Band 
Erster Theil.
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Einleitung zur algememen Welchistoris

§. 69.

Es haben sich aber einige gefunden, die noch weiter gegangen sind und behauptet ha»ben, daß das Chaos, oder die ursprüngliche Materie, von einer bösen oder schädlichen^ ' Sele belebet gewesen; wodurch sie ein drittes selbständiges Grundwesen angenommen.

Dieses ist die eigentliche Meinung des jeHtgedachten plutarchus gewesen, ingleichen desNumenius und Arricus »). Der erstere behauptet nicht nur ausdrücklich, daß eine tolleunvernünftige Sele und ein ungebildeter und unordentlicher Körper zugleich von Ewigkeit herdagewesen, ohne einen Anfang oder Zeugung gehabt zu haben *): sondern er beweiset auchan verschiedenen Orten seiner Schriften ^), daß er sich in diesen Begrif überaus verliebetgehabt, und bemühet sich aufs geflissentlichste, denselben durch die scheinbarsten Gründe, dieer erdenken können, zu bestätigen. Wobey er vorgibt, daß man sonst unmöglich den Ur-sprung des Uebels auf eine erträgliche Weise erklären könne. Denn weil das Uebel unmög-lich ohne eine eigentliche Ursache in die Welt kommen können, indem es sehr lächerlich seynwürde, sich einzubilden, daß das Böse durch einen blossen Zufal in die Welt gekommen sey;GOtt aber, welcher wesentlich gut ist, so wenig als die blosse unthätige Materie, der alle >Gestalt und Einrichtung annoch gemangelt, vor die Ursache des Bösen angegeben werden kön-nen : so hat er daraus geschlossen, daß dasselbe von einer gewissen unvernünftigen und schädlichenSele oder Teufel herrüren müsse, der selbst unerschafftn, und mit GOtt sowol als der Ma-terie von Ewigkeit her dagewesen sey. So daß alles, was in der Sele und dem Körperder Welt, ingleichen in den Selen der Menschen und andern Geistern gutes angetroffen wird, ,GOtt, als dem einigen Ursprung desselben, zuzuschreiben sey; alles aber, was böses, ver-wornes und unordentliches darin vorkomt, diesem andern bösen selbstthätigen Grundwesenzuzurechnen sey. Damit er nun diese Meinung sowol durch ansenliche Aussprüche als Gründe 'unterstützen möchte: hat er vorgegeben, daß solches die beständige Meinung aller Völker, lingleichen der vernünftigsten Leute und Weltweisen unter denselben gewesen sey *). Daher '

er dieselbe den Egyptern beigelegt, welche, wie er vermeinet, das böse Grundwesen unter '

dem Namen Typhon vorgestellet. Ferner, dem Zoroasier und persischen Magiern,von welchen auch Laercius berichtet, daß sie zwey Grundwesen, nemlich einen guten undeinen bösen Geist angenommen "); worüber doch gestritten worden, ob sie wirklich das böse »Grundwesen für ewig gehalten oder nicht. Ingleichen den Chaldaern, weil ihre Stern-kundigen zween planeren vor gutthätig, zween vor schädlich, drey aber von mitler Natur aus- ,

gegeben. Endlich auch den alten Griechen, weil dieselben nicht nur dem olympischen oder s

himlischen Jupiter, sondern auch dem ^>ades oder Pluto geopfert, der zuweilen von ihnen ^

der höllische Jupiter genant worden. Dabey er denn auch vermeinet, daß des pytha-goras Monas und Dyas, des Empedocles Has und Freundschaft, des AnaxagorasGeister und unendliche Materie, nichts anders als ein guter und böser Gott gewesen. Am .

allermeisten aber hat er zu erweisen gesucht, daß plato ein unstreitiger Verfechter dieser sei- >

ner Meinung gewesen, und zwar sonderlich um folgender Ursachen willen (^): einmal, weil

dieser

inl^imneum. p. ,,g. in giiZellioa. platon y. 100;. I-ism in ktz^Iiolllx. ?l»-

ronis, in lüäe er Oliriäs. ,) iilem cie lücle er Oliriöe, p, zßg. «) in kroorin.

k ;8. B.) Diese Vorstellung plntarchi der Mei- Unter die letztem gehören sonderlich nebst dem CuS-nung Platotti«, von zwey geistlichen Grundwesen worth, dessen Gründe hier angefürt werden, Job-oder einem guten und bolcn Gort, ist von verschie- Christoph N2olf üe monicllzeisiuo ante dlani-denen Geirrten vertheidiget und bestrinen worden, cllseum §. zr, mid Herr Drucker n. pll. t. r p. 6L4-

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