4-O Einleitung zur algemeitmi Welthistorie
hauptet, diese ganze Welt sey nichts anders, als der allenthalben ausgebreitete GOtt; oderwenn sie, wie Hieronymus und andere öfters gethan, die Geschöpfe Stralen der Got-heit genant. Ob nun wol die heilige Schrift selbst dergleichen Redensarten einigermassenzu rechtfertigen scheinen möchte; so müssen sie doch mit grosser Behutsamkeit gebraucht wer-den: indem sie gar leicht vieler MiSdeutung und manchem Misbrauch unterworfen sind.Und eben diese Misdeutung und üble Anwendung dieser einigen Vorstellung kan gar wobt ei-ne der vornemsten Ursachen, sowol der aufgebürdeten als erweislichen Vielgötterey, mchtnur unter den Griechen und Europäern, sondern auch unter den Egyprern und an-dern heidnischen Völkern, gewesen seyn. Indem man dergestalt geschloffen: Ist GOtt al-les, sind folglich alle Dinge GOtt selbst: so muß auch GOtt in allen Dingen, das ist, ineinem jeden Theil der Natur angebetet werden s).
H. N.
Fortsetzung Es mögen nun die bisher beschriebene Meinungen vom Ursprung der Welt von derderselben. Beschuldigung der Arheisterey frey gesprochen werden können, oder nicht; so ist doch gewis,daß diese Philosophie, welche den Ursprung aller Dinge einer fühllosen Materie, alsEigenschaften und Gestalten derselben, zuschreibet, ohne Zuziehung GOttes, von überausgrossem Altertum ist, ja so alt als einige Nachrichten voriger Zeiten unter den Griechenseyn mögen. Indem die ersten Naturkündiger beinahe durchgängig den Ursprung allerDinge aus dem Meer oder Wasser hergeleitet. Daher auch der Eidschwur der Götterbeim Wasser, so die Poeren Sryx genant, geschehen sol, als welches das älteste unter allenDingen sey, folglich auch die gröste Ehrerbietigkeitverdiene, und am würdigsten sey, zuEid-schwüren gebraucht zu werden "). Aus eben diesem Grunde nennet Homerus den d)/cean den Vater der Götter und die Quelle aller Dinge " ). Thales aber, das Hauptder ionischen Weltweisen, behauptet, daß das Wasser das allererste Grundwescn sey,woraus alle andere Dinge entstanden *), und in welches auch alle Dinge wieder aufgelösetwerden und zurückkeren H sollen. Es scheinet aber fast, daß diese Alten, so das Wasserzum ersten Ursprung aller Dinge gemachet, nicht das elemenraristhe Wasser, sonderndas so genante Chaos verstanden, welches der Bedeutung des griechischen Worts zufol-ge ein siüßiges Wesen bedeutet. Und das ist die Ursache, warum Zeno und plurarchuSdas Chaos des Hesiodus vor Wasser gehalten haben -).
§. 38 «
Meinung-He- Dieses jeht genanten Hestohus Theogome, welche, wie bereits angemerket worden,!rovbane?^auch zugleich eine Cosmogonie enthält, ist etwas verworren; indem sie zweimal vow^ ' Chaos anfängt, und alles mehr in poetischer als philosophischer Ordnung vorträgt (
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cuUu er 0 e n2tn>-g veorum i..l. Diese Meinung kvmt mit dem Zeugnis einer Stelle der heiligen Schrillüberein, deren wahrer Verstand, „ach dem Urtheil der besten Ausleger, dieseriü, daß sowol die matcrialuscheu Himmel, als auch die Erde aus Wasser entstanden, - pecr. ;, Via. inr-ii.p.-'-
/er.tineoiogiL r.. 1, p. ir. reitarir tscrs l.. c. 4.P. 6z. Some» N!ss n. ?/«,.
Lrrom. spug >Io pr»rp. llnznx. U. I. c. S. r) Sekolisll. Npollvn. Nrxoiiaur. 4. er
in Ir-wLru: rn igni- 5 r vrilior p. 95;.
(z4> B) Dis Urtheil von -Hestodr Theogonie p. i9;tq. Hrn. Abt Mosheims stiss. äe crestio»eist aus Thom Burners tkeol. toi!. I. L c. 7. ge- ex Nlkilo §. II p. 969 und zum Ludworth c. 4nommen- Ausfürlichere Untersuchungen derselben §. „4 ;7,ingieichen in Herrn Bruckers K.stehen in Banier exxi. >. r"c. ; com. l t. i p. 407, womit Lamb. Larläi comment. >"