zweiter Abschnitt z-
§. 59 -
Versteht matt diese Art zu philosophiren, die plaeo auch angenommen, nach dem Amerktli,Buchstaben: so hat sie nicht den allergeringsten Grund in der Natur. Denn es ist nichts gen darüber,unstreitigers, a's daß Zalen, wie sie auch nur immer zusammen gesetzt werden mögen, nichtsanders als Zalen hervorbringen können «). Daher ist es warscheinlicher, daß pyrha-Zoras dieselben nur als Sinbilder und Vorstellungszeichen gebraucht habe. Denn weiler vermeinet, daß die mathematische Wissenschaften eine gleiche oder Miktelentfernung ha-ben von körperlichen und «»körperlichen Dingen r so hat er mit derselben den Anfang ge-macht, das Gemüt stufenweise von sittlichen Dingen abzuziehen, und zur Beschauung dervor den reinen und läutern Verstand gehörigen Dinge anzugewönen. Und das ist wol die ei-ältliche Ursach gewesen, warum er hauptsächlich Zalen erwälet: denn weil er nicht im Stan-de gewesen, die ersten Gründe aller Dinge mit Worten zu bezeichnen; so hat er sie durch3 alen vorgestellet "). Das scheinet die ganze Absicht des pychagoras gewesen zu seyn,
^gleich seine Nachfolger in seiner Lehre Geheimnisse gesuchet, die er selbst sich nie träumenlassen. Indessen ist nicht zu leugnen, daß der grosse Feler dieses Weltwersen sowol als des^lcrro eben darin bestanden, daß sie natürliche Dinge in mathematische Gründe, Zalenund Verhältnisse aufgelöset; so wie Aristoteles nachher in logische Gründe.
§. 60.
Von der Monas, Dyas und Teeras ist bereits gehandelt worden. Was aber Fortsehnn«die regulären Körper anlanget, so hat man vermutet, daß pychagoras nur die Absicht derselbengehabt, die Elemente nach ihren Gestalten durch die Aenlichkeit anderer natürlichen Kör-per vorzustellen. Daher hat er das Feuer durch die Gestalt einer Pyramide oder einesTetrahedri vorgestellet, weil die Flamme desselben auf einen Punkt zusammen läuft undeine Spitze ausmacht. DieLuft, so in der Ordnung zunächstaufdaS Feuer folget, durchein
Dcrahedcon, so die meiste Uebereinstimmung mit dem Terrahedro hat, indem es auszwey Pyramiden entstehet, deren viereckige Grundflächen zusammen gefüget werden.
Das Wasser, seiner Flüssigkeit wegen, durch ein Icosahedron; und die Erde durch ei-nen Cubum, ihrer Deftigkeit wegen, indem der Würfel unter allen regelmäßigen Kör-pern am wenigsten zur Bewegung bequem ist *). Wil man sie aber nach ihrer natürlichenBeschaffenheit betrachten: so hat pychagoras vieleicht dafürgehalten, daß die Theile,daraus die Elemente bestehen, solche Gestalt haben nach der ihnen eigenen Unter-scheidungsschwere. Daß daher die allerersten Grundtheilchen der Erde lauter Würfelseyen- weil, wie die Erde unter allen Elementen das schwereste ist, also auch ein Tu-bus der schwerste sey unter allen ordentlichen Körpern. Die Feuerkheilchen Terrahedraoder dreieckige Pyramiden seyn; indem das Feuer unter allen Elementen das leichtesteund flüchtigste ist, gleichwie das Tecrahedron unter allen Körpern bergichteste ist. Daßdie Lufttbeilchen die Gestalt eines (Ocrahedron haben, als welches nach dem Terrahedroder leichteste unter diesen fünf Körpern ist, gleichwie die Luft nach dem Feuer das leichtesteElement ist. Die Theilchen des Wassers endlich die Gestalt eines Icosahedri, weil die-se F^ur von mitler Verhältnis zwischen dem Tndo und (Dcrahcdro ist; gleichwie dasWasser zwischen der Schwere der Luft und der Erde gleichfalö im Mittel stehet. Was denfünften Körper, das Dodecahedron betrift, und welcher den Himmel oder die Sphäre
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^ Via. Lärcliseol. u.«. p. i;S,Limicnovicr N, 4. x. r6z.
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