zweiter Abschritt. 6z
sprung aller Bewegung gehalten >), in der Endlichen Materie eine mraussprechliche Anzalsolcher Theilchen angetroffen, die einander ganz änlich gewesen, sich aber mit andern unän--lichen vermischet und von denselben ohne die geringste Ordnung umgeben befunden; diesel-ben habe es denn von einander ghgesondert, und die Theilchen oder Körperchen von einerUnd eben derselben Art mit einander vereiniget, folglich aus einigen einen Stern gebildet,aus andern einen Stein u. s. f. Dem ohngeachtet ist er von vielen getadelt worden, dermaterialisthen Notwendigkeit zuviel eingeräumet und sich allezeit bemühet zu haben, dieMöglichkeit aller Dinge lieber aus der blossen innerlichen Beschaffenheit und Gestalt derMaterie oder sonst auf irgend eine Weise zu erklären, als die Gotheit zu Hülfe zu nemen;
>"dem er dazu seine Zuflucht niemals genommen, als bey gänzlicher Verlegenheit andererErklärungen ("); auch zugegeben, daß einige Veränderungen in der Natur vorgegangen,
°hue Zuthun und Vorwiffen derselben "). WaS die Bildung der Thiere betrift, so hat erZemeinet, daß dieselben aus der Erde entstanden, und anfänglich aus Feuchtigkeit und WärmeZeuget, nachher aber durch Vermischung beiderley Geschlechtes fortgepflanzet worden").
§. 6 s.
Archelaus, der Nachfolger des Anaxagor.rs, hat vermutlich seines Lehrers An- Meinung desfangsgründe aller Dinge beibehalten, folglich insonderheit die unendliche Menge gleichförmi-- Archslaus.
Ser Theilchen angenommen, wie solchesAugustinus und Gimplicius bezeugen^); obwol andere berichten O, daß er eine unendliche Luft, und derselben Verdünnung sowol alsVerdickung, wovon jene Feuer, diese aber Wasser ausmache, vor den Grund aller andernDinge gehalten habe. Auch hat er gelehret, daß Menschen und Thiere vermittelst derWarme aus der Erde entstanden, welche zugleich eine dicke schleimichte -aterie, einer Milchgleich, hervorgebracht, so ihnen zur Narung gereichet ^).
§. 66 .
2-0° La,vbi lupkz. Netspk. k.. I. c. 4. 8tromst. l.. 2, p. 564. D(/t-
äe praeprrar. k.urnx. l.. 14. c. 14. p. 7;». -r) in /Vngxäxor» p. 85. i>)
ciuirsre Oei N. 8- c. 2. in /Vrilivr. N. i. via. erism in kroirepr. p. 4z.
c) <Ie pircilis ykilok. N, I, c. Z. in -Umonilione »4 Oraccvs 4, 4 ) O-oL.
2a«,--»- in x>> 8->
^ lrg. B) Vom Anaxagora ist §. 41 (;8) zu^gleichen, wie auch Hrn. Bruckers K. xt». t. 1A/lSr-;i4 und p.5l8-;rl vvm Archelao. Was^yier dem Anaxggorä vorgeworfen und an ihmAtadelr wird, kan allerdings strafbar seyn. Denn"" gleich der betanke Satz: pliilotopüi nnn cli re-^rrerc sä Oeusi, einen unschuldigen und ganz rich-ten Verstand hat, wenn damit so viel gesagt wird,Man bey Erklärung natürlicher Begebenheiten?bder niitBeiseitsetzung und Uebergehung der Mit-Ursachen und Vorstellungs- oder BewegungsgeseheA auf die höchste Ursach berufen; noch auch mi-ttelbare Wirkungen GOttes ohne Noth und Er-blichkeit vorgeben oder Wunderwerke erdichtenM: so würde es doch eine unverantwortliche Mis-,Awng seyn, ja nie^Dhne Jrtum und Pflichtver-A'litnheit geschehen können, wenn man unter sol-Verwand entweder GOtt von dem Zusam-',^'bange der Ursachen und Wirkungen gänzlich,jl°>chiiessen, und den hinreichenden Grund natür-Begebenheiten in zufälligen Dingen anne-oder alle Wirkungen GOttes in die erste Her-
vorbringung und Einrichtung des Zusammenhangsder zufälligen Dinge einschränken; oder alle Wun-derwerke leugnen und vor unmöglich ausgeben, undsich lieber mit leren Worten und Träumen behelfen,als dieselbe jemals einräumen wolte. Ob aber die-ser Vorwnrf bey dem Anaxagora gegründet ge-wesen ; wenigstens Aristoteles undplgto, die densel-ben sowol als Clemens von AlexgnSrien mid Eusi-bius gemacht haben, dazu befugt gewesen; ja obes auch nur einmal ihre Meinung gewesen, Anara-goram damit einer Ungötlichkeit zu beschuldigen, istfthr zweifelhaft: indem sie mehr die geschehene Aus-schliessung der Geister von den Begebenheiten undVeränderungen der Körperwelr zu tadeln scheinen.Daß die Verfasser denselben Vorwnrf genemhalten,reimet sich mit den Lobsprüchen des aromistischeirLehrbearifs §. 42 nicht gar zu wohl. Indem Ana-xagora Absicht und wirkliche Bemühung keine an,dere gewesen, als der ersten Aromisten, es auch da-hinsteht, welcher unter beiden Lehrbegriffen die mei-sten Schwierigkeiten habe.