zweiter Abschritt. zz
fchaften der fülbaren Materie hat, und damit eben dasjenige bezeichnen wollen, was eini-ge neuere Weitweisen durch den Raum verstanden haben, welchen sie sich vorstellen als einvom Körper verschiedenes Wesen, dessen untheilbare, unfülbare, durchdringende, unbe-wegliche und unendliche Ausdenung doch etwas sey, so wirklich bestehe. Nun ist leicht zubegreifen, daß dergleichen Ding unmöglich das erste Grundwesen seyn können, wenn es ohnealle Wirksamkeit gewesen, wie doch diese chinesischen Weltweisen vorgeben. Spinozaist so ungereimt nicht gewesen. Der ganz abstracre Vegrif, den er von dem erstenGrundwesen ertheilet, ist, eigentlich zu reden, nichts anders als der Begrif vom Raum,welchem er die Kraft der Bewegung beileget, woraus hernach alle Veränderungen der Ma-terie herrüren können ^).
§. 5Z.
Die Siamer haben gleichfals mit den Stoikern in dem Begrif von der Wechsel- Meinung der>vekse vorgehende!, Zerstörung und Erneuerung der Welt einige Aenlichkeit. Ihre Tala- Siamer,unbvinen lehren, daß die Gestalt oder das Muster der Welt ewig sey, nicht aber die sichtbare Jude«.
^belt. Denn alles, was wir in derselben sehen, lebet ihrer Meinung nach, und muö ster-ben z es werden aber allezeit andere Stücke von eben derselben Art hervorgebracht, ein an-derer Himmel, eine andere Erde und andere Sterne, und auf solche Weift sey die Naturzu verschiedenenmalen vernichtet und erneuret worden *). Auch ist diese Lehre den neuernJuden nicht unbekant gewesen, als deren (Labbalisien den Ursprung aller Dinge so erklärensollen, daß sie dieselben vor Ausflüsse einer ersten, mithin vorher daseyenden Ursach ausge-ben, die demnach vorher dagewesen seyn müsse, ob wol vieleicht in einer andern Gestalt alssie nachher bekommen. Sie reden auch von der Rückker und Wiederaufname der Dinge indas erste Wesen, durch algemeinen Umlauf und Wiederherstellung derselben in ihren erstenZustand; welches fast darauf hinaus läuft, daß sie gegläubet, ihr En Soph oder allerer«stes Wesen enthalte alle Dinge in sich, und es gebe allezeit in der Welt eine gleiche Mengevon Wesen, entweder in einem erschaffenen oder unerschaffenen Zustande (^). So langesich alles im unerschaffenen Zustande befindet, so ist GOtt schlechterdings alles; wenn dar-aus aber die liVelt entstehet, so wird dadurch die Menge und Grösse der Wesen nicht ver«
*veret, sondern GOtt wickelt und breitet sich nur gleichsam aus, durch Ausflüsse und Mit-telungen von den höhern in die unteren Theile, woraus die verschiedenen Gestalten undAten erschaffener Dinge herrüren. Daher reden sie so oft von grösseren und kleineren Ge-lüsten , diese Ausflüsse gleichsam aufzufangen ; von ausgehenden Stralen und von Canalen,
^U'ch welche dieselben fliesten und ausgebreitet werden. Mit einem Wort, sagen sie, wenn^2kt diese Stralen zurücke ziehet, so vergehet die äussere Welt, und alle Dinge werden wie-Gott'). Verbürgest du dein Angesicht, so erschrecken sie; du rumst weg ih-^n Dden, so vergehen sie und werden wieder zu Staub. Du lassest aus deinenGden, so werden sie geschaffen, und verneuresi die Gestalt der Erden»).
§. 54«
Elche äia. kill, a". rem 5 ) In äelcrixrioa ae Liain 1°c>m. I. x. zöl. /)
»e/. /rr.tiirol. l. 1 . p- 6 Z ta. ps. >oq, ry. zo.
.(47 Bn Von diesem kabbalistischen Lebrbewird ausfürlich gehandelt in Hrn. Druckersz." pbil. » p. 98;, ingleichen in Lhrist.
von Xosencoch ltsbliala -lennästs, Steph.?"tangel in den Erleuterungen des von ihm her-^"bgegeh,„en Buchs Iezirah, Igc. BasiiüZe Kitt,
<les luits liv. z c. lo liv. 4 c. 7. 8, und Joh.Lranc. Buddens in «bs bsl. r. i obk 1. und in-ti-ncl. i» pkii. kebraeor. womit doch Herr Joh.Ge Wachter zu vergleichen, sowol im 8pinorismo,in incisikino, als im eluciäsrio cabbslittico.