Band 
Erster Theil.
Seite
50
JPEG-Download
 

zc> Einleitung zur algemeinen Welthistorie

rus als die allerzarteste und geschwindeste Substanz beschrieben, so die ganze Welt durch'dringet r). Die Begriffe, welche Heraclirus hievon gehabt hat, scheinen sehr verworfngewesen zu seyn, wenigstens wie sie uns überliefert worden; welches auch gar nicht zu ver-wundern, weil er sich in dem, was er von der Naturlehre geschrieben, solcher Dunkelheitbeflissen, daß er um deswillen den Beinamen des Finstern erhalten'«). Er sol geleug-net haben, daß die Welt weder von Göttern noch Menschen erschaffen worden «); welchesman denn so verstehet, daß er damit habe sagen wollen, die Welt sey von niemand, werer auch immer seyn mag, auf die Art verfertiget worden, wie ein Baumeister ein Haus erbauetDurch äussere Werkzeuge und Gerüste, vermittelst äusserer Wirkung auf die Materie; son-dern durch eine gewisse innere und eigene bildende Kraft °). Ferner hat er eine unvermeid-liche Notwendigkeit aller Dinge behauptet, und dabey zugleich vorgegeben, daß dieselbenbeständiger Veränderung unterworfen seyn und nichts in einerley Zustand bleibe. Die Bil-dung der Welt aber hat er also erkläret: Nachdem das Feuer erloschen, seyn die gröbstenTheile desselben verbunden worden und daraus die Erde entstanden; die flüßigen Theile aber,Die durchöFeuer aufgelöset worden, haben das Wasser hervorgebracht, von dessen Ausdünstun-gen die Luft entstanden ?). Wie nun die Meinungen des Heraclitus von dem Ursprungaller Dinge von den Stoikern angenommen worden, von welchen wir bald ein mehreresmelden werden; so wollen wir uns alhier nicht weiter aufhalten, sondern nur noch bemer-ken, daß der grosse Arzt, Hippocrates, mit dem Heraclito einerley Begrif von GOttgehabt, indem er vorgegeben, daß Hißs oder Feuer unsterblich und alwissend sey, alle Din-ge sehe, höre, und somol das Gegenwärtige als Zukünftige wisse s).

§. 47 -

Der Stoiker Die Stoiker haben gleichstes zwey Grundwesen angenommen, GOtt und eine vonmeimms- allen Eigenschaften lere Materie; das eine wirksam, das andere aber leidend, beide hin-gegen körperlich *): indem sie nichts vor eine unkörperliche Substanz erkant, aber ebendadurch sich gar seltsam verwirret, und in der That ihre zwey Grundwesen auf ein einiges ge-bracht '). Sie lehreten zwar, GOtt sey ein unsterbliches, vernünftiges, volkommenes, le-bendiges Wesen, so sich seiner Glückseligkeit bewust, von allem Uebel frey sey, die ganze Weltund alle Dinge in derselben mit seiner Vorsehung regiere, ja den Werkmeister ') und gleichsamden Vater aller Dinge abgebe: gemeiniglich aber beschrieben sie denselben als einen feu-rigen Geist, ohne einige Gestalt, der sich indessen doch in alle Dinge verwandele; oder alsein künstlich Feuer, so die Hervorbringung der Welt ganz regelmäßig verrichte, und in sichselbst alle Samen und Formen habe, wornach alle Dinge, der unvermeidlichen Normen,digkeit gemas, gebildet werden "). Und eben darin besteht auch ihre Beschreibung der Na,tur "). Von diesem Geist haben sie nun vorgegeben, daß derselbe die ganze Welt undeinen jeden Theil derselben belebe, erhalte und durchdringe, wie die Seele den menschlichenLeib; indem er nach den verschiedenen Gestalten der Materie, die er belebet, verschiedeneNamen füre» Aus diesem Grunde haben sie denn die Welt selbst für GOtt, und einen je«

* den

/) /'/s/s I» p. 41z. via. ae ünibur 1.. r. ,4/ev. Ltrom, L. «)

cie snimae procrsiklove p. ic»q. inrell. 8/üem. p. >52. /-/«/snL«/ äs pUcicir

xii'ilvlopkor. r>.c, z. irrm ÖioF. »I Uett-Nrv p. 551. ,/) 8-a.I.

<!e pk',!o 5 npvll Lulsi ium ,Ie k.usnxel, l^. >5 c. >4 OioF. >» 2-nons

<Iicr> p. 449 - ^ k^iir. <>;, cie mrurg Deorumt., s. via. 8roicoruM

2. c. 4- 5 - tuprap. 458- «) üe x^>rilir kilUvtvxdvrum I.c. 6 - 7 -

«) OivF >upr» i>, 46;, Occ-o vbi suxr»,