis, vonder beständig zunemenden Saizigkeit des Weltmeers,besorgen ist: indem dabey voraus gesetzt wird,daß es ganz und gar an Abgängen dieser Salzigkeitfehle; die dock sowol in den Ausdünstungen als derMenge von Thieren nnwiedersprechlich ist. DieZweite Art dieser Beweise bestätiget eigentlich nurdie Unmöglichkeit einer ewigen Fortdauer des mensch-lichen Geschlechts aus dem Erdboden, wenn dentäglichen Ausflüchten der Wiedersachcr durch die al-
hier angebrachte Anmerkung von Unwarscheinlich-keit, ja Unmöglichkeit einer öfter» oder gar unzali-gen Ausrottung des grösten Theils der Menschenauf einmal, ohne gänzliche Vertilgung des menschli-chen Geschlechts, begegnet wird. Von diesen letztemkan noch verglichen werden Jac. Christoph Istli-ni äistert-.gus munäi seteriuras arg. Iiistor. constits-tnr, so in der tcmpe üelv. toi». 4 p.z l p fgg vorkomk.
* R.) Diejenigen Umstände, welche dieHerren Verfasser zur Erweisung ihres Satzes ange-füret, werden arguments stistorlea genant, undhaben eine grosse Bündigkeit. Es hat noch nie einAtheiste geleugnet, daß diejenigen Königreiche undNcpubliguen, die sowol ich» floriren, als ehedemin einem guten Zustande gewesen, einen Anfanggehabt hätten. Und die alten Gefchicht - oder auchFabelnschreiber kommen darinnen übercin, daß eine.Zeit gewesen, da keine Reiche und Repubiiquen vor-handen gewesen. Ein gleiches lässet sich aus derMenschen ihren Gesetzen erkennen, als derenUrsprung sich leicht finden lässet Und die HerrenNcchtsgelerten können sowol den Ursprung als Ver.merung derselben anzeigen. Wil man dazu dieErrichtung bürgerlicher Geselschaftcn, der Hand-lung, des Geldes, der Künste und Wissenschaftenrechnen; so wird das obige alles bestätiget werdenkönnen. Unter uns hat davon geschrieben BuS-Veu» sowol in seiner Istist. Leclefl V. Ist ?erioä. ,le<Ä. i p. 84 Igg. und in seinen Itiefl cle lUlwismo etlüiperstit. Ec>>>. 9.