dritter Abschnitt 89
stutzigen Elemente, Luft und Wasser, mit den ersten Paren erfüllet, die im Stande gewe-sen ihr Geschlecht fortzupflanzen *).
§. 99 -
Das sechste Tagewerk ist die Hervorbringung aller irdischen, das ist, auf dem trock- Sechstes tagenen Lande befindlichen lebendigen Dinge gewesen. Die unvernünftigen Thiere sind aus der werk desselben.Erde hervorgebracht worden; worauf der Leib Adams aus dem Staube der Erden gebil-det worden, der durch den Odem des Lebens, so ihm auf besondere Weise eingeblasen worden,eine lebendige Sele bekommen. Einige Zeit nachher, jedoch noch an eben dem Tage, istderselbe in einen tiefen Schlaf gefallen, und indessen die Eva aus einer Ribbe gebildet wor-den , die aus seiner Seite genommen gewesen. Nachdem der Erdboden damals vester undtrockener, die Luft auch völlig rein und zum Odemholen bequem gewesen, ja die übrige Ein-richtung der ganzen Natur damit übereingekommen : so ist solches die allerbequemste Zeitllewesen, sowol zur Zeugung der lebendigen Geschöpfe des Landes, als auch zur Darstellungdes edelsten unter denselben, des Menschen O«
§. IOO.
Dieses ist der Hauptinhalt der letztem Erdbetrachtung, in welcher unter verschiedenen Anmerkungensinreichen und warscheinlichen Erklärungen einige Vorstellungen vorkommen, die man vor über diese me-gar zu verwegen und wilkürlich gehalten. ^
Man hat dagegen eingewendet, daß sich der Erfinder derselben in Ansehung desUmfangs der mosaischen Schöpfung geirret habe: indem es wol gewiß ist, daß der Monderst in derselben Zeit erschaffen, oder wenigstens in seine gegenwärtige Bahngeseßet worden,sich um die Erde zu bewegen; da kein Tomec von einem Nebenplaneten begleitet werde.
Daher Nasses wol etwas mehr anzeigen wollen, als das blosse Sichtbarwerden des Mon-den. Da nun das Wort, Er machece, sowol von der Sonne als dem Mond ohne Unter-scheid daselbst gebrauchet wird; so wird daraus geschlossen, daß es beidemal in einerley, dasist, im buchstäblichen Verstände genommen werden müsse.
Man hat ferner angemerket, daß die Atmosphäre eines Cometcn das ursprüngli-che Chaos nicht könne gewesen seyn; indem dieselbe kein finsterer, sondern ein Heller, durch-sichtiger, flüßiger Körper ist, so von der heftigen Hitze des Kerns in demselben herrüret: auchüberdis der gröste Theil derjenigen Körper, so die obere Lage der Erde ausmachet, durchdie grosse Herannäherung des Comeren zur Sonne würde haben zerschmelzen und in Glasverwandelt werden müssen; wodurch sie zur Bildung der Erde aus denselben sehr unbequemwürden geworden seyn.
Endlich hat man vor ungereimt gehalten, daß die tägliche Drehung der Erde umihre Achse erst mit dem Sündenfal der Menschen solle angegangen, und bis dahin TageUnd Jahre einerley gewesen seyn: indem durch die gänzliche Abwesenheit der Sonne auf°in halb Jahr eine ungeheure Kalte, und im Gegentheil eine unerträgliche Hitze durch ih-uen beständigen Schein das andere halbe Jahr hindurch würde seyn verursachet wor-den. Welche ungemäßigte Hitze und Kälte den Pflanzen und Thieren vor der Sündflutschädlich seyn müssen, wo ihre Körper nicht von ganz verschiedener Beschaffenheit ge-wesen , als sie ietzo sind: auch überdiö gar keine Notwendigkeit da sey, einen Tag auf einHahr zu verlängern, um einer almäligen und ordentlichen Bildung der Geschöpfe willen,
A.W.H. » Theil. M ohne
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