Band 
Erster Theil.
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6cr Einleitung MalgememenWelthistorie !

der ganzen Welt vorstellen sol; so mus derselbe unstreitig blos eindlemarisch oder als einSinbild gebraucht seyn, wo er nicht vielmehr ein spaterer Zusatz der pythagoreischen Na«turlehre und kein ächtes Stück derselben ist; daß die vier Hauptseiten desselben sich entwe-der auf die zrvölfZeichen des Thkerkreiseö beziehen >), oder auch vieleicht die vier Elemente,die sieben Himmel und das Firmament vorstellen sollen »).

§. 6i.^

Timaus Locrus, der ein Ppthagoräer gewesen, scheinet die vorhergehendeWirklichkeit der Materie geglaubet und dieselbe für ein selbständiges Grundwesen nebstGOtt gehalten zu haben, indem er ausdrücklich behauptet, daß dieselbe ewig sey«). In-dessen schreibet er doch an einem andern Arte, daß der ewige GOtt, der nur mit dem Ver-stände gesehen werden könne, der Urheber und Natur aller Dinge, die Welt aber, so un-sern Augen sichtbar ist, der gezeugte Gott sey §). Er macht auch einen Unterscheid unterder ewigen Fortdauer GOktcs, die keinen Anfang gehabt, und unter der Zeit, die mit derWelt entstanden, als eine Nachamung der Ewigkeit *). Ueberdis hat er insbesondere ge-lehret, daß es zwey Gründe aller Dinge gebe: ein verständig XVestn vor diejenigenDinge, die vernunftmäßig erschaffen worden, und eine Notwendigkeit vor diejenigenDinge, die durch Gewalt hervorgebracht worden, nach den Kräften der Körper. Durchwelchen letztem Grund er ganz offenbar die Materie verstanden hat-?); dergestalt, daßvor der Schöpfung der Welt nebst GOtt eine Idee oder Vorstellung und wüste Materiedagewesen, davon das eine das verständige Muster oder Entwurf aller Dinge, das ande-re aber des erster» sein Gegenstand gewesen, so zwar selbst keine Gestalt gehabt, doch allerGestalten fähig gewesen, und daher von GOtt in die bestimte Gestalt der sichtbaren Welt ^gebracht worden; welche, als die volkommenste und beste Bildung, durch keine andere Ur-sach zerstöret werden kan, als durch eben den GOtt, der sie gebildet, wenn es ihm einmal ,gefallen solle, sie wieder aufzulösen <). Daraus erhellet denn ganz deutlich, daß Timäus !wirklich zwey unterworfene Grundwesen angenommen habe, nemlich die Materie und Ge- !stall (^). In welchem Stück Archyras von Tarent, der auch ein pythagoräer gewesen, l

mit ihm übereinstimmet: als welcher GOtt für den Künstler und Beweger, die Materiefür dasjenige, so beweget werde, die Gestalt aber für die Kunst, so in die Materie ge-bracht worden, angenommen hat ; welches auch die Meinung des Pluto gewesen. Wirgedenken der Meinung des Archytas um soviel mehr an diesem Orte, da Censorinusdenselben nebst dem pythagoras darin mit dem (Ocellus Eucanus verbindet, das mensch-liche Geschlecht für ewig gehalten zu haben §). ^

§. 62. ^

zsilärmiUMem. »*) Vi-I. VIsrlep/kkzZvrc IZZ- V16. etism snima inunöi inkel !

vxulcul»eUir» Ll'Uom Cale p. scc. «) c. p. 544 i>) ia. ibia p. 54Y.

c) IkiUem p. 552. Vig. eriüm Lrrom. 5 . N« 604. ViU. in Oiox.

1.3ert.in virn?l3t. 207 e) idiUem p. 543 - Viri. UiU. kdiioiopd. pLrc r,. 4.1^) 420.

/) Lclox pkyt. Ue cU- Näkäii c. z. In den gemeinen Ausgaben liefet man

stat des Namens Gcellus den Namen Lerejuo,

(;r- B) Diese beiden Ppthagoräer sind der dieser notwendigen Verknüpfung derselben einenHauptsache nach von dem Lehrbegrif Pythagorä ganz neuen Lehrbegrif eingefnrt. Vom letztern iststaar weit nicht abgegangen: indem sie nur den Un- Joh Andr. Sck>miss >iiü' äe 'I^sreiuino,

terschied der beiden Grundwesen, GOttes und der von beiden aber Hrn Brnckers ll. pb. row. itktateei'e, etwas vergrössert, und den innern notwen- p. 1127-iizr zu vergleichen. in^leicbenvon derdigen gegenseitigen Zusammenbang derselben ver- thagoräcr Meinung, in Absicht der Schöpfung,mindert oder beiseit gesetzt. Worin Platc» nach Hrn Abt Mosheims siich äe crestione er niblloher weiter gegangen, und durch gänzliche Aufhebung §. iz p. 971.