drittel' Abschmt. ,73
Blase aufgequollen, gleich einem Ey, das sich immer mehr und mehr ausgebreitet, und dashelle durchsichtige Firmament, welches die Welt umgiebet, dargestellet. Hierauf habeGOtt aus dem Ueberrest des Wassers und dem dickern Satz desselben eine runde Kugel ge-macht, welche er die Unterwelt genant; wovon die vestern Theile die Erde, die fleißigern aberdas Meer geworden, beide aber zusammen eine Kugel ausgemachet, die er mit einem gros-sen Schal oder sausendem Geräusch in die Mitte des Firmaments gebracht. Darauf habeer Sonne und Mond im Firmament erschaffen, die Zeiten und Witterungen zu unterschei-den. Auf diese Weise seyen die Elemente von einander geschieden, und an ihre gehörigeStellen gebracht worden, alwo sie ihr bestimtes Werk zu verrichten angefangen: daß dtekuft allen Zwischenraum ausgefüllet, das Feuer alles erwärmet, Erde und Meer lebendigeGeschöpft hervorgebracht, die jedem Element gemäs gewesen; welchen GOtt die Besä-Nwngskraft mitgetbeilet, fruchtbar zu seyn. Und so sey die Welt erschaffen worden.
Nachdem nun GOtt die Welt dergestalt hervorgebracht, habe er alsdenn den Memsehen erschaffen, alsein würdigeres Geschöpf vor allen übrigen: den die Erde auf GOtteSBefehl aus ihrem Eingeweide hervorgebracht , so daß dchs Haupt desselben zuerst hervorge-kommen und hernach die übrigen Theile des Leibes, in welchen GOtt einen Geist des sebenSgebracht, und ihm hernach eine Gesellin gemacht, so ein Weib gewesen; welche mehr Aen-lichkeit des GemütS und der Neigung als aussen: Gestalt mit demselben gehabt. Der Na-me des ersten Mannes sey pourous gewesen, und des ersten Weibes parcsmee. Nach-dem aber derselben Nachkommen um ihrer Gotlosigkeit willen durch eine Sündflut ausge-rottet worden; so habe GOtt nachher drey Personen von grösserer Volkommenheit erschafffen, welche Bremau, Vystney und Rttddery geheißen, deren jeglichem er ein besonderesAmt und Macht ertheilet. Dem ersten, Menschen und Thiere zu erschaffen; dem andern,dieselben zu erhalten und zu ernaren; dem letzter« aber, sie wieder zu zerstören. Welche Aem-sie zu verschiedenenmalen bewerkstelliget haben, auf solche Art, die an einem bequemernDtt gemeldet werden sol.
§. 77 .
Ein anderer Schriftsteller *) erzälct, daß die Brammen einen einigen und aller-Negers berührsten GOtt erkennen, darüber aber nicht mit einander einig sind, welcher unter ihren davsn.Göttern solches sey; indem eine Partey lI)istnou, eine andere Eswara dafür ausgiebt,
^ne dritte aber IVistnou und Eswara für einen und eben denselben halt. Indessen sol-i^n sie alle lehren, daß desselben erste und älteste Wirkung ein geringerer Gott, NamensBramma sey, welchen der höchste Gott aus einer Blume gebildet, die vor der SchöpfungWelt auf dem grossen Abgrund geschwommen: und diesem Bramma habe GOtt nach-her, seiner Tugend, Treue und Dankbarkeit wegen, die Macht ertheilet, die ganze Westju erschaffen.
. §. 78 .
Allein, dle protestantischen Missionar», die vor einiger Zeit auf die Küste vouDerprct-stan,^oromandel geschicket worden, haben Berichte ertheilet, die von den vorhergehenden in Mßw-Etwas verschieden sind, und doch mehr Aufmerksamkeit zu verdienen scheinen, indem sie vonMännern geschrieben worden, die her malabarischen Sprache nicht unkundig gewesen.
Hn einem ihrer Briefe wird gemeldet, daß die Malabaren, so eins derselben Völker ist,
AW.H.i Theil K die
') Bericht von der Brammen Religion, welcher aui einem ihrer heiligen Bücher, ie wedam
heisset, genommen seyn sol-ps".,, c. z. und c.