44- Einleitung zur algemeinmWelthistorie
vorzubringen, so wenig ein Gefäs aus einem Stück Silber entstehen kan, ohne Hülfe einesKünstlers *).
Anaxagoras und Diogenes Apollonius, zween Schüler des Anaximenes, habensich bemühet, diesem grossen Feler der ionischen Philosophie abzuhelfen, und ihres Vor-gängers Lehrbegrif zu verbessern. Der erstere durch Annemung eines von der Materie un-terschiedenen vernünftigen Wesens, wie schon bemerket worden und hernach weiter vorkom-men wird: der andere aber durch das Vorgeben, daß die Lust, als das erste Grundwesen-er Welt mit einer götlichcn Vernunft versehen gewesen, ohne welche si^nichts würde ha-ben hervorbringen können ^); so daß seine Meinung vom Spmozismo sehr wenig entfer-net gewesen. Uebrigens hat die Vorstellung dieses letztem von dem Ursprung aller Dinge,so viel änliches mit der carresianischen, daß es unbillig seyn würde, derselben nicht zu ge-denken. Indem, schreibt er, alles in Bewegung gewesen, sind dadurch einige Theile derMaterie verdicket , andere aber verdünnet worden. An denjenigen Orten nun, wo dieVerdickung überwogen, ist eine Cirkelbewegung oder ein Wirbel entstanden, der alles, waser erreichen können, in sich gezogen, dabey die leichtesten Theilgen in die Höhe gestiegen,und die Sonne gebildet (^)»).
§. 42.
Vom ur- Der nächste atheistische Lehrbegrif der Aroniorum, oder untheilbaren Sonnenstäub-jprung des gen wird gemeiniglich dem Democritus als Erfinder desselben zugeschrieben, welcher älterAtomorun?"als plaro und Aristoteles gewesen. Laertius schreibet solche Erfindung dem Leucip«-pus zu -), der etwas älter als Deinscrims gewesen, ob er gleich nicht so viel davon ge-schrieben als dieser. Andere inachen diesen Lehrbegrif viel älter, postdonius §) gibt esvor eine gar alte Nachricht aus, daß der erste Erfinder davon ein Phönicier, Moschusgewesen, welcher vor dem trojanischen Kriege gelobet <), und welchen man für eben densel-ben mit dem phönicischen Weltweisen Mochus hält, von welchem Iamblichius redet ^),und mit dessen Nachfolgern, welche Priester und Propheten gewesen, seinem Bericht nach,pvrhagoras, Zeit seines Aufenthaltes in Sidon, umgegangen seyn sol. Gleichwie aberCicero, ob er gleich postdonii Schüler gewesen, kein Bedenken getragen, desselben Glaub-würdigkeit hin und wieder in Zweifel zu ziehen, und bey dieser Frage ausdrücklich behauptet,-aß Leucippus oder Democritus Urheber dieses Lehrbegrifs gewesen -); so scheinet sein
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1.1. cle LNIML c. 2. r) in 8crom. 3puö Lllleb. cle praepzr. Lu-nx. 1.1. c. 8. -)
in r-ucippo p. 567. tt iVtzcdem. p. 567- er I. >6. p. 5>2.
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(z8 B.') Von diesen Lehrern der joniscken Welt-weisheit handelt am ausfürlichsten und ordentlich-sten Hr Drucker b pd. r. l p. 478-;>4, alwsnicht nur derselben Lehrsätze vom Ursprung der Weltvorgetragen, sondern auch eine sorgfältige Unter-suchung der Atheisten/ derselben angestellet wird,mit Anfürung sowol der vornemsten Ankläger undVertheidiger, als auch der erheblichsten beiderseitigenGründe: die so beschaffen sind, daß die Entschei-dung, wo nicht unmöglich fallen, doch sehr zweifel-haft und bedingungsweise abgefast werden muS;Indem die eigentliche Beschaffenheit ihrer Meinun-gen und der wahre Verstand ihrer gebrauchten dun-keln Ausdrücke, beim Mangel unmittelbarer Nach-
richten, nicht leicht zu einer zuverläßigen Gewisheitgebracht werden kan- Indessen müssen die eifrigstenVertheidiger derselben zugeben, daß ihr Lehrbegrifden Ursprung der Welt ohne Zuthun GOttes be-schreibe , woraus bock die Verleugnung und Bestrei-tung der Wirklichkeit eines höchsten von der Weltverschiedenen Wesens noch nicht folget. Daher diealhier geschehene Anfürung gedachter Lehrbegriffeunter dieser Gattung ihre Richtigkeit behält, obgleich die gefallen Urtheile von der Atherstere/ ih-rer Urheber manche Einschränkung verstatten underfordern, sowol als die^gemachte Vcrgleickunq desLehrbegrifs Anaxagora mit dem spinoziflischeSund cartesianifthen.