Z6 Einleitung zur algemeinen Welchistorie
GOtt. Daß dieser GOtt, der ein vernünftiges Licht oder Feuer ist, dieses sein Licht nichtin seiner Vorstellungskraft eingeschlossen, sondern allen Geschöpfen mitgetheilet habe, undzwar zuvörderst und unmittelbar der ersten Sele und allen ewigen und unkörperlichen We-sen, das ist, einer unaussprechlichen Menge von Göttern, Engeln, guten Geistern undmenschlichen Selen. Daß der nächste Ausfluö sey ein überirdisches Licht gewesen, ein un-körperlicher, unendlicher, lichtheller Raum, worin sich die verständigen Wesen aufhalten. >Daß dieses Licht die obere Welt anzünde, oder den empyräischen, das ist, feurigen Him-mel welcher sich unmittelbar unter dem unkörperlichen Licht befindet, und der höchste, helsteund dünneste Körper ist. Daß dieser Feuerhimmel sich durch den Aether oder die dünne Luftausbreite, so der nächste Körper unter demselben ist, und dessen Feuer nicht so zart ist, alsdes Feuerhimmels; dessen verdickteste Theile, das ist, die Sonne und Warme, doch hin-länglich beweisen, daß er aus Feuer bestehe. Daß von dieser dünnen Luft solch Feuer indiese gröbere und unter dem Mond gelegene Welt komme. Daher, obwol die Materie die-ser Welt nicht selbst Licht, sondern vielmehr Finsternis sey, so wie auch die körperlichen oderbösen Geister von solcher Art seyn: so durchdringe doch dieses lebendigmachende Feuer alleTheile derselben, bewegeund belebe sie, indem es sich überal ausbreite, zubringe, und bisauf den Mittelpunkt der Erde, ja bis auf die entgegenstehende Flache wirke.
§. 32.
Meinung Die alten heidnischen Poeten, welche überhaupt ungemein vieles zur Verfälschungder heidnischen der Theologie beigetragen, haben diese Meinung, daß die Welt ohne den geringsten Bei-Poeten. über-und besondere Wirkung GOtteö aus einem Chaos entstanden sey, in ihren Vorstel-'""p' lungen hauptsächlich vor Augen gehabt. Denn ob sie wol zuweilen vorgegeben, daß dieLiebe solche Ausarbeitung der verwornen Materie regieret habe; durch welche Liebe man-che die Gotheit, oder das erste wirkende Grundwesen der Welt, so von der Materie wesent-lich unterschieden sey, verstehen wollen >): so ist doch höchst warscheinlich, daß sie dadurchnichts weiter als die Harmonie und Uebereinstimmung anzeigen wollen, die aus dem Auf-hören des innern Krieges der Elemente gegen einander entstanden. Daß asso diese ihre ^Liebe aus dem Chaos hergerüret, sowol als alle andere Götter, welche im Grunde nichts an- s
dersgewesen als die himlischen Körper, Elemente und Theile der Natur, die von ihnen als >
Personen und Götter vorgestellet worden. Daher ist «tun der Poeten CbSmogHnie und 'Theogom'e, oder Götterzeugung, einerley »).
§. 3Z.
Insbesondere Obwol Orpheus, der grosse Erfinder und Urheber der Gebräuche des heidmsihenKeeMrphens. Gottesdiensts, bey den Griechen beschuldiget wird, sogar die Namen der Götter erfun-den, ihre Zeugungen und verschiedene Thaten erdichtet zu haben, worinnen Homerusmehrentheils gefolget -): so wird doch von ihm versichert, daß er in seiner Theologie alle ,geistliche verständige Wesen, als unbekante und unaussprechliche Dinge, gänzlich Über-gängen , und zu einem seiner ersten Grundwesen aller Dinge einen Drachen angenom--men habe, der beides einen Ochsen- und Löwenkopf, zwischen beiden aber das Gesicht ei- '
nes Gottes, und an seinen Schultern güldene Flügel gehabt ö). Ohnerachtet nun '
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(zo.B.) Aus der alhier mehrmals angefürten ungebruckten Schrift Dainascii, darauf sich Lum-
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