-2
Einleitung zur algemeimn Welthistorie
§. 49.
Ueberemstün- Mit diesen jetzt angesäeten Vorstellungen der Stoiker von dem Ursprung der Welt,mige Meinung kommet diejenige Lehre sehr genau überein, die unter den pendets-) fast algemein seynemiger^ndia-^. welches indianische Heiden sind, und unter welchen diese Meinung durch die Sufisund Gelehrten in persien heimlich unterhalten werden sol, die sonst mit dem Lehrbegrif desLluds der Hauptsache nach einerley ist, den Gassendus zu wiederlegen sich die Mühe ge-geben. Diese Cabbalisten geben vor, daß GDtt, oder das höchste, unbewegliche und umveränderliche Wesen, nicht allein die Selen der Geschöpfe, sondern auch die ganze Körper-welt aus seiner eigenen Substanz hervorgebracht habe; und daß solche Hervorbringungnicht etwan durch eine Handlung desselben, als einer wirkenden Ursache, bewerkstelliget wor-den , sondern durch eine wirkliche Ausdenung und Auswickelung des götlichen Wesens,worin eigentlich die Schöpfung bestehe; so wie im Gegentheil die Zerstörung der DingeNichts anders sey als eine Rükker derselben in das gütliche Wesen; welches sie durch fol-gendes Bild zu erleutern suchen: Sie stellen eine Spinne von einer unermeslichen Grosseals die erste Ursach aller Dinge vor, so die Materie aus ihrem Inwendigen hervorge-bracht, und das Gewebe dieser ganzen Welt gesponnen und mit unglaublicher Kunst zu-bereitet habe. Dieselbe sitze nun in dem Mittelpunct ihres Werks, fülle und regiere dieBewegung aller Theile desselben; bis sie endlich, nachdem sie an der Einrichtung und Be-trachtung dieses Gewebes sich lange genug belustiget, alle ausgesponnene Faden wieder insich zurück ziehe, durch welche Verschlingung derselben die ganze Natur der Geschöpfe wie-der in Nichts vergehe ^). Sie bedienen sich auch eines andern Gleichnisses: GOtt sey,sagen sie, einem unermeslichen Weltmeer gleich, in welchem viele mit Wasser angefülleteGlaser schwimmen. Wohin dieselben nun getrieben werden, so schwimmen sie doch immerin demselben Meer und in demselben Wasser; zerbrechen sie aber, so vereiniget sich dasWasser, damit sie angefüllet gewesen, mit dem Ganzen, das ist, mit dem Weltmeer, da-von es ein Theil gewesen §). Allein, bis letztere Gleichnis ist ganz und gar nicht richtig,indem die Materie, daraus die Gläser bestehen, eine zweite Substanz ist, durch derenZwischenstand das Wasser, so in denselben enthalten ist, von dem im Meer befindlichenWasser abgesondert wird: da hingegen wenn es dergleichen algemeine Weltsele gäbe, die-selbe durch alle Theile der Welt ausgebreitet seyn würde, und nichts die Vereinigung einerjeden besondern Sele mit ihrem Ganzen hindern könte, folglich auch kein Tod ein Mittelihrer Wiedervereinigung abgeben würde.
§. zo.
Meinung der Man trift auch unter den Chinesen: eine Partey an, so die Natur vor die einigeChineser. Gotheit erkennet, und dadurch dieselbe natürliche Kraft oder Wirkung verstehet, so diewirkende Ursache der Bewegung und Ruhe ist, und alle Dinge hervorbringet, unterstütztund erhält. Diese L^arur halten sie vor die Sele, welche überal die Materie bildet,und nennen sie ein Grundwesen, das von nichts abhänge. Indem sie aber dis Grund-wesen
,) Wir nehmen dieses Wert an für das malaische Wort r-naie, welches soviek als einen gelehrten Ma»bedeutet. Siehe 8viirs äcs jVtrmoires sur i'Lmpiie a» p.ror. /ixxenä,
-trckaevl. p. zs§, - Lkinz illultr p. >55- §) ib'uicm.
'phyliolvAise ttoicae, und weit unparteiischer Jac. tstionibus äe erroribue ttoicorum, die nachherThomasiUS IN den exercitstionihlis cle exnttione den snsleüis Kitt. philot. einverleibet worden, lindnninäi ttoics, ingleichen in den rr aillertst. aä Hr. Lruckek äe wo ttoicn im 8Theilderamoe".tüllor. ptul. ttoic. kscientlbus, BnVSeus in äiger- ütter. ingleichen lull. xkil. t. i x. 8§; hg.