Band 
Erster Theil.
Seite
61
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6 !

zweiter Abschickt.

§. 62.

plaro, der sowsl als fern ^rmeister, Gocrates, die Begriffe des pyrhagsras Meinung desvorn Ursprung der Welt beibehalten, hat auch diese jetzt gedachten drey Grundwcsen ange- P^o.nornmen, GDtt, die N rarerie, und die Idee ; welche doch Laertius auf zwey zmsammengezogen, GDtt und die Materie'); indem die Ideen oder ursprünglichen Mu-ster aller Dinge im götlichen Verstände, in der That kein von demselben verschiedenesGrundwesen ausmachen, sondern dieser götliche Verstand selbst sind, mit welchem sie auchstwol von dem Timäus als anderen pythagoräerir öfters verwechselt werden ^). Wor-aus denn unleugbar zu seyn scheinet, daß plaro die Materie für etwas unerschaffenes undewiges gebalten habe, welches er auch an mehrern Orten seiner Schriften ausdrücklich be-hauptet. " Er ist aber deshalb von dem Hierocles vertheidiget worden 0: der, weil er selbstvon den Gründen des Gegentheils überzeugt gewesen, viel Neigung gehabt, aus Hochach-tung gegen die Partey, der er zugethan gewesen, zu glauben, daß ihr Stifter GOtt für fä-hig gehalten, die Welt durch sein blosses Wollen hervorzubringen, wenn es gleich keine vor-her dagewesene Materie gegeben; daher er denn vorgegeben, daß derselbe wirklich eineSchöpfung geglaubet habe, die schlechterdings aus nichts geschehen. . Worin ^-ierScleSzwar manchem sehr sonderbar vorgekommenIndessen sind ihm doch verschiedene neuereGelerten darin gefolget, indem sie angenommen, daß, wenn plato von der Materie be-hauptet, daß sie ewig sey, er damit nicht gemeinet, daß dieselbe sichtbarer Weise von Ewig-keit her vor sich selbst bestanden; sondern daß sie nur vorstettungöweise in der ewigen IdeeGOttes dagewesen ^). Da denn auch verschiedene Stellen aus den Schriften dieses Welt-weisen angefüret worden "), welche einigen Grund geben tönten, zu mutmaßen, daß er wirk-stch geglaubet, GOtt habe sowol die Materie erschaffe» und hervorgebracht, als hernachaus derselben die Welt gebildet; wenn er nur nicht so ausdrücklich und deutlich das Gegen-theil vorgetragen hätte (^). plutarchus hat dem placo eine andere Meinung beige-wessen, daß er zwey verständige Grundwesen, ohne Abhängen des einen vom andern, ein gu-tes und ein böses angenommen habe« Wovon im folgenden beiläufig wird gehandeltwerden.

3 §« 6g»

-ö) öe placirls ktüloloplwrvm l,. l. e z- in l'ImLenm. öe klstorüs I.

r) O/oF.Lse-'/l'/sL in klaren, p. 2O6. 2IL H) Vici. inlagert p. l6z in eunclenr

loco iam ciraro. a^uc! pkorinm l?ibt!ork. 25«. p. rz8v. m) V!ci. Witter,

srr. liicro^les. Vie 6e klaren p. I2Z. Vic!. ikiä. ir. incellccl. 856. 4^^. 57O-

, Dieser vom -Hierocle plaroni beige- worden; wovon denselben Hr. Jac. Fimmerman

"gte Lehrbegrif ist unstreitig eine vorrheilhafre Ver- weitläufig gerettet in den sinoenitatibus litterarüsDrehung der wahren Meinung desselben , so die tom. 9 äiillae otbeismo kistonis p. 827-968, undNeuern platonici, sonderlich der alexgndriniscben derselben Rettung tom. 12p. -69-510. auch tom. izüber eclecrischen Schule erdichtet haben Wodurch p 48 -196 Daher die Verfasser dieser Einleitungnch nicht nur viele Kirchenväter, sondern auch neue- gros Recht gehabt, vom LuSrvorth in dieser Mei-ck Gelehrte verleiten lassen, den platonischen Lehr- nung abzugehen, und Plaronis Lehrbegrif in gs-°kgrif vor übereinstimmiger nur der christlichen Leh- genwärtige Gattung von Meinungen zu rechnen.

^ zu halten als er in der That ist, so „icht ohne Ausfürlich wird derselbe beurtheilet indesHrn.Abtunvermeidlichen Nachtheil beider Lehrbegrjffe gesche- Mosheims ciiü'. cle crestione ex nibilo §.15-19Vttr können Indem solche Mißdeutung wenigstens p 9 z 950, und Hrn. Druckers b. pk. t. 1 p. 627aanzen Verdacht der Atheisterey und des Spi- 676, alwo auch p. 685 die vom Plutarcho dem-"ozis^s veranlasset, so von einigen, als DaM in selben beigelegte Meinung, so Baple und HerrOonrinnstion äes pensees äiverles c. 2-:, und Mosheim vor gegründet gehalten, näher geprüft^tic. -Hier. Gundling in otiis takc r, und Onnä- wird.

"nxisnis xsrt. 4Z. 44 auf plaronem geworfen