7k. Ciuseitung zur algetnerucr; Welthistorie
Darauf machte GOtt eine Ausdenung *) zwischen den Wassern, die obern Gewäs-ser von den untern Gewässern abzusondern» Welche Ausdenung Moses Himmel nennet.Und darin bestand das Werk des zweiten Tages /).
Am dritten Tage liesGOtt die Erde trocken werden, und brachte das Wasser zusam-men, sonderlich in ein gros Behältnis oder das Weltmeer; worauf das trockene Land er-schienen, und alle Arten von Pflanzen, Kräutern und Bäumen hervorgebracht, deren jedes ver-schiedene Samen und Früchte getragen, nach ihrer manchfalcigen Art §).
Am vierten Tage schuf GOtt die Sonne und den Mond, und stellete sie im Himmel,die Erde zu erleuchten, Tag und Nacht zu unterscheiden, und die verschiedenen Jahreszeitenzu verursachen. An eben diesem Tage wurden auch die Sterne geschaffen ^).
Am fünften Tage schuf GOtt alle Arten der Fische und Einwoner der Wasser; in-gleichen die Vogel in der Luft, die ebenfals aus dem Wasser entstanden -').
Am sechsten Tage machte GOtt alle Arten der Thiere, des Gewürmes und Viehesdes Feldes. Und zu allerletzt schuf er den Menschen, dessen Leib er aus dem Staube derErde bildete, und ihn mit einer lebendigen Sele belebte K). Aus demselben aber schuf erdas Weib, und nahm sie aus seiner Seite, nachdem er einen tiefen Schlaf aufdenselben fal-len lassen ch.
Dieses ist der Hauptinhalt dessen, was uns Moses von der Erschaffung der Weltberichtet hat. Da solches aber alles sehr kurz abgefassek, und mehr vor die Fassung desVolks, so er zu unterrichten vorgehabt, geschrieben worden, als einer philosophischen Unter-suchung gnug zu thun: so ist dadurch zu mancherley Erklärungen und zur Annemung höchstverschiedener Hypothesen Gelegenheit gelassen worden.
§- 8z.
^Cartcsii er- Man wird ohne Zweifel erwarten, daß die HypotheftS, so Des Carres vorgetra-klärnng. , alhjer angefüret werde, obgleich derselbe sich mehr beflissen, eine eigene witzige Vorstel-lung von der Schöpfung zu ersinnen, als die vom Most ertheilte Beschreibung zu erklärenund dieselbe mit der Weltweisheit zu vergleichen. Darin komt er mit dem EpicuruSüberein , das; er die Materie und Bewegung für Anfangsgründe der ganzen Natur annimt;indessen doch dabey das Daseyn eines Gottes voraussetzt, der sowol die Materie erschaf-fe»!, als auch derselben die erste Bewegung eingedruckt. Nachdem aber diese Bewegungeinmal angegangen, und die Räder in Gang gebracht worden, uberläst er dis grosse Uhrwerkden Bewegungsgesetzen, die alle Dinge, sowot irdische als hämische, ohne das geringste weitereZuthun des ersten Bewegers, in Ordnung gebracht; und zwar aus folgende Weise:
§- 86 .
Er nimt nemlich an, i) dass die Materie, woraus die Welt zusammen gesetzt wor-eae- > den, da sie anfangs von gleichförmiger Beschaffenheit und unendlich theilbar gewesen, wirk-lich in verschiedene Thcilchen von mäßiger Grösse zertheilet worden s die alle solche Bewe-gung gehabt , als anjetzo in der Welt angetroffen wird. 2 ) Daß alle diese Theilchen an-fänglich nicht rund gewesen, indem mehrere solche kleine Kügelchen durch ihre Zusammen-fügung .keinen fortgehenden Raum völlig ausfüllen können, von was vor Gestalt sie auchanfangs gewesen; sondern durch ihre beständige Bewegung und häufiges Anstössen aneinander
ihre
e) Dieses »st die eigentliche Bedeutung des hebräischen Wortes und nicht Firmament, so von den grie-chischen Dolmetschen, genommen worden. i.v.s. seq. xi v-v.seq. L) v.
0 v. ro sg. r. 26, /) c> r, II. seg. /») L'oke» rci»«x'ions VL I-earninb c, 7.