Band 
Erster Theil.
Seite
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08 Einleitung zur algememen Welchistorie

befunden, bedecket habe, womit er anzeigen wollen, daß vor der Schöpfung lauter Nachtund Finsternis gewesen. Er füget hinzu, daß ein gewisses unbegreifliches Wesen vorhan-den gewesen, welches unter allen Dingen das höchste und älteste, sowol des Himmels alsaller Dinge unter demselben, ja der Schöpfer der ganzen Welt sey. Die Erde sey derDunkelheit wegen, die sie bedecket, ganz unsichtbar gewesen. Das Licht aber, so durch denArcher durchgebrochen, habe die ganze Schöpfung erleuchtet. Und dieses also hervorge-brochen Licht, versicherter, sey das oben gedachte höchste unter allen Wesen, des Name, wiederselbe vom Orakel geoffenbaret worden, Rath, Licht und (Quelle des Lebens heiße-Durch diese drey Namen werde eine und eben dieselbe Kraft und Macht des unsichtbarenund unbegreiflichen GOttes bezeichnet, der der Schöpfer aller Dinge ist, und das, was nichtda ist, in den Stand der Wirklichkeit sehet. Durch diese Kraft seyn alle unkörperliche We-sen, ingleichen Sonne, Mond, Sterne, Erde und Meer, und alle darin befindliche sichtbareund unsichtbare Dinge hervorgebracht worden. Er berichtet auch, daß das mensch-liche Geschlecht von eben dieser Gotheit aus der Erde gebildet worden, und von dersel-ben eine vernünftige Sele empfangen habe; der Nachricht Mosrs ganz gemäs. Ebendieser Timotheus sehet hinzu, daß gedachter Orpheus geschrieben habe, alle Dingeseyn von einem einigen GOtt erschaffen worden, der drey Namen habe, und alles inallem sey«).

Wenn man dieses Zeugnis gelten lässet, so darf man sich nicht einmal auf die or-spheisthen Verse berufen, als welche mit Versicherungen einer höchsten Gotheit angefülletsind. Zwar ist nicht zu leugnen, daß einige von diesen Versen untergeschoben sind, undoffenbar entweder von Christen oder Juden geschmiedet worden; indessen kan doch solchesunmöglich von allen erwiesen werden, indem verschiedene derselben von heidnischen Schrift-stellern angefüret worden, als eine Arbeit, wo nicht vom Orpheus selbst, doch wenigstensvon Leuten eines grossen Altertums und vieler Einsicht in desselben Lehren und Ueberlieferun-gen, daher sie auch von Männern, denen es weder an Gelersamkeit noch Urtheil felet, vorächt und erwegungöwürdig gehalten worden Dem'sey aber wie ihm wolle, so ist dieTheologie des Orpheus den Lehrbegriffen aller andern Heiden von den Kirchenväternvorgezogen worden §); und ein neuer sehr sinreicher Schriftsteller hat vermeinet, daß dievon demselben vorgetragene Vielgötterey nicht sowol seiner eigenen Ueberzeugung zuzuschrei-ben sey, als vielmehr der Notwendigkeit, darin ex sich befunden, sich nach der Dumheit deswilden Volks zu richten, welches er zuerst gesitteter machen wollen, da er verbunden gewe-sen, ihnen eine gottesdienstliche Lehre beizubringen, nicht die er selbst vor die beste gehalten/sondern deren sie fähig und empfänglich gewesen

§» Z 5 «

Damit wir aber wieder zur orpheisihen Cosmogonie kommen, so saget Spria-nus, daß Orpheus zwey Gnmdwesen behauptet habe, nemlich den Aerhcr und dasChaos b), wozu Simplicius noch ein drittes beifüget, welches der Ordnung nach vorden beiden andern noch vorhergehet, nemlich die Zeit, das Maas der fabelhaften Götter-zeugung, nach welcher erst der Aecher und das Chaos zur Wirklichkeit gebracht wor-den ^). Woraus es nun scheinen möchte, daß Orpheus vermeint, der Aecher und das

Chaos

t) 7>'Es. ciironoxrgpli. spr,a L« ckron. 6rsec. p 4 >ek p. 57- via. -NZM in vor-

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§) U>iä P. 1 -7. />) liiem U>i6. x. lro. -) in aM. Mrsxk. r. L.

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