6s Einleitung zur algememen Welchistorie
§. 6z.
Fortsetzung Was die Bildung der Welt anlanget, so Pluto geleret, daß, da die Materiederselben. ursprünglich ungebildet und ohne bestirnte Gestalt geweD,, sich auch in verworner und un-ordentlicher Bewegung befunden, GOtt, der die Ordnung der Verwirrung vorziehe, die«selbe zusammengebracht und solche Substanz in die vier Elemente verwandelt, ausdenselben aber die Welt und alles, was darinnen ist, erschaffen habe, indem er alles nach derursprünglichen Vorstellung oder in ihm selbst befindlichen Muster gebildet: da er denn der-selben eine sphärishe oder runde Gestalt gegeben, als die volkommenste unter allen, sie auchmit einer verständigen Sele versehen, weil ein belebtes Ding vortreflicher ist, als ein leblo-ses; welche Sele, nach des placo Meinung, bereits vor ihrem materialischcn Körperhervorgebracht seyn sol ?). Hiernächst hat er behauptet, daß die Welt unvergänglich sey?nicht zwar ihrer Natur nach, sondern weil sie von der gütlichen Vorsehung erhalten wer-de r): auch dabey vermeinet, daß nicht nur die ganze beselte Welt, sondern auch die ver-schiedenen Theile der Natur, die er gleichfalö vor belebt gehalten, Götter seyn, zwar vo»geringerer Art als der allerhöchste GOtt, doch aber vortrefiicher als die Menschen, die da-her mit Recht Ehre und Anbetung von denselben fordern. Diese Götter des plato findgrostentheils feurig gewesen, indem sie aus den himlischen Körpern bestanden, ob er gleichauch die Erde vor einen Gott gehalten, und vorgegeben, daß er der älteste aller Götter intHimmel sey O- Und aus diesem Grunde ist er mit der Lehre des Anaxagovas so übelzufrieden gewesen, der aus den Planeten und Sternen leblose Steine und Erde gemacher -).
§. 64.
Meinung des Anapagoras, der durch die Grösse seines Verstandes nicht weniger Ansehen erlan-Anaxagoras. ^ M ihm seine Geburt und Reichtum ertheilet y, hat ganz unstreitig zwey gleichewkgeGrundwesen angenommen, (vd)tt und die Materie: indem er der erste gewesen, wenig-stens unter den ionischen Weltweisen, der, wie wir bereits oben bemerket haben, davorgehalten, daß ein verständiges Wesen das Chaos bewegst, abgesondert und/m Ordnung ge-bracht habe; daher er den ehrwürdigen Beinamen erhalten, daß er LTsuhs', das ist, Ver-stand genant worden Dabey er denn soviel Arten von Grundstücken der ursprüngli-chen Theilchen angenommen, als es Arten zusammengesetzter Körper Ziehet. Da er ver-meinet, daß eine jede Art von Körpern aus einer grossen Menge kleiner ganz änlicher Theil-chen bestehe; daß, zum Exempel, ein Knochen nichts anders sey als eine'Zusammensügungeiner Menge kleiner unsichtbarer Knöchelchen, und daß das Blut, welches wir sehen, auseiner Menge kleiner Tröpfchen bestehe, deren jedes schon Blut sey; von welcher Gleichför-migkeit der Theilchen er dieselben Homöomerias genant ^). Allein, eben diese Meinungnötigte ihn, einzuräumen, daß der Same und Grundstof aller Arten der Körper sich in ei-nem jeden Stücke derselben befinde; welches seinen Lehrbegrif in grosse Verwirrung gesetzt,verschiedener andern Ungereimtheiten und Widersprüche, die daraus fließen, nicht zu geden-ken Was die Bildung der Welt anlanget, so scheinet seine Meinung dahin gegangenzu seyn: Es Habs das verständige Wesen, so dieselbe regieret und welches er für den Ur-sprung
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