48 Einleitung zur algemeinen Welthistorie i
ges Wesen sey, so in einer feurigen Gegend wone und die Weltsele ausmache ' s»würde er eher zu entschuldigen seyn, als da er gelehret, wie nicht geleugnet werden kan daßsowol die Bilder von denjenigen Vorwürfen, die sich auf allen Seiten uns darstellen alsdie Natur selbst, so dieselben Bilder verursachet und um sich herum ausgehen läst ja un-sere eigene Erkentnks und Vorstellung, unter die Götter gezälet werden »nisten Dar-aus erhellet nun zur Gnüge, daß dasjenige, was von dem Democrito Gort aenennetworden, weder die Einheit, noch Ewigkeit, noch Unveränderlicbkeit, noch sonst andere Ei-genschaften, so dergötlichen Naturwesentlichsind, gehabthabe. Und nichtsdestoweniger istes so gar lange incht, daß eine fast gleiche Meinung ausö neue behauptet werden wollenda man gememet, daß unsere Vorstellungen sich in GOtt befinden, und Ideen GOtt selbstwären, und daß dieselben kUne Modification eines erschaffenen Geistes seyn tönten; worauszu folgen schemt, daß sie GOtt selbst seyn »). Was aber insbesondere den EvicuruSanlange^ so hat er allerdings erkant, daß es Götter gebe, und daß dieselben um Vortref-lrchkeit ihrer Natur willen angebetet zu werden verdienen, ob man, gleich sonst von denselbenweder Wohlthaten zu hoffen noch Schaden zu fürchten habe indem er sie weder vorSchöpfer noch Regrerer der Welk gehalten. Dem ohngeachtet hat sich ein sehr geirrterMan vor kurzer Zeit unterstanden, den Epicurus in Ansehung dieses letzten Stücks zuvertheidigen, und behauptet, daß er die gütliche Vorsehung nicht geleugnet habe '?). Erhat ferner geleret, daß die Götter unsterblich und höchst glückselig seyn, indem sie ein' Lebender volkommensten Ruhe ohne die geringste Beschäftigung füren; daß sie von menschlicherGestalt seyn, ob sie gleich keine eigentliche Leiber und Blut haben, sondern etwas, das den-selben änlich sey -). Und damit er nicht ihre Unsterblichkeit aufbeben und sie der Veraäna-lichkeit unterwerfen möchte, so meinte er, daß sie nicht, wie andere Dinge aus Aro-rnis zusammen gesehet seyn -); obwol einige aus Versehen das Gegembeil vorgegebenhaben 5). - r, r>
Es ist wol niemand unbekant, daß diese Corpuscularphilosopbie von einigen neu-ern Gelehrten wieder aufgebracht worden; welche, indem sie die Ewigkeit dieser Aroms-- »rum, und ihre Bewegung nach einem blossen Zufal, verworfen, sonst aber fast in allen an- kdern Stücken der alten Meinung des Leucippus gefolget, daraus einen sehr scharfsinnigenLehrbegrif gemachet. Dieses hat insbesondere Gassendus gethan, der in Absicht auf die
Gründe
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dieses des betauten Malebranche Meinung, daß wir alle Dinge im Wesen's) Vi-I. 0!LU»n-nr- dilluri^e -r cririgue Utti-. vemocrir-r.marou-p ^ sdO"es erkennen.
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x.iL;9-^»9l-alwo zugleich die Atheisterey dessel-ben untersucht wird; bey deren Bestimmung einevorläufige Hebung der in diesen Untersuchungen sehraewönlichen Zweideutigkeic unentberlich ist. DaßEpicuri Lehrgebäude vom Ursprung der Welt GOttvon derselben Hervorbringuug ausschliesse, folglichauch von einem Atheisten angenommen werden kön-ne, ist ausser Streit. Daß er von GOtt sehr gro-be ezrkümer behauptet habe, wodurch der richtigeDegrif von dem allervolkommensten und notwendi-gen Grundwesen aufgehoben wird, ist eben so un-
streitig. Daß er aber um deswillen ein eigentlicherAtheist gewesen, der das Daseyn GOttes geleugnethabe, jst mehr nur mierweislich, sondern kan ausmanchen Stücken seines gesamten Lebrbegrifs wie- -derlegt werden Ob er dabey seine wahre und >völlige Meinung entdeckt, oder zum Schein nur man-ches vorgegeben habe, gehört zu dieser Untersuchung >eigentlich gar nicht, kan auch leichter gemutmassssals erwiesen werden. Ein weitläufig Verzeichnisder Schriften von diesem Lehrbegrif steht in Hr"- !D- Hettnians sct pW. r. r x. 6Z7 - 6;c>.