zweiter Abschritt. 4l
Die Hauptsache in derselben läuft darauf hinaus, daß im Anfange das Chaos zuerst da-gewesen, darnach die Erde, und endlich die Liebe, als die schönste unter den unsterblichenGöttern. Das Chaos habe den Erebus und die Nacht erzeuget; aus deren beider Ver-bindung aber sey der Aerher und der Tag entstanden. Hierauf bemühet er sich, dieScheidung des Himmels und der Sterne von der Erde, die Bildung der Berge, dasVersinken der Holen und das Entstehen des Meers aus dem Himmel und der Erden zubeschreiben §). Doch wir haben eine ordentlichere und volständigere Beschreibung vondieser alten Cosmogom'e, welche Aristophanes ertheilet hat , woher er sie auch maggenommen haben ("). Derselbe meldet nun, daß anfänglich das Chaos, der finstereErebus und der wüste Tartarus dagewesen; aber weder Erde, noch Luft, noch Him-mel. Die mit schwarzen Flügeln versehene Nacht habe das erste Ey von Wind in denweiten Echos des Erebus geleget, aus welchem nach einiger Zeit die liebenswürdige Liebshervorgekommen, die mit güldenen Flügeln, starken Wirbelwinden gleich, geglanzst.Aus der Vermischung der Liebe mit dem Chaos seyn Menschen und Thiere entstan-den. Vor der Zeit, ehe die Liebe alles vereiniget, seyn keine Götter dagewesen ; aus die-ser Vermischung aber aller Dinge mit einander seyn sowol Himmel und Erde alsauch das ganze Geschlecht der unsterblichen Götter entstanden. Diese Stelle „un, ob siegleich in einem Schauspiel lächerlich vorgestellet worden, wird nicht ohne Grund als ein Stückvon dem alten atheistischen Lehrbegrif angesehen, und kan also erkläret werden : daß dasChaos, oder die ohne Ordnung bewegte Materie, der Ursprung aller Dinge gewesen, wel-che daraus entstanden und stufenweise von geringerer zu grösserer Volkommenheit gestie-gen. Anfänglich seyn leblose Dinge geworden, als Elemente, Himmel, Erde und Meer;hernach, unvernünftige Thiere; nach diesen, Menschen; und endlich zuletzt, Götter. Daßalso nicht nur das Wesen der Materie und die leblosen Körper, Elemente, Feuer, Was.ser, Luft und Erde, der Ordnung der Natur nach eher als GOtt dagewesen, als welcheselbst auch Götter gewesensondern auch wenigstens die unvernünftigen Thiere, wo nichtauch sogar die Menschen. Und darin besteht die atheistische Schöpfung der Weltder Götter sowol als aller andern Dinge, aus fühlloser und unempfindlicher Materie, alsber einigen ursprünglichen Gotheit ^).
§-Z9-
K) IkeoxorÜL V. n6. - ) m Lulbur. e ^ V'x!. äe Zenersrione er eorropt. 2 . c. <4,
Aeoxon. ttelloäl zu vergleichen ist. Historische Urtheil Ludwoeths zu hart. wenigstens zu zwei-Niachricht vom -HeskoSo ertheilet Fabrieius b. Z. deukig abgefast. Daß dieser Lehrbegrif GOtt vonr c. 8 t. i p. alwo p. ;?7 zugleich von der eigentlichen Schöpfung ausschliesse oder darinven übrigen griechischen Thcogomen gehandelt gänzlich übergehe, ist wol unleugbar; daher er in""sb. dem Verstände auck atheistisch genant werden kan,
Von dieser Vorstellung der Losmogo- daß ihn ein Atheist seinen Jrtümern unbeschadetwe beim Aristophane in den Vogeln v. 694 Lc. annemen könte; daß aber damit die Wirklichkeitsandelt weitläufiger Thon,. Burnet tbeor. teil. eines volkommenen, auch herschaftlichen Wesens, aus-'.a c. 7, der dieselbe vor volständiger halt als scr der also entstandenen Welt, geleugnet werde,tz Hcstodi. folglich die Atheisterey aller Anhänger desselben
So wie auf der einen Seite zuwcit ge- daraus erhelle, ist unerweislich. Wovon der Hr. AbtLangen wird, wenn man den Theogonien der al- Mosheim beini LuSworth c. z §. 17 z - <5 §. ,8^»Griechen einen mit Most« Bericht von der n. ; p. n6, und Herr Drucker K. pk. t. 1 p. 409Schöpfung übereinstimmigen Inhalt beilegt, wel- handelt; alwo zugleich Nie. -Hier. Gunvlings inMez Gxorius, Dickinson u. a. m. versucht haben : den OunälinZianis psrt. zr c>bk.; vorgetragene vor-' m auch auf der andern Seite das alhier gebilligte theilhafte Erklärung vom Chaos beantwortet wird.
A.W.H. l Theil. F