Band 
Erster Theil.
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Einleitung zur algemeiuen Welthistorie

§. ZO.

Die Meinung Was nun die Meinung der Chaldäer oder Babplonier betrift r so berichtet Dio-der Chaidäerh^rs von ihnen, daß sie die Natur der Welt vor ewig gehalten, und vermeinet, wie man«ragen ^zen Welt kernen eigentlichen Ursprung des Entstehens zuschreiben könne, so sey

dieselbe auch keinem künftigen Untergang unterworfen: doch wäre die gesamte Ordnung undschöne Verbindung aller Dinge von einer götlichen Vorsehung her, und alles, was in den tHimmeln angetroffen werde und vorgehe, sey weder einem blinden Zufal, noch einer Selbst-thätigkeit zuzuschreiben, sondern beruhe auf dem bestirnten und festgesetzten Rathschlus derGötter «). Allein Berosiis, dessen Zeugnis, sowol seines gröffern Altertums wegen, alsauch weil er selbst von diesem Volk gewesen, mehr Glaubwürdigkeit zu verdienen scheint,hat uns folgenden Bericht von ihrer Cosinogonie hinterlassen (^) , den er aus denSchriften des Darmes, von welchem im nachfolgenden mehr vorkommen wird, vom Ur-ssrung der Dinge, genommen. Es ist, schreibet gedachter Berosiis, eine Zeit gewesen,in welcher diese ganze Welt aus Finsternis und Wasser bestanden-, worin erschreckliche Thie-re von höchst verschiedenen Gestalten erzeuget worden. Daß es damals Menschen mit zweyFlügeln; andere mit vier oder zwey Gesichtern; andere mit einem Leibe und zwey Köpfen,einem Manneskopf und einem Weibeskopf, auch beiderley Geburtsgliedern, gegeben habe; iandere Menschen aber Bocksfüsse und Hörner, noch andere Pferdefüsse gehabt; oder ausden untern Theilen der Pferde und den obern der Menschen, in der Gestalt der Hippocervcauren, bestanden. Die Ochsen seyn mit Menschsnköpfen versehen gewesen, Hunde abermit vier Leibern, deren Hintertheile aus Fischschwänzen bestanden. Es habe Pferde gege-ben , die Hundeköpfe gehabt, und Menschen sowol als andere Thiere mit Köpfen oder Leibern !

von Pferden und Schwänzen von Fischen; rngleichen andere lebendige Geschöpfe, so die Ge-stalten meist aller Arten der Thiere zugleich gehabt. Hiernächst habe es Fische, Gewürmund Schlangen, auch andere höchst seltsame Thiere gegeben, die eine Mischung fremder Ge-stalten gehabt, deren Bilder in dem Tempel des Belus aufbehalten worden. Die ober« i

ste Regiererin von dem allen sey ein Weib, Namens Omorooa t>), gewesen, welches Wort L

im chaldäijchen Thalarch ») geheißen, Griechisch aber sowol das Meer, als s

den Mond bedeutet. Bey so bewandter Beschaffenheit der Welt sty Beins kommen -

und habe dieses Weib mitten von einander getheilet, und aus der einen Helfte die Erde, !

aus der andern aber den Himmel gewachst; die in ihr befindlichen Thiere aber seyen um-

kommen. Er füget aber hinzu, daß diese Nachrichten, von der anfänglichen Beschaffenheitder Welt, auf allegorische Art abgefasset worden, und damit soviel gesagt werde, daß, da

die

») n6. -) In der Ausgabe des Sealissers heisset es Omaren. Indem unser Schrift-

steller diese« Wort in der chaldäischen Sprache erkläret bat, so mus es ohne Zweifel aus einer ander» ,Sprache hergeleitet werden. Da er uns aber nicht angezeiget hat, welches dieselbe sey. so können wirauch keine Verleitung desselben »ersuchen. -) Dieses Wort komt dem Schal des griechischen Tha-lassa so nahe, welches das Meer bedeutet, daß man fast vermuthen solte, eS müsse aus demselben ge-sch,nledet, weiiigsteiis sehr verfälscht worden sey»- W kan aber auch wol kat des chaldäischen oder syri-schen Wortes Thalilutho gesctzet worden seyn, welches soviel als eine Befeuchtung oder Benetzung bedeu-tet, und m>t der tm folgenden ertheilten Erklärung gar wohl übereinkamt - indem der Mond und dasMeer als die zwey Quellen der Feuchtigkeit angesehen werden können.

(r? B.) Die von grieckiseben Schriftstellern p.r;65q. sowol mit der mosiu'scben Schöpfungsge-aufbehaltene Ueberbleibsel Beroft hat Fabricius schichte, alsdemmamcbäisckcnLehrbegrisvomUr-bibl. ssl -vo >.'4 p-> 7 ? - 2 .il gesamlet und mit An- sprung des Bösen, zu vergleichen, und diesen lehternmerkungen erläutert. Das allster befindliche Stück daraus herzuleiten gesucht. Einige Erläuterungenvon der ckaldäiscben Losinogonre hat Beauso- desselben finden sich auch in Bgniers wxct,. exxliq.bre tritt, ste ölSlücbee uv. L c. 6 §. ,v tvm. L liv. L c. I t. I i>. 1 Z 7 5g.