Band 
Erster Theil.
Seite
65
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zweiter Abschnit. 6z

Lehre zu folge, grglaubek, es gebe zwey Welten, eine Vorstellungswelt und eine sichtbare,davon die erstere der andern Muster und ursprünglicher Abris gewesen

§.67.

Daß plutarchus die Ewigkeit der Welt behauptet habe, ist eine ganz ausgemachte Plutarchimei-Sache; denn er schreibet ausdrücklich, daß die Substanz oder Materie, aus welcher die """g-Welt gebildet worden, selbst nicht gemacht worden, sondern allezeit dem Werkmeister bey derHand und unterworfen gewesen, um von demselben gebildet lind in Ordnung gebracht zu wer.den. Denn seiner Meinung nach ist die Erschaffung der Welk nicht eine Hervorbringungderselben aus Nichts (^), sondern aus einem vorhergehenden schlechtem und unordentli-chen Zustand gewesen, wie die Zubereitung eines Hauses, Kleides oder Bildseule ge-schiehet «).

§. 68 .

Ueberdis ist es eine unstreitige Sache, daß Hcrmogenes, nebst andern, so sich für Chri- Vorstellungsten ausgegeben, auf gleiche Weise die Selbständigkeit und Ursprünglichkeit einer unerschaf- mehrerer mei-nen Materie behauptet; von welcher Meinung sie gemeiniglich Mateviarier genant wor-den. Ihre Absicht ist dabey gewesen, durch dieses Hülfsmittel, auf die Art, wie bereits dieSroiker vor ihnen gethan, den Ursprung des Bösen begreiflich zu machen und GOtt von derBeschuldigung desselben zu befreien. Da sie denn also geschloffen: GOtt hat alle Dinge ent-weder aus sich selbst, oder aus nichts, oder aus einer vorher dagewesenen Materie erschaffen.

Aus sich selbst hat er dieselben nicht schaffen können; denn indem er selbst notwendig undallezeit unerschaffen ist, so würde er in der That auf die Weise nichts hervorgebracht haben.

Aus Nichts hat er ebenfals nicht alle Dinge erschaffen können; denn indem er wesentlichgütig ist, so würde er ja ein jedes Ding auf die beste Weise erschaffen haben, und alsdannwürde nichts böses in der Welt seyn können. Da nun aber gleichwol wirklich viel bösesbarin ist, dasselbe aber von dem Willen GOttes unmöglich herrüren kan, die Schuld davonindessen doch an etwas liegen mus: so müsse solches die Materie seyn, daraus alle Dingegemachst worden '). Einige neuere Parteien unter den Christen (^) behaupten nochheutiges Tages, daß die Materie unerschaffen sey; sie setzen dabey aber voraus, wie dieStoiker auch gethan, daß es keine andere Substanz gebe, als Körper ?). °

§. 69.

V/) in kk^k. ^r!N. via. vbi lllpr. Kid. I. c. ro. kftckolox. Maroni»

p. >014. IO>5. 0) a^uerlus Itermogenem p. z82. />) inkell 8/<i. p. I-/.

B.) plmarchns hat zwar mehrerer philo-lopbif-chcn Lehrbegriffe Meinungen an verschiede-nen Orten seiner Schriften vorgetragen, obgleich»ichk allezeit richtig und unverfälscht; scheint aberdoch selbst platoni und der academisUien Parteyüm meisten zugethan gewesen zu seyn; woher auchdie allster angefürte Meinung vorn Ursprünge allerDinge völlig genommen ist. Siehe Fabricii KiKI.Hs. 1.4 c. II §. I vol. Z p. 3ZO, und Herrn Bru-ders Kitt. pk. t L p. 178-18?.

(57. B.) Dieser ganze Absatz ist aus LudworthsWer angefürte» Stelle genommen, der aber sowolHernwgems Meinung und Gründe nicht ganz ge-beibehalten, als auch in dem beigefügten Berichtvon den Jrtümern der neuern Zeiten zu weit ge-

A.W.H. i Theil.

gangen. Der Grund, warum nach -HermogenisMeinung GOtt die Welt nicht aus sich selbst her-vorbringen können, wird vvm Tertulliano daringesetzt: weil alsdenn alles, was GOtt hervorge-bracht, Theile desselben würden gewesen seyn; dadoch GOtt nicht getheilt werden könne, indem eruntheilbar, unveränderlich und allezeit ebenderselbesey- Durch die neuern Parteien unter den Chri-sten scheinen hauptsächlich die Socim'aner, auchvieleicht einige fanatische Hansen gemeint zu seyn;wobey doch aber einzelsr Schriftsteller Jrtümer gan-zen Parteien beigelegt worden, auch die Quelle undVeranlassung solches Zrtums nicht richtig bestirntworden. (H.n.Anm.?.)

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