Band 
Erster Theil.
Seite
56
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Meinung de-rer die zweyprincipia,Gottund die Mate-rie annemm,

Was Phere-rydes und Py-thagoraS da-von gehalten.

>6 Einleitung zur algemeinen Welthistorie

§. 54.

Wir kommen nun aufderer Meinung, welche zwey verschiedene Grundwesen behau-pten, deren keines von den, andern abhänge und welche von aller Ewigkeit her neben einan-der bestanden, GOtt und die Materie. Diese Meinung pflegt man insgemein demPlato und pychagoras zuzuschreiben; wenigstens ist sie vom Anaxagoras, Archelausund verschiedenen andern Weltweisen unstreitig gelehret worden.

§. 5 Z.

Worin die Meinung des pherecydes von Gyrus, pychagorä Lehrers, von dem Ur-sprung der Welt bestanden habe, ist etwas ungewis. Die ersteren Worte einer Schrift dessel-ben, welche zur Zeit des Diogenes LaertlUö noch vorhanden gewesen, scheinen anzuzeigen, daßer drey ewige Wesen geglaubet (^), den Jupiter oder Gott, die Zeit, und die Erde ")-Pychagoras selbst aber sol zwey selbständige Grundwesen angenommen haben, nemlicheine Monas oder Einheit, und eine Dyas oder Zweiheir (*§). Durch das erstereoder die Monas sol er, wie man gemeiniglich glaubet, Gott oder ein wirksames Grundwe-sen und Geist verstanden haben; wiewol andere dafür halten, des pychagoras Mona-des seyn Atomi gewesen *). Was das andere aber oder die Dyas bedeuten sollen, istsehr ungewis: indem es zuweilen von einem unvolkommenen Geist erkläret wird, oder einembösen Grundwesen, so die Materie oder die sichtbare Welt belebe >); zuweilen aber von einemblos leidenden Grundwesen oder der Materie selbst : daß die Zahl zwey die Mannigfal-tigkeit, Ungleichheit, Theilbarkeit und beständige Veränderungen der Materie vorstelle; so wiedie Zahl Eins von ihm die Einheit, Beständigkeit, Untheilbarkeit und Unveränderlichkeitder görlichen Narur anzeige»). Indessen läst sich noch sehr zweifeln, ob pychagorasdurch seine Dyades die Materie verstanden habe oder nicht; denn Porphyrius erkläretdie zwey pythagorischen Grundwesen folgender Gestalt: Die Ursache, spricht er, der Sym-pathie, Harmonie und Uebereinstimmung der Dinge, ingieichen der Erhaltung des Gan-zen, so immer einerley und ihm selbst gleich bleibet, ist vom pychagoras Unflat oder Ein-heit genant worden, weil die Einheit, so sich in den Dingen selbst befindet, nur aus einerMittheilung von der obersten Ursache herrüret: hingegen ist der Grund von dem Unterschied,der Ungleichheit und unaufhörlichen Unordnung der Dinge, von ihm Dyas genant wor-den ö). Dieser Erklärung des Porphyrius zu folge mäste man nicht sowol durch diepythagorische Dyas die Materie an sich selbst verstehen, als vielmehr die unendlicheund unbestimte Natur und Fähigkeit leidender Veränderungen in Dingen ; daß also dieMonas und Dyas des pychagoras einerley seyn mit des plaro endlichem und un-

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ip) lnp. 76. ^ tuprs §. 41. > ) cle placlns ktülokopkoruM

I. c.s. 2) lä. !bic!em c. z. Vi6. Kusebium 62 praepay. kuLMA ir. inre!!. 8?^"

l>.Z 7 >. er) Viä. Vle äe clurZore p. 55. in virä p. s()Z.

^ 8 . B.) Da es nicht nur unerweislich, sondern (49. B.) Vom pythagora und seinem Lehrbe«auch unwarscheinlich ist, daß pherecvdes der Zeit gris sind ausser den algemeinen Abhandlungen derMe eine Seibstchätigkcit oder gar Selbständigkeit philosophischen -Historie sonderlich Gtanlesbeigeleget haben, so wenig als solches in den alten part. z p. 6 ; 8 , und Herr Bcuker tvm. i p. M'Theogonien geschehen: so wird er füqlicher unter noo vornemlich zu vergleichen Joh. Scheffer ädiejenigen gerechnet, die zwey Grnndwesen ange- nst. ct. eonttic. pkil. ttslicsc, Mich. Mourgue»nommen, und zwar mir beständigen Veränderungen, plan tkeolozique ä» kxtKsZorisuie und Joh. Jac-deren Folge die Zeit ausgemacht. Mehrere Nach- Lehman proär. obler». sä Kitt. pkil. Luääei. CMricht von diesem Vorgänger Prchagorä, aus der ausfürlich Verzeichnis der übrigen Schriften findencyclaSischen Zwei Gyrns, ist in Hrn.Bruckers sich in Herrn D. -Heumans sät. pkil. t. i ?-K. pk. l. 1 p. 98r anzutreffen. zg'. 7;,, 754. t. r p. 487 - 491.